Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Nach erfolgreichem Bewerbungsprozess an der Uni Potsdam kontaktierte mich meine Gasthochschule Kopenhagen schnell und unkompliziert per Mail. Darin waren alle weiteren Schritte erklärt und Kontakte zu Ansprechpartnern verlinkt. Das Programm für internationale Studierende an der KP ist sehr gut organisiert und aufgebaut, obwohl die Hochschule gerade im Umbruch war. So hatte ich von Anfang an gleich persönlichen Kontakt zu den internationalen Koordinatoren und bekam zügig Antworten bei Fragen oder Problemen im gesamten Bewerbungsprozess. Auch vor Ort war die Betreuung sehr wertschätzend. Ich habe mich nie allein gefühlt oder hatte auch keine Probleme meine Koordinatoren zu erreichen. Egal ob technische Probleme, Umzug, Papiere für das Meldeamt oder eben Anerkennungen für die Uni – alle Mitarbeitende waren jederzeit hilfsbereit und sehr freundlich zu uns. Da die Wohnungssuche in Kopenhagen vom Ausland aus fast aussichtslos ist und zudem sehr teuer, war ich froh, dass die Hochschule uns bei der Wohnungssuche unterstützte. Gegen eine einmalige Gebühr haben sie für fast alle internationale Studierende eine Wohnung gefunden. So habe ich gleich mit meinen Kommilitonen in einem Haus gewohnt und dadurch sehr schnell gute Gemeinschaft gefunden. Um vor Ort schnell integriert zu sein, habe ich Studierendengruppen, die mich interessiert haben oder die ich kannte per Facebook oder Mail kontaktiert. In Potsdam bin ich in der christlichen Hochschulgruppe SMD. Die SMD ist Teil eines europaweiten Netzwerkes und so gab es auch eine Gruppe in Kopenhagen. Das war richtig gut und ich hatte so auch gleich Kontakt zu dänischen Studierenden und somit Insider- Tipps zum Leben in Kopenhagen. Allgemein läuft vieles über Facebook- Gruppen; da lohnt es sich sehr reinzuschauen. Egal ob Wohnung, Job, Babysitting, Sprache, Sport, Kleinanzeigen – es gibt so ziemlich für alles eine Gruppe. Ich kann für Lehramtsstudierende außerdem empfehlen vor Ausreise das polizeiliche Führungszeugnis zu beantragen und mitzunehmen. Ich hatte die tolle Gelegenheit, an einer dänischen Schule mitarbeiten zu dürfen und musste dafür, wie in Deutschland auch, das Führungszeugnis vorweisen.


