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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Im Januar letzten Jahres habe ich mich entschieden meinem Psychologiestudium noch das gewisse Extra zu verleihen und ein Semester im Ausland zu verbringen. Dank des ERASMUS+ Programms geht das tatsächlich auch vergleichsweise leicht. Viele bürokratische Schritte werden einem abgenommen und man muss sich nur drei von den Partneruniversitäten der Fakultät aussuchen und sich bis Ende Januar bewerben. Im März habe ich dann die Zusage für einen Platz in Aarhus (Dänemark) erhalten; mein Erstwunsch. Die Uni hatte ich mir damals ausgesucht, weil mir vor allem das nordische Klima zugesagt hatte (das Studienklima, nicht etwa das Wetter). Die Aarhus Universitet versprach qualifizierte Betreuung der Studierenden, einen international geprägten Ansatz und hochwertige Ausbildung. Mitte März bekam ich dann die ersten Informationen von meiner Uni bezüglich der tatsächlichen Anmeldung. Das alles funktionierte ziemlich schnell und unkompliziert. Meine Erasmuskoordinatorin vor Ort meldete sich dann Mitte Juli bei mir und ich konnte meine Kurse wählen sowie das Programm der Einführungswochen einsehen. Das heißt schon vor meinem Auslandsaufenthalt war so ziemlich alles geklärt und ich konnte ganz entspannt ankommen.


Studienfach: Psychologie

Aufenthalsdauer: 08/2018-01/2019

Gastuniversität: Aarhus Universitet

Gastland: Dänemark

Wohnungssuche

Obwohl ganz so entspannt war es dann doch nicht. Die Wohnungssituation ist in Aarhus relativ schwierig. Will heißen: Die Uni hat zwar ziemlich viele Studentenwohnheime und Häuser, die auch vor allem an internationale Studierenden vermietet werden, aber diese reichen bei weitem nicht aus und jedes Jahr im Sommer zum neuen Herbstsemester gehen viele leer aus, was das Uni Housing betrifft. Ich hatte das Pech keinen Studentenwohnheimplatz zu erhalten. Auf dem freien Wohnungsmarkt war es noch schwieriger, vor allem wenn man nicht vor Ort ist. Es gibt ein paar Gruppen auf Facebook, wie etwa „Leje i Aarhus“ oder „Kollektiver i Aarhus“, in denen viele verschiedene WG-Angebote gepostet werden. Zeitgleich kamen von der Uni auch noch Angebote von privaten Anbietern, wo ich letztendlich auch mein WG-Zimmer gefunden habe. Rückblickend habe ich echt noch mal Glück gehabt. Meine Wohnung war sowohl nah an der Uni als auch in der Stadt. Viele Studentenwohnheime sind nämlich ziemlich dezentral gelegen und nur mit dem Bus oder dem Fahrrad zu erreichen. Allgemein empfiehlt sich ein Fahrrad sehr, aber dazu später mehr. Ich habe in Aarhus also in einem modernen Gebäudekomplex mit ausschließlich anderen Studierenden in einer zweier WG gewohnt. Meine Mitbewohnerin war Dänin. Allerdings war das aber auch so ziemlich der einzige Kontakt, den ich zu Einheimischen aufgebaut habe.

Studium an der Gastuniversität

Da das Semester in Aarhus schon Anfang September anfängt und es davor zwei Einführungswochen gibt, entschied ich mich schon Anfang August hochzufahren. Dadurch hatte ich zwar leider keine Semesterferien und musste ein paar Klausuren schieben, hatte aber den Vorteil, dass ich Zeit hatte mich in der neuen Umgebung zurechtzufinden und ein bisschen Land und Leute kennenzulernen bevor der Massenansturm der neuen Erasmusstudierenden begann. Ich bekam eine Mentorin aus dem Master zugeteilt, die sich wirklich super um mich gekümmert hat. Bei allen möglichen Fragen stand sie zur Verfügung und hätte mir auch gerne die Stadt gezeigt, wenn sie mit der Uni nicht zu viel zu tun gehabt hätte. Das Mentorenprogramm der Uni war wirklich sehr gut. Sie haben einige Einführungsveranstaltungen für uns geplant und im Laufe des Semesters immer wieder gemeinsame Aktivitäten geplant.
Als die Uni dann Anfang September begann, kannte ich schon viele neue Leute und hatte mich in der neuen Umgebung schon sehr gut eingelebt. Ich hatte drei Seminare à 10 ECTs belegt. Die Auswahl für Psychologie war leider etwas dürftig. Insgesamt gab es nur rund 6 Seminare, die auf Englisch waren. Das Studierendenklima war aber darum desto besser. Es wurde in den Seminaren viel diskutiert und es gab viel Gruppenarbeit, sodass ich die Kommilitonen (teils Dänen, teils andere Internationale Studierende) schnell kennenlernte. Auch mit den Lehrenden ist man sehr familiär. Man duzt sich und spricht sich mit Vornamen an. Die Leistungspunkte konnten erreicht werden, indem man sich während des Seminars beteiligte, jede Woche neue Texte vorarbeitete mehrere kleinere und größere Referate hielt und falls man eine Note brauchen sollte, am Ende eine Hausarbeit schrieb, was bei mir glücklicherweise nicht der Fall war.
Der Campus der Uni ist wirklich sehr schön- besonders im Sommer und Herbst, wenn die Blätter in allen möglichen Orangetönen leuchten. Psychologie ist auf dem Hauptcampus untergebracht und teilt sich eine eigene Bibliothek mit der juristischen Fakultät. Allerdings war die Royal Library um einiges attraktiver. Die Lesesäle sind super, wenn man sich in Ruhe konzentrieren möchte. Außerdem gibt es diverse andere Lernmöglichkeiten, die mehr oder wenig leise sind. Im Erdgeschoss befindet sich die Mensa, die vor allem für ihr reichhaltiges Kuchenbuffet berühmt ist (die beste Mensa ist allerdings die der Mathematik Fakultät). Der Keller der Bibliothek wurde erst kürzlich renoviert, um eine Oase der Erholung zu schaffen. Man kann dort etwa kickern, Tischtennis spielen, Boxen, Playstation spielen oder sich in einem Massagesessel massieren lassen. Während man in alle sonstigen Unieinrichtungen mit einer Karte 24 Stunden zutritt hat, hat die Royal Library leider nur von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Das ist meiner Meinung nach aber nur der einzige Nachteil.

