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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Aarhus University


Studienfach: M.A. Verwaltungswissenschaften

Aufenthalsdauer: 08/2017 - 12/2017

Gastuniversität: Aarhus University

Gastland: Dänemark

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Informationen zum Erasmus+ Programm

Alle erforderlichen Informationen über das Erasmus+ Programm habe ich im Oktober 2016, also ein dreiviertel Jahr vor dem geplanten Auslandsaufenthalt, auf den Seiten des International Office sowie auf den ausführlichen Informationsveranstaltungen (von Oktober 2016 bis Juni 2017) des International Office erhalten. Insbesondere die Teilnahme an allen angebotenen Informationsveranstaltungen kann ich wärmstens empfehlen, da alle benötigten Informationen sorgfältig und anschaulich aufgearbeitet und später per Mail zur Verfügung gestellt wurden. Darüber hinaus habe ich den Kontakt zu meinen Kommilitonen gesucht, die bereits im Ausland waren.

Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule

Nach der Bewerbung um einen Platz im Erasmus+ Programm sowie nach der Bewerbung um einen Platz an der Universität Aarhus hat die Universität Aarhus per Mail frühzeitig (April 2017) mit mir Kontakt aufgenommen, um meinen Studienaufenthalt in Aarhus zu bestätigen. Das International Center der Universität Aarhus und insbesondere die für mich zuständige Koordinatorin waren äußert kompetent und zügig in der Beantwortung aller Mails. Bereits Anfang Mai 2017 erhielt ich die Begrüßungsmail der Universität Aarhus mit einer Kurzauflistung der nächsten notwendigen Schritte, ersten Informationen zu Unterkünften und Wohnungen sowie eine separate Mail mit den zu wählenden Kursen. Für den Fachbereich Politik in Aarhus ist es wichtig zu wissen, dass nicht der gesamte Kurskatalog für Erasmus-Studierende zur Verfügung steht, sondern eine Auswahl an Kursen. Nach Erhalt der Mail gilt es hier zügig zu antworten, um auch tatsächlich die Kurse belegen zu können, die in den eigenen Schwerpunktbereich fallen (hierzu später mehr). In den Wochen darauf herrschte weiterhin regelmäßiger Kontakt per Mail, insbesondere wurden wertvolle Informationen seitens der Gastuniversität versendet – der pre-arrival guide der Universität Aarhus war sehr hilfreich, da er komprimiert alle wesentlichen Informationen zusammengefasst hatte. Die Vorbereitungen auf das Auslandssemester wurden durch die Vielzahl an ausführlichen und qualitativ hochwertigen Informationen seitens der Gastuniversität erheblich erleichtert und von mir als sehr positiv gewertet.

Bewerbungsunterlagen für die Gasthochschule

Die einzureichenden Bewerbungsunterlagen für die Gastuniversität sind identisch mit den aufgelisteten Unterlagen auf den Seiten des International Office der Universität Potsdam. Der Bewerbungsprozess war durch die Informationsveranstaltungen des International Office, der Koordinatoren des International Office und des eigenen Fachbereiches sehr strukturiert und übersichtlich. Alle erforderlichen Informationen und Unterlagen sind auf der Homepage des International Office zu finden. Die an der Universität Potsdam eingereichten Bewerbungsunterlagen wurden dann an die Universität Aarhus weitergeleitet. Im Anschluss daran musste ich für die Gastuniversität ein Studierendenkonto anlegen und mit den erforderlichen Informationen füllen (z.B. Passfoto hochladen für den Studierendenausweis; Notfallkontakte hinterlegen etc.). Alle einzelnen Schritte der Bewerbung waren gut aufeinander abgestimmt und die erforderlichen Informationen gut zugänglich. Selbstverständlich sollte man sich dennoch viel Zeit für die Bewerbung nehmen, um keine Unterlagen oder Schritte zu vergessen – hierbei war insbesondere die PDF-Datei „Erasmus+ Schritt für Schritt“ der Universität Potsdam hilfreich.