Studienfach: Lehramt für Primarstufe

Aufenthaltsdauer: 08/2019 - 12/2019

Gastuniversität:Københavns Professionshøjs

Gastland:Dänemark

Studium an der Gastuniversität

Die KP ist sehr modern. Besonders der Hauptcampus, Campus Carlsberg, hat neben Hörsälen und Seminarräumen viele Funktionsräume für Sport, Musik, Kunst und Theater. Das war sehr präsent an unserer Hochschule und viele meiner Kommilitonen wählten auch mindestens ein künstlerisches oder sportliches Fach. Die Bibliothek ist alles andere als leise, da sie vorranging für Projektarbeiten und Gruppenarbeiten konzipiert wurde. Offene Kaffeebecher sind also erlaubt (und bei der ganzen Gruppenarbeit auch notwendig ;)). Allerdings gibt es wenige Computerplätze, weshalb ein eigener Laptop dringend notwendig ist!
Das Studienklima ist sehr wertschätzend und locker. An der KP belegen internationale Studierende 3 Hauptkurse a ca. 4 Zeitstunden. Das bedeutet auf den ersten Blick viel Freizeit, die man allerdings in Gruppenarbeit und Projekte steckt. Kooperation und Kollaboration ist das A und O an meiner Hochschule gewesen. Ich musste keine Klausuren (!) schreiben, sondern Gruppenarbeiten und Projekte präsentieren. Diese waren zudem relativ nahe an den Problemen und Anforderungen von Lehrkräften orientiert, weshalb ich neben theoretischen Input auch viel Praktisches lernte. Mir hat es gut gefallen in kleinen Klassen (ca. 30 Studierende) zu studieren und vor allem voneinander zu lernen und die Ideen meiner Kommilitonen diskutieren zu können. So hatte ich am Ende ein kleines Repertoire an Unterrichtsentwürfen und Ideen. Natürlich ist das nicht generell zu betrachten, sondern vom Kurs abhängig. Allgemein gilt, dass jeder Kurs von 2 Lehrkräften betreut und im Team- Teaching unterrichtet wird. Ich wählte English 3: Intercultural Communicative Competences, English 2: Processes in language acquisition and communication skills sowie das International Practium, bei dem ich an einem Gymnasium in Kopenhagen hospitieren und unterrichten durfte. Für mich waren die Kurse wirklich super, da ich mich sehr für Spracherwerb im Allgemeinen interessiere und das auch praktisch miterleben durfte. Wer aber kein Fan der Gruppenarbeit ist, für den wird es sicher nerviger als motivierend, da wirklich enorm viel Zeit in Gruppen- und Projektarbeit gesteckt wird. Auch hatte ich alle Kurse „leider“ nur mit internationalen Studierenden. Dafür bekam ich einen authentischen Einblick in viele unterschiedliche Schulsysteme, wie selten sonst.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Da ich mit internationalen Studierenden aus meiner Uni zusammengewohnt habe und auch in der Uni nur Seminare mit Internationals hatte, war ich sehr schnell und gut angebunden. Alle waren neu und in der gleichen Situation wie ich, da war es einfach, neue Leute kennenzulernen. Schwieriger wurde es die Dänen kennenzulernen. Ich habe die Dänen als sehr hilfsbereit und freundlich erlebt - wenn man sie anspricht. Mir hat ehrenamtliche Arbeit sehr geholfen, die Menschen und Kultur besser kennenzulernen und zu verstehen. Da ich vorher bereits in der Obdachlosenhilfe involviert war, habe ich das auch in Dänemark weitergemacht. Ich kann also sehr empfehlen ein Ehrenamt zu verfolgen.
Aber es gibt viele Möglichkeiten in der Hauptstadt sozial oder politisch aktiv zu werden. Man braucht allerdings Geduld, Ausdauer und etwas Kreativität. Zweifellos hat mir die Kirche, die ich besucht habe sehr geholfen viele dänische Studierende oder Familien kennenzulernen. Ich ging in die Kirken i Kulturcenteret im Stadtteil Nørrebro. Der Gottesdienst war sehr groß und international, immer auf Dänisch und English. Es gibt viele junge Leute, Dänen und Internationals, die Teil der Kirche sind und sich aktiv einbringen. Für mich war meine Kirche dort fast wie ein zweites Zuhause.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor meinem Auslandssemester konnte ich kein Wort Dänisch. Ich habe auch nicht in Deutschland angefangen zu lernen, sondern einen Dänischkurs, der auch von meiner Uni angeboten wurde, in Kopenhagen besucht. Am Ende hatte ich das Level A1 und konnte mich wirklich, wenn auch gebrochen, unterhalten. Trotzdem ist es eigentlich nicht notwendig Dänisch zu lernen, denn in Kopenhagen spricht wirklich ausnahmslos jeder perfekt Englisch. Das ist wie die zweite Muttersprache der Kopenhagener, egal ob jung oder alt. Für mich war es aber wirklich schön die Sprache und somit auch ein Stück der Kultur besser zu lernen. Die Kosten des Sprachkurses können zum Teil auch vom Erasmus-Programm übernommen werden.

