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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Estland? Wie bist du denn auf Estland gekommen?

Bei der Wahl des Landes für meinen Auslandsaufenthalt habe ich mich an den Partneruniversitäten der WiSo Fakultät der Uni Potsdam und den Erfahrungsberichten anderer Studierender orientiert. Dabei war mir wichtig, dass ich ein Land kennenlerne, in dem ich noch nie war, das vielleicht auch etwas ungewöhnlich ist und die Uni eine gute Auswahl an englischsprachigen Kursen anbietet. Das alles habe ich in Estland gefunden. Die Bewerbung für das Erasmus+ Programm (über Frau Schmidt) war unkompliziert und ich war froh, dass meine Erstwahl berücksichtigt wurde. Der weitere Ablauf nach der Zusage der Uni Potsdam war ebenfalls unkompliziert. Ich habe frühzeitig eine E-Mail der Uni Tartu erhalten, mit allen Informationen über den weiteren Ablauf. Die benötigten Unterlagen (Sprachnachweis, Ausweisdokumente, Leistungsnachweis usw.) konnte ich über ein Online-Bewerbungsportal hochladen und etwa Ende April hatte ich die endgültige Zusage für den Aufenthalt in Tartu. Nützliche Informationen über Unterkunft / Studentenwohnheim, möglicher Estnisch Sprachkurs (ESTILC) vor Semesterbeginn (sehr zu empfehlen), Einführungswoche und allgemeine Informationen über die Uni wurden frühzeitig mitgeteilt, sodass ich während der ganzen Vorbereitungszeit auf mein Auslandssemester wenig offene Fragen hatte und wenn doch, wusste ich an wen ich mich wenden konnte.


Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 08/18-01/19

Gastuniversität: Universität Tartu

Gastland: Estland

Studium an der Gastuniversität

Tartu ist die zweitgrößte Stadt in Estland, für unsere Verhältnisse aber eine kleinere Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern. Die Universität Tartu ist in der Innenstadt im schönsten Teil der Stadt direkt neben dem Rathausplatz gelegen. Die einzelnen Fakultäten sind etwas über die Stadt verteilt. Das Johann Skytte Institut für Politikwissenschaft, in dem der Großteil meiner Kurse stattfand, ist nahe des Hauptgebäudes der Uni gelegen und vom Studentenwohnheim innerhalb von 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Organisatorisch ist die Uni ähnlich organisiert wie die Uni Potsdam: Es gibt Moodle, welches der Großteil der Dozenten aktiv für die Lehrveranstaltungen nutzt und das SIS (StudyInformationSystem), was ähnlich wie unser PULS genutzt wird, um Lehrveranstaltungen zu belegen und die Noten einzusehen. Um das Transcript of Records am Ende des Semesters zu erhalten, muss man sich allerdings an das Deans Office der jeweiligen Fakultät wenden. Dann bekommt man es per Post oder E-Mail zugesendet. Die Anforderungen in den Lehrveranstaltungen sind in den Kursen, die ich belegt hatte, tendenziell nicht anspruchsvoller als in Potsdam gewesen. In meinen Seminaren gab es hauptsächlich wöchentliche Aufgaben zur Lektüre in Moodle oder Zwischentests, Referate und am Ende des Semesters ein Paper, das abgegeben werden musste. Andere hatten aber im Januar auch Klausuren und hatten dementsprechend einen längeren Aufenthalt als ich. Das Studienklima war in den Seminaren sehr angenehm und es gab häufig Raum für Diskussionen. Die meisten Dozenten waren sehr offen für Fragen oder bei Problemen, sodass ich sagen kann, dass ich von den fünf Kursen, die ich belegt habe, lediglich einen ungern besucht habe. Das Institut hat eine eigene kleine Bibliothek und die Mitarbeiterinnen dort waren immer sehr hilfsbereit. Zudem gibt es die zentrale Bibliothek der Uni die etwa 10 Minuten vom Hauptgebäude entfernt liegt und erst vor kurzem fertig gestellt wurde. Sie ist dementsprechend modern ausgestattet mit viel Platz und auch gemütlichen Sitzgelegenheiten und einem Café, das auch warmes Essen anbietet (es gibt sonst keine richtige Mensa der Uni). Die Öffnungszeiten der Bibliothek sind gut, unter der Woche von 9-21 Uhr und am Wochenende von 12-18 Uhr.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Kontakt zu einheimischen Studierenden hatte ich leider kaum, der Großteil der Studierenden und auch der Dozenten waren international. Die Esten sind auch eher zurückhaltend, wenn man sie aber anspricht, sind sie sehr freundlich und hilfsbereit. Auch wenn man kein Wort Estnisch spricht, kommt man mit Englisch dort immer gut zurecht. Der Kontakt zu ausländischen Studierenden war umso leichter, besonders wenn man im Studentenwohnheim wohnt. Durch die zahlreichen ESN Partys und Reisen, Karaoke, Pubcrawls, WG-Partys (auch außerhalb des Studentenwohnheimes) usw. war es nie langweilig und es war sehr leicht Freunde zu finden.