Studium an der Gastuniversität

Studiensystem/Organisation der LV/ Anforderungen/Leistungsbewertung

Das Studiensystem in Dänemark unterscheidet sich kaum von dem in Deutschland – die Universität Aarhus hat das Bachelor und Mastersystem, sodass sich ein Auslandsstudium nahtlos in das eigene Studium einbauen lässt. Die von mir belegten Kurse im Fachbereich Politik/Master sind mit 10 Leistungspunkten versehen und eine Unterrichteinheit dauert im Gegensatz zur Universität Potsdam drei Zeitstunden mit Pausen. Entsprechend sind drei Kurse aus dem Kurskatalog zu wählen, um 30 ECTS zu erreichen. Zu meiner Unwissenheit habe ich mich an der Universität Aarhus beworben, da diese eine der besten Universitäten weltweit für Verwaltungswissenschaft ist. Hier ist jedoch Obacht geboten – eine wirklich freie Wahl an Kursen aus dem Kurskatalog ist für Erasmus-Studierende nicht möglich! Frühzeitig vor Start des Auslandssemesters wird durch das International Center eine Mail mit allen Kursen versendet, aus denen man drei wählen kann. Die Auswahl begrenzte sich auf neun verschiedene Kurse (einer davon verpflichtend), die ausschließlich im Bereich Politik angesiedelt waren. Im Bereich Politik ist für alle Erasmus-Studierenden der Kurs „Danish Politics“ verpflichtend zu belegen, sodass die Wahlmöglichkeit auf zwei Kurse beschränkt wird. Dies war und ist für mich ein absoluter Nachteil, da die angebotenen Kurse nicht zwangsläufig in meine Studieninteressen gefallen sind. Durch die recht offen gestaltete Prüfungsordnung Verwaltungswissenschaften 2016 kann ich mir dennoch alle Kurse anrechnen lassen.
Die Organisation der Lehrveranstaltungen an der Gastuniversität ist gut durchdacht, die Kurse schneiden sich zeitlich nicht, sodass ein reibungsloser Stundenplan garantiert ist. Der Studienaufwand im Bereich Politik ist im Vergleich zu anderen Fachbereichen an der Universität Aarhus und im Vergleich zur Universität Potsdam sehr hoch – dies kann aber mit den gewählten Kursen variieren. Insbesondere der wöchentliche Leseaufwand von ca. 15 Texten ist ungewohnt und die wöchentliche Beantwortung von Lesefragen und hat mich über das gesamte Semester hinweg (durchaus negativ) unter Druck gesetzt. Vorträge und andere zu erbringende Studienleistungen (abgesehen von den Prüfungen) unterscheiden sich nicht maßgeblich von den zu erbringenden Leistungen in Potsdam – insbesondere Vorträge, Feedbacks oder kürzere schriftliche Hausarbeiten zu Übungszwecken und Essays sind zu erwarten. Die Anforderungen in den Kursen sind vergleichbar mit denen an der Universität Potsdam. Die regelmäßige Teilnahme an den Kursen ist verpflichtend und Anwesenheitslisten werden streng geführt – mehr als zweimal Fehlen an einer Lehrveranstaltung führt zu einer Verwarnung, die bereits eine gesonderte Prüfungsform nach sich ziehen kann.
Die Lehre an der Universität Aarhus betrachte ich differenziert nach Lehrpersonen als überwiegend gut. Die Veranstaltungen sind bereits im Vorfeld streng durchdacht, die Leselisten und zu kaufenden Bücher/Compendien zugänglich und die erforderlichen Leistungen transparent. Es ist nicht zu erwarten, dass das Lern- und Leistungsklima für die Erasmus-Studierenden im Vergleich zu den Studierenden vor Ort herabgesetzt wird, durch vorgezogene Prüfungen für die internationalen Studierenden wurde es teilweise noch verschärft. Die Unterrichtseinheiten werden weitestgehend abwechslungsreich durch einen Mix von Methoden gestaltet – Vorträge, Gruppenarbeiten, Diskussionen, Einzelarbeiten und Vorträge durch die Dozenten haben sich meist gut die Waage gehalten und den Unterricht gut gestaltet. Die Lehrsprache in allen Kursen war Englisch, das Niveau der Dozenten und Studierenden weitestgehend hoch, sodass man als internationaler Studierender die eigenen Sprachkenntnisse gut verbessern kann. Dies wird auch durch die Vielzahl an zu lesenden Texten verstärkt sowie durch die Diskussionsrunden und Gruppenarbeiten aber auch die einzureichenden Kurzhausarbeiten und Essays während des Semesters.
Die Prüfungsformen unterscheiden sich von den mir bekannten Prüfungsformen an der Universität Potsdam. Ich hatte zwei mündliche Prüfungen sowie ein Take-Home-Assignment (eine Hausarbeit von 10 Seiten für die man 7 Tage Zeit hat).
Die Benotung unterscheidet sich von der Notenskala in Deutschland. Es gibt eine 7-Punkte Skala, wobei 12 Punkte die Bestnote sind und  0 die schlechteste Note. 12 Punkte sind in Dänemark sehr schwer zu erreichen, die durchschnittlich vergebene Note sind 7 Punkte, was in Deutschland mit einer 2,3-2,7 umgerechnet wird. Mit sehr viel Lern- und Zeitaufwand habe ich meine mündlichen Prüfungen mit jeweils 10 Punkten abgeschnitten, was insgesamt über dem Leistungsschnitt der Studierenden lag. Für die Endnote zählt, anders als in Potsdam, ausschließlich die Prüfungsnote. Alle anderen während des Semesters erbrachten Leistungen sind notwendig, um zur Prüfung zugelassen zu werden, werden aber nicht in der Endnote berücksichtigt. Die Prüfungen für die Erasmus-Studierenden, im Gegensatz zu den Studierenden vor Ort, im Fachbereich Politik haben direkt nach der letzten Unterrichtswoche angefangen, damit wir endgültig vor Weihnachten abreisen können. Dies war zwar in der Theorie nett gedacht, zog aber insbesondere in den letzten Wochen eine Vielzahl an Doppelsitzungen (und damit doppelter Lektüre bis zu 25 Texten in einer Woche), Zeitaufwand und Unterrichtseinheiten an Samstagen nach sich. Der wöchentliche Zeitaufwand nur für das Vor- und Nachbereiten der Sitzungen, das Lesen der Lektüre sowie der Prüfungsvorbereitungen haben sich insbesondere in den letzten sechs Wochen des Aufenthaltes enorm verschärft – Arbeitswochen von bis zu 70 Wochenstunden ohne Wochenenden wurden leider für viele Erasmus-Studierende in Aarhus im Fachbereich Politik zur Normalität.

