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Erasmus+ Erfahrungsbericht

Vorbereitung des Auslandaufenthalts

Ein Auslandssemester während des Studiums war für mich eigentlich immer eine beschlossene Sache. Auch das Erasmus+-Programm war mir schon vorher bekannt, deshalb war schnell klar, dass ich an eine Partnerhochschule in Europa gehen wollte. In meinem Studiengang Europäische Medienwissenschaft war Kopenhagen seit geraumer Zeit im Programm. Da die Dänen sowohl für ihr gutes Englisch als auch für ihr skandinavisches Design bekannt sind, und mein Interesse in Design und der Wunsch mein Englisch zu üben und zu verbessern sich perfekt ergänzten, bewarb ich mich für Kopenhagen als meine erste und einzige Wahl und erhielt zum Glück auch das Erasmus-Stipendium dafür. Der nächste Schritt nach der erfolgreichen Nominierung war die Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule. An der University of Copenhagen erfolgt die gesamte Administration und der Kontakt mit anderen Studierenden und Lehrenden online. Die Einladungen zu Absalon, dem System der KU erhält man per Mail zugeschickt. Darüber läuft dann auch die Bewerbung, für die man in einem kurzen Text, nicht mehr als 200 Wörter, seine bisher absolvierten Kurse an der Universität Potsdam und die Kurse, für welche man sich an der University of Copenhagen interessiert, in englischer Sprache zusammenfassen und beschreiben und zusammen mit dem Transcript of Records hochladen musste. Ca. einen Monat später bekam ich dann die Bestätigung meines Erasmus-Platzes an der University of Copenhagen.


Studienfach: Europäische Medienwissenschaft

Aufenthalsdauer: 9/17 - 12/7

Gastuniversität: Køpenhavns Universitet

Gastland: Dänemark

Studium an der Gastuniversität

Die University of Copenhagen ist an verschiedenen Standorten in ganz Kopenhagen verteilt untergebracht. Jedoch ist Kopenhagen an sich recht klein, so dass jeder Campus einfach und schnell mit dem Fahrrad in maximal 30 min erreicht werden kann. Die Fakultät der Humanwissenschaften, in der ich meine Kurse belegt habe, ist zum Großteil im Südcampus auf der Insel Amagar zu finden. Der Südcampus besteht aus mehreren miteinander verknüpften, sehr modernen Häuserkomplexen, die auch eine offene Bibliothek, zwei Mensen (besonders die vegetarische Mensa „The Wicked Rabbit“ ist toll) und jede Menge kleine Cafés, in denen man vergleichsweise günstig Kaffee und Bier kaufen kann, beherbergen. Es gibt viele Sitz- und Arbeitsmöglichkeiten in skandinavischem Design in den hellen lichtdurchfluteten Gebäuden und bei schönem Wetter kann man auch draußen an den Wassergräben sitzen.
An der University of Copenhagen erhält man in der Regel 15 ETCS pro Kurs, sodass man für die erforderlichen 30ETCS nur zwei Kurse belegen kann und auch darf. Diese Kurse sind allerdings dann aber immer mit einem Essay abzuschließen und finden zum Teil auch mehrmals in der Woche statt. Es werden auch bestimmte Kurse nur für internationale Studenten angeboten, wie dänische oder englische Sprachkurse, sowie dänische Kulturkurse, die sich dann auf einen Schwerpunkt wie Design, Mythologie oder Film festlegen. Für die Kurse schreibt man sich auch über Absalon ein und sämtliche Information bezüglich der zu erbringenden Leistungen oder Abgabefristen sind dort zu finden.
Nach der Anreise in Kopenhagen finden jedoch erstmal die Orientation Days statt, die aus verschiedenen Vorträgen, Rundgängen und gemeinsamen Essen bestehen. Es ist wirklich sehr zu empfehlen, ein wenig vor Beginn der Vorlesungszeit anzureisen und diese Erfahrung mitzunehmen, man lernt viele internationale Studenten dort kennen.
Insgesamt ist das Studienklima in Kopenhagen sehr angenehm, die Hierarchie zwischen Lehrenden und Studierenden ist sehr flach, die Lehrenden werden sogar mit Vornahmen angesprochen. Auch die Organisation ist einwandfrei, eigentlich erhält man für jede wichtige Deadline eine E-Mail, abgesehen von den Abschlussabgaben am Ende des Semesters.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Zu Beginn lernt man wie gesagt viele Studierende aus aller Welt auf den Einführungsveranstaltungen kennen, und auch die Kurse bestehen aufgrund der englischen Sprache fast ausschließlich aus ausländischen Studierenden. Das ist auch einer der Gründe, warum es schwierig ist, dänische Studierende kennenzulernen. Eine Möglichkeit dafür ist, an einem Freizeitangebot der Uni teilzunehmen, wie etwa Sport oder der Chor. Aber auch wenn man Dänen trifft, ist es schwierig wirklich Freundschaft mit ihnen zu schließen, sie sind zwar in der Regel sehr nett, aber doch eher introvertiert.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Die Dänen sprechen ein sehr gutes und klares Englisch, was gut verständlich und auch schnell anzueignen ist. Außerdem zieht es auch viele englischsprachige Studierende nach Kopenhagen, so dass meist auch im Freundeskreis ein gutes Englisch gesprochen wird. Ich würde sagen, dass sich meine Englischkenntnisse auf jeden Fall verbessert haben, auch im akademischen Schreiben, da alle Abschlussarbeiten ebenfalls in englischer Sprache verfasst werden.
Dänisch ist eine sehr schwierige Sprache, vor allem das Sprechen. Im Schriftbild lassen sich noch einige Ähnlichkeiten zur deutschen Sprache erkennen, so dass deutsche Studierende noch einen kleinen Vorteil haben, aber sobald gesprochen wird, bist du auch als Deutscher vollkommen hoffnungslos. Ich hatte zwar keinen Dänischkurs belegt, stelle es mir aber aus Erzählungen von anderen als eine interessante, lustige aber auch teilweise sehr enttäuschende Erfahrung vor. Denn wer denkt, in seinem allein Auslandsemester Dänisch zu lernen, liegt falsch!