Dänisch-Sprachkurse

In den Einführungsveranstaltungen wurde uns nahe gelegt einen Dänisch Sprachkurs bei Laerdansk zu belegen. Man musste eine Art Kaution von umgerechnet 120 Euro hinterlegen, sollte die aber nach erfolgreicher Absolvierung des Sprachkurses wieder zurückbekommen. Nach meiner Anmeldung hörte ich lange nichts, bis mir mitgeteilt wurde, dass ich nun in einem Drei-Jahresprogramm aufgenommen wurde. Bis das richtig gestellt wurde, hatten die Sprachkurse schon längst begonnen und ich hatte keine Möglichkeit später einzusteigen. Allerdings habe ich von einigen Kommilitonen gehört, dass ihnen der Sprachkurs durchaus gefallen hat und sie ihn weiterempfehlen würden. Ich habe dann auf eigene Faust versucht etwas Dänisch zu lernen, was natürlich nur bedingt funktioniert hat. Ich würde daher einen Sprachkurs unbedingt empfehlen. Es ist eine gute Art Land und Leute besser zu verstehen und kennenzulernen.

Leben in Aarhus

Das Studenterhus Aarhus ist eine Uni nahe Einrichtung, die Veranstaltungen organisiert, sowieso kleinere und größere Reisen und in der es ein Café und eine Bar gibt. Ich habe mich direkt am Anfang des Semesters dazu entschieden, dort zu „volunteeren“. Es gibt verschiedene Gruppen, an denen man sich beteiligen kann und ich hatte mich entschieden an der Bar zu arbeiten. Eine der besten Entscheidungen, die ich treffen konnte. Das Team war super nett und bestand zur Hälfte aus Dänen und zur anderen Hälfte aus ausländischen Studierenden. Dort auszuhelfen kann ich nur jedem dringend empfehlen, der noch einmal Leute fernab des eigenen Studiengangs kennenlernen möchte und einen kleinen Einblick in die dänische Trinkkultur erhalten möchte.
Die Stadt Aarhus bietet meiner Meinung nach den perfekten Rahmen für ein Erasmussemester. Es ist die zweitgrößte Stadt Dänemarks. Von seinen knapp 300.000 Einwohnern sind mehr als ein Drittel unter 30. Die Stadt ist klein genug, dass man überall mit dem Fahrrad hinfahren kann (aber Vorsicht: Berge!) und sich zufällig in der Stadt über den Weg läuft, aber groß genug, dass es einem so schnell nicht langweilig wird. Aarhus ist ziemlich weitläufig und wenn man Pech hat, bekommt man ein Studentenwohnheim sehr weit weg von der Uni zugeteilt. Ich würde aber trotzdem jedem empfehlen das Fahrrad zu benutzen. Die Busse sind sehr teuer, es gibt kein Studententicket und sie fahren unter der Woche nur bis 0 Uhr. Die Dänen fahren wirklich bei jedem Wind und Wetter Fahrrad, woran man sich als Neuankömmling eventuell gewöhnen muss. Aber der Regen ist weniger nervig, wenn man auf dem Fahrrad sitzt, als dass man in der Gegend herumsteht und auf den Bus wartet.
Genauso wie die öffentlichen Verkehrsmittel sind auch die Lebenshaltungskosten deutlich höher als in Deutschland. Aber wenn man nur in den günstigeren Supermärkten einkauft und nicht so oft draußen etwas essen geht, dann gewöhnt man sich sehr schnell daran.

Studienfach: Psychologie

Aufenthalsdauer: 08/2018-01/2019

Gastuniversität: Aarhus Universitet

Gastland: Dänemark


Ein paar letzte Tipps

Dänen sind eher zurückhaltender was Kontakte knüpfen angeht, aber wenn man aktiv auf sie zugeht, werden sie danach umso offener. Ein Fahrrad sollte mindestens sieben Gänge haben, sonst wird der Weg auf den Uni Berg sehr lang. Freitagabends immer zu den Friday Bars gehen, die von jeder Fakultät ausgerichtet werden. Und immer und überall nach Studentenrabatten fragen. Es ist überraschend wo es die überall gibt.
Alles in allem kann ich wirklich jedem einen Auslandsaufenthalt in Aarhus nahelegen.

Dänemark

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