Studienklima

Das Studienklima unter den Erasmus-Studierenden war weitestgehend gut. Jedoch sollte man Erfahrungen anderer Kommilitonen aus deren Auslandssemestern nicht als Vergleichsgrundlage heranziehen, da sich Aarhus als eine Eliteuniversität versteht und man sich darauf einstellen muss, dass sich der Großteil des Aufenthaltes tatsächlich um das Studieren dreht. Der meiste Kontakt zu anderen Studierenden beschränkte sich leider auf andere internationale Studierende des Fachbereiches, mit dortigen Studierenden ist man eher weniger in Kontakt getreten, nichtsdestotrotz wir gleiche Seminare belegt hatten. Dennoch war das Studienklima überwiegend positiv und kooperativ. Insbesondere die Prüfungsphase veränderte jedoch das Studienklima erheblich, da alle Studierenden unter starkem Leistungs- und Lerndruck standen.

Betreuung durch dortige Studenten/Verwaltungsmitarbeiter/Dozenten

Eine wirkliche Betreuung durch dortige Studierende fand nicht statt. Jeder Erasmus-Studierende hat zwar einen Mentor zur Seite gestellt bekommen, die individuelle Betreuung hingegen war stark personenabhängig – bei mir bis auf zwei Mails nicht vorhanden. Die Betreuung durch die Verwaltung war durchweg organisiert und äußert positiv. Bereits nach der Ankunft an der Universität wurde ein umfangreiches Begrüßungspaket mit wertvollen Informationen und Begrüßungsgeschenken seitens der Uni ausgehändigt; die Einführungswoche war informativ und abwechslungsreich und die Prüfungsorganisation sehr geordnet. Die Betreuung durch die Dozierenden beschränkte sich weitestgehend auf die Seminare – eine persönliche Betreuung darüber hinweg fand nicht statt. Jedoch zeigten einige Dozenten Interesse an den Freizeitaktivitäten der Studierenden und gaben Reise- und Besuchshinweise für Aarhus und für Dänemark.
Einen Großteil der Betreuung in der Freizeit wurde durch das Studenterhus Aarhus organisiert, die mit vielen Angeboten, Partys oder Tagesausflügen eine weitestgehend positive Arbeit geleistet haben.