Wohn- und Lebenssituation

Kopenhagen ist ein unglaublich teures Pflaster und sehr begehrt. Ich war wirklich froh, dass die Hochschule sich um meine Unterkunft gekümmert hat. Ab 450 Euro monatlich hat man schon ein sehr günstiges Zimmer, was heißt, dass das Erasmus- Geld für die Miete draufgeht. Die Mehrheit hat allerding wesentlich mehr gezahlt. Es gibt viele Online- Plattformen für Wohnungsgesuche, auch Facebook ist da eine große Option. Ich hatte sehr viel Glück mit meiner Wohnung in Amager am Strand, die preislich günstig war und mir von der Uni vermittelt wurde. Das ist aber nicht der Normalfall. Am Ende haben aber alle meine Freunde und Kommilitonen eine Wohnung gefunden, wenn auch mit Stress und höheren Kosten verbunden. Die Miete ist mit Abstand die höchste Ausgabe. Essen gehen oder Café trinken ist in Kopenhagen auch relativ teuer, aber das Einkaufen in Supermärkten wie Aldi, Netto, Lidl ist nur etwas teurer als in Deutschland. Auch ist es möglich überall (außer in den Bussen) mit Karte zu zahlen, sodass nicht so viel Bargeld an Dänischen Banken abgehoben werden muss. Die Öffentlichen Verkehrsmittel habe ich fast nie genutzt, da ich mit dem Rad unterwegs war. Das ist in Kopenhagen sowieso Verkehrsmittel Nr. 1 und am schnellsten und unabhängigsten. Regenjacke, Regenhose und Helm lohnen sich da auf jeden Fall. Ich habe zusätzliche eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, jedoch wird man in Dänemark durch die Yellow Card ins Gesundheitssystem aufgenommen. Alle Kosten werden dadurch aber nicht gedeckt.

Studienfach: Lehramt für Primarstufe

Aufenthaltsdauer: 08/2019 - 12/2019

Gastuniversität:Københavns Professionshøjs

Gastland:Dänemark


Rückblick

Für mich war mein Semester in Kopenhagen wunderschön! Ich habe es sehr genossen, so viele junge Leute aus ganz unterschiedlichen Nationen kennenlernen zu dürfen und tiefe Gespräche und Freundschaften entstehen zu lassen. Es ist ein ganzes Stück Arbeit in die dänische Gesellschaft hineinzukommen, aber ich kann mich an keine schlechte Erfahrung mit der Kultur oder den Menschen erinnern. Ich denke das Wichtigste ist, motiviert zu sein, Teil einer anderen Kultur zu werden, Gewohnheiten oder Ansichten auch mal über Bord werfen zu können und mutig sein, Neues auszuprobieren. Aber auch sich selbst treu zu bleiben und keine Angst oder Zwang zu haben, etwas im „busy Copenhagen“ zu verpassen. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken und am meisten Spaß macht das mit guten, neuen Freunden an der Seite! Ich persönlich bin unglaublich dankbar für die gesegnete und richtig gute und lehrreiche Zeit, die ich in Kopenhagen haben durfte!

Sonstige Hinweise

- Viele Museen haben einen Tag in der Woche kostenlosen Eintritt (check Websites!)
- Essen in der Mensa in der KP ist ab 14u viel günstiger!
- Viel Rad fahren (Radverleih Swapfiets) und Stadtführungen mitmachen, um Kopenhagen kennenzulernen (es macht viel mehr Spaß ohne Google Maps zu fahren)
- Absalom: Volkshaus nahe der Uni mit günstigem und sehr gutem Abendessen und Spielen. So lernt man die Dänen und deren Kultur gut kennen!
- Bastards: Niedliche, aber meist volle, Bar in der Innenstadt, in der man Gesellschaftsspiele spielen kann
- Rejsecard oder evtl. Monatsticket: Vergünstigen die Kosten für die Öffis + App Rejseplanen
- Hobby oder Ehrenamt suchen, das vorranging Dänen machen  raus aus der internationalen Blase - Dänische und internationale Kirche  Kirken i Kulturcenteret. Drejervej 15, 2400 København

Dänemark

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