Wohn-und Lebenssituation

Die Wohnsituation in Kopenhagen ist sehr angespannt. Es ist ziemlich schwierig bis unmöglich etwas Günstiges in der Stadt zu finden. Ich hatte mein Zimmer über die Housing Foundation, zu der man auch eingeladen wird, bekommen. An dem Zimmer gab es eigentlich nichts auszusetzen, es lag in Osterbro, einem sehr schönen Stadtteil, hatte ein eigenes Bad und eine eingebaute Küche. Der einzige Nachteil war tatsächlich der Preis, stolze 1000€ mussten pro Monat gezahlt werden, plus verschiedener Gebühren, die die Housing Foundation immer noch addiert. Ich denke, dass ich mit meiner Miete noch im mittleren Feld lag, viele meiner Freunde zahlten mehr oder teilten sich für diesen Preis auch noch ein Zimmer. Günstiger ist es wohl bei privaten Landlords und Landladys, allerdings kann man aus der Distanz dann leicht auf Betrüger hereinfallen.
Generell ist das Leben in Kopenhagen im Vergleich zu Berlin sehr teuer. Für einen Kaffee muss man schon mindestens 6€ und zum Essengehen 20€ einberechnen. Auch Lebensmittel im Supermarkt sind relativ teuer, besonders Süßigkeiten und Alkohol. Die Dänen trinken fast ausschließlich Bier, das ist ja schließlich auch das günstigste mit nur 7€ pro Flasche. Bezahlt wird fast ausschließlich mit Karte, ich habe während des gesamten Aufenthaltes ein einziges Mal Geld abgehoben.

Ratschläge

4 Tipps für Kopenhagen:

  • Kein Bargeld! In Kopenhagen wird alles mit Karte gezahlt.
  • Ein Fahrrad! Kopenhagen ist die Fahrradstadt schlechthin, jeder fährt egal wann, wohin, in welchem Outfit und zu welcher Jahreszeit, Rad.
  • Eine Rejsekort für die öffentlichen Verkehrsmittel! Einfach aufladen und losfahren, ist deutlich günstiger als das reguläre Ticket.
  • Zimtschnecken essen! Am besten Mittwochs das Angebot in der St. Peders Bageri ausnutzen.

Studienfach: Europäische Medienwissenschaft

Aufenthalsdauer: 9/17 - 12/7

Gastuniversität: Køpenhavns Universitet

Gastland: Dänemark


Rückblick

Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen, Kopenhagen ist eine wundervolle Stadt und ich würde jedem wärmstens empfehlen, einmal dorthin zu fahren. Auch die University of Copenhagen war wunderbar, die Kurse waren interessant, die Lehrenden sehr freundlich und hilfsbereit. Erasmus ist wirklich eine Erfahrung fürs Leben mit vielen neuen Eindrücken, Sprachkenntnissen und vor allem Freunden aus aller Welt.

Dänemark

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