Technische Ausstattung/Öffnungszeiten von Bibliotheken/Computerpools

Die technische Ausstattung der Universität Aarhus ist lobenswert. Die Internetseiten der Uni sind gut aufgearbeitet, aktuell und übersichtlich. Die täglich zu nutzenden Portale wie Blackboard, Wiseflow oder PostAU funktionieren gut und der Großteil der Kommunikation zwischen den Dozierenden und den Studierenden außerhalb der Seminare findet transparent auf Blackboard statt. Schwer zugängliche Literatur wird im Regelfall auf Blackboard zur Verfügung gestellt, die andere benötigte Literatur ist entweder in einem Compendium zu kaufen (im Rahmen der Einführungswoche möglich, hier zuvor Seminarbeschreibung sorgfältig lesen) oder auf im Internet über die Seiten der Bibliothek selbst herunterzuladen (letzteres ist der Regelfall). Die Bibliotheken (Königliche Bibliothek Aarhus und Fachbereichsbibliothek) warten mit einer Unzahl an Fachliteratur in verschiedenen Sprachen auf, wenngleich das Ausleihesystem von Büchern im Vergleich zu Potsdam zuerst ungewohnt erscheint (Das eigene Ausleihen von Büchern war bei mir nicht notwendig. Die Literatur wurde wie oben beschrieben zur Verfügung gestellt.) Im Rahmen der Einführungswoche gab es auch einen Einführung in die Bibliotheken, sodass die spätere Arbeit erheblich erleichtert wurde. Die Bibliotheken sind größtenteils modern und mit vielen Computerarbeitsplätzen ausgestattet, sodass man sich den ganzen Tag aufhalten kann. Die Hauptbibliothek wartet zudem mit einer beeindruckenden Kantine und einem gut genutzten Freizeitbereich auf, der insbesondere Massagestühle, Playstations, Tischkicker und Ruhezonen bereitstellt. Dies habe ich sehr gerne genutzt. Die Öffnungszeiten der Hauptbibliothek sind im Vergleich zu Potsdam ungewohnt kurz und am Sonntag geschlossen. Eine aktivierte Studierendenkarte kann aber zum Öffnen der Türen der Fachbereichsbibliothek genutzt werden, sodass auch hier am Abend oder am Wochenende gearbeitet werden kann. Die Fachbereichsbibliothek wartet mit Arbeitsecken für Gruppenarbeiten mit großen Monitoren und einer kleinen Teeküche auf, was positiv zu sehen ist. Beide Bibliotheken haben einige stationäre Computer, einen wirklichen Computerpool habe ich nicht gesehen bzw. genutzt, da alle Plätze in den Bibliotheken Stromanschlüsse für eigene Geräte haben. Die Internetverbindung war auf dem ganzen Campus durch WLAN gegeben.
Die technische Ausstattung in den Seminarräumen und Vorlesungssälen entspricht dem technischen Standard. Stationäre Computer, Beamer, ausreichend Stromanschlüsse etc. garantieren einen reibungslosen technischen Ablauf des Unterrichts.
Erwähnenswert ist im Vergleich zur Universität Potsdam auch, dass in allen Kantinen, Cafés und Bibliotheken problemlos mit Kreditkarte gezahlt werden kann.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Wie bereits beschrieben beschränkte sich der Großteil der Kontakte auf internationale Studierende, die man in der Einführungswoche kennengelernt hat und mit denen man zusammen studiert hat. Der Kontakt zu einheimischen Studierenden gab es zwar in den gemischten Seminaren – privater Kontakt stellte sich bis auf wenige Ausnahmen eher nicht her.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Die Sprachkompetenz wird vor und nach dem Auslandsaufenthalt durch einen Sprachtest überprüft. Meine Sprachkompetenz hat sich gefestigt und verbessert. Die Lehre und Literatur ist ausschließlich auf Englisch, sodass die tägliche Anwendung der Sprache trainiert wird.
Über Laerdansk ist es zudem möglich, einen gratis Einsteigerkurs in der dänischen Sprache zu belegen. Dies habe ich bereits am Anfang des Semesters aufgrund der Vielzahl an zu lesender Fachliteratur für die Seminare aufgeben müssen, was ich sehr bedauere.