Wohn- und Lebenssituation

Die Uni hat frühzeitig über die Möglichkeit im Studentenwohnheim zu wohnen informiert. Die Wohnheime sind etwa 10 Minuten zu Fuß vom Hauptgebäude entfernt. Für einen Platz im Wohnheim hat man sich einfach online beworben. In älteren Erfahrungsberichten hatte ich gelesen wie günstig die Unterbringung dort sein sollte, das hatte sich in der Zwischenzeit (zumindest für kurzzeitig Studierende) aber geändert. Für mein Zimmer, welches ich mir mit meiner Mitbewohnerin geteilt hatte, habe ich 210 € bezahlt (420 € für das ganze Zimmer). Zudem ist der Vertrag für das ganze Semester festgelegt, d.h. ich musste für das ganze Semester Miete bezahlen, obwohl ich vor Weihnachten bereits abgereist bin. Andere Studierenden haben auch Zimmer / Airbnb’s außerhalb des Studentenwohnheims gefunden (zwischen 300 und 400 €).
Hilfreiche Facebook Gruppen: Foreigners in Tartu, ESN Tartu, Korterite üürimine Tartus (Otse Omanikult) (für Wohnungsangebote).
Tartu ist eine kleine, aber sehr schöne Studentenstadt, mit vielen Bars und Cafés, Schwimmbad und Sauna, Supermärkten und eigentlich allem, was man braucht gut zu Fuß erreichbar. Es gibt einen Bahnhof und einen Busbahnhof, von dort kommt man günstig in andere Städte Estlands und auch nach Riga, Vilnius oder St. Petersburg. Innerhalb der Stadt fahren auch Linienbusse. Die Lebenshaltungskosten sind ähnlich wie in Deutschland, auch die Preise für Lebensmittel. An den Wochenenden und in der Freizeit habe ich bei vielen ESN Aktivitäten und Reisen mitgemacht, darunter auch der Ausflug nach Lappland (in meinem Fall leider ohne viel Schnee und ohne Polarlichter, aber prinzipiell sehr zu empfehlen). Es gibt auch einen ESN Trip nach St. Petersburg in jedem Semester. Ich habe allerdings den Kurs Russian Language and Culture an der Uni belegt, mit dem wir nach St. Petersburg und Moskau gefahren sind (3 LP), was ich sehr empfehlen kann. Auch den Estnisch Sprachkurs ESTILC vor offiziellem Semesterbeginn kann ich jedem sehr empfehlen. Es war sehr hilfreich die Basics für Supermarkt oder Arztbesuche zu lernen und darüber hinaus haben wir sehr viele Ausflüge gemacht und viel von Estland gesehen, was ich ohne den Sprachkurs nicht erlebt hätte (und das alles kostenfrei!). Wir hatten eine sehr schöne Zeit während dem Kurs und sind auch darüber hinaus Freunde geblieben.

Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 08/18-01/19

Gastuniversität: Universität Tartu

Gastland: Estland


Rückblick

Alles in allem kann ich einen Aufenthalt in Tartu sehr empfehlen! Ich habe einzigartige Erlebnisse und Freundschaften gewonnen, die auch nach dem Aufenthalt weiter bestehen. Tartu ist eine sehr schöne Stadt mit sehr freundlichen Menschen und vielen Freizeitmöglichkeiten. Es war eine spannende Zeit und nie langweilig. Prinzipiell hätte ich mir auch vorstellen können, den Aufenthalt zu verlängern.

Estland

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