Wohn-  und Lebenssituation

Wann und wie Unterkunft  gefunden

Ich habe Aarhus als eine sehr lebenswerte und insbesondere erstaunlich vielseitige Stadt kennengelernt. Da die Universität Aarhus keinen Wohnheimplatz zur Verfügung stellen konnte, musste ich mir, eher ungewollt, eine Privatwohnung suchen. Dies ist nicht unbedingt einfach, da die Mieten in Aarhus sehr hoch sind und man um wenig vorhandenen freien Wohnraum konkurriert. Die Universität Aarhus hat frühzeitig (Anfang Juni 2017) mitgeteilt, dass ich keinen Wohnheimplatz bekomme. Wichtig ist, sich sofort nach Erhalt dieser Mail auf die Suche nach einer Wohnung zu begeben. In dieser Mail waren weiterführende Informationen zur Wohnungssuche enthalten – erste Links und Ansprechpartner finden sich bereits hier. Diese Ansprechpartner habe ich zuerst per Mail kontaktiert aber bis heute keine Antwort erhalten. Ich habe mich dann auf die Internetrecherche begeben und mich kostenpflichtig (ca. 30 Euro/Monat) bei boliportal angemeldet. Hier habe ich ca. 30 Mails verschickt und insgesamt nur drei Antworten bekommen. Eine Wohnung daraus ist es dann auch geworden, sodass ich das Zimmer bereits Ende Juni 2017 fest angemietet hatte. Eine weitere Möglichkeit ist es auch, sich auf verschiedenen Facebookseiten anzumelden. Meine Erfahrung war aber, dass hier die Wohnungsangebote eher kurzfristig und recht spät eingestellt wurden. Die Universität wird extra für alle internationalen Studierenden des Semesters eine eigene Facebookseite einrichten, auf der viele Informationen herumgeschickt werden. Hier besteht auch die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen.

Besonderheiten bei Unterbringung/Miete

In Aarhus bietet es sich an zentrumsnah oder nah zur Universität zu wohnen. Meine Wohnung hat sich im Norden der Stadt mit etwa 10 Minuten Entfernung (per Fahrrad) von dem Campus befunden. Meine Unterbringung hat sich leider als größte Herausforderung für mich herausgestellt, da sich die Wohnung in einem unmöglichen hygienischen Zustand befand, worauf man sich gegebenenfalls im Vorfeld einstellen sollte. Mein Zimmer war mit etwa 10 Quadratmetern ausreichend und die monatliche Miete lag mit 365 Euro eher im unteren Mietdurchschnitt im Vergleich zu meinen Mitstudierenden. In der Miete enthalten war mein Zimmer, die Benutzung von Küche und Bad sowie Waschmaschine und WLAN.

Öffentliche Verkehrsmittel

Am kostengünstigsten ist es, auf das Fahrrad umzusteigen. Die Fahrradwege in Aarhus sind phänomenal gut ausgebaut. Zu beachten ist aber, dass Aarhus sehr hügelig ist (!). Mitunter ist es wirklich anstrengend von A nach B zu kommen. Zudem sollte man sich unbedingt wetterfeste Kleidung besorgen – insbesondere Regenhose, Regenjacke und Helm sind zu empfehlen. Das Fahrrad sollte gut gewartet sein, fehlende Lichter werden von der Polizei teuer in Rechnung gestellt.
Weitere öffentliche Verkehrsmittel sind Letbanen (Straßenbahn) und Busse. Die Straßenbahn hat nur eine Linie vom Zentrum in den Norden. Die Buslinien sind gut ausgebaut, Überlandbusse gibt es auch. Eine einfache Busfahrt kostet 20 Dänische Kronen, was etwa 2,70 Euro entspricht. Eine Monatskarte kostet je nach Extras und Fahrzeiten etwa 50 Euro, was ich nicht genutzt habe.
Größtenteils bin ich mit dem Fahrrad gefahren – ich habe mein eigenes Fahrrad mitgebracht, der Kauf oder die Miete eines gebrauchten Fahrrades stellt sich aber in Aarhus als Fahrradstadt sehr einfach dar. Hier bieten sich Facebookseiten, Fahrradläden etc. an.

Bankgeschäfte

In Dänemark ist die Währung die Dänische Krone. Es sollte darauf geachtet werden, dass das man Onlinebanking eingerichtet hat, welches Überweisungen in das Ausland in einer anderen Währung ermöglicht. Je nach Bank fallen bei Überweisungen in anderen Währungen Gebühren an, bei mir etwa 15 Euro pro Überweisung (Konto bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse). Das Bezahlen vor Ort findet größtenteils per Kreditkarte statt, ein Limit von 1000 Euro pro Monat sollte die Karte mindestens haben. Für die meisten Transaktionen mit der Kreditkarte werden kleine Gebühren im Centbereich erhoben, das Abheben von Bargeld in Fremdwährung kostet hingegen je nach abgehobenem Geldbetrag viel Geld (nicht empfehlenswert). Derzeit würde ich die Eröffnung eines Kontos mit Kreditkarte und Onlinebanking bei der DKB empfehlen, da meine Kommilitonen mit diesem Kontomodell alle Gebühren (ob beim Abheben oder beim Bezahlen mit der Kreditkarte) zurückerstattet bekommen haben – das wusste ich leider im Vorfeld nicht.

Krankenversicherung

Eine Kombiversicherung (Krankenversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung & Unterbrechungsversicherung) habe ich im Vorfeld des Aufenthaltes für den gesamten Zeitraum des Aufenthaltes über die ERV abgeschlossen. Die Kosten hierfür lagen bei insgesamt 110 Euro. Die Krankenversicherung in Dänemark erhält man aber auch mit der Anmeldung beim Einwohnermeldeamt (wird in der Einführungswoche gemacht). Nach etwa einem Monat erhält man postalisch die gelbe Versicherungskarte, mit dem man gratis versichert ist.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in Dänemark sind wesentlich höher als in Deutschland. Zu beachten ist, dass das Erasmus-Stipendium alleine nicht zur Kostendeckung ausreichen wird – bei Glück reicht es, um die Miete abzudecken. Im Bestfall ist hier mit 350 bis 450 Euro monatlich zu rechnen, wobei viele Kommilitonen auch mehr Miete gezahlt haben. Insbesondere die Kosten für Nahrungsmittel, Süßigkeiten  und alkoholische Getränke sind ungewohnt hoch. Ein günstiger Wocheneinkauf liegt bei minimal 30 Euro. 40 bis 50 Euro pro Woche sind eher die Regel. Abendliche Restaurantbesuche (Minimum pro Person pro Essen 25 bis 35 Euro) oder Cocktailtouren durch die Stadt werden wohl eher die Ausnahme bleiben. Zu empfehlen ist daher der Streetfoodmarkt in Aarhus (Essen circa 10 bis 15 Euro), Schnellrestaurants (10 bis 15 Euro), das Essen in der Königlichen Bibliothek (je nach Tellergröße 4 bis 7 Euro), Abendessen bei Ikea (5 Euro) oder natürlich selbst kochen. Für den Verzehr von alkoholischen Getränken empfiehlt sich die Mitgliedschaft im Studenterhus Aarhus, die im Angebot bei 99 Dänischen Kronen liegt (circa 13 Euro). Das günstigste Bier kostet mit der Mitgliedschaft 20 Kronen, alle anderen Getränke werden um 20 Prozent reduziert. Dies lohnt sich im Übrigen auch für Ausflüge und Partys, die das Studenterhus organisiert (z.B. Legoland). Anderweitige Einkäufe (Kleidung, Kino) sind etwas teurer als in Deutschland.

Freizeitangebote

Aarhus wird auch die kleinste Großstadt der Welt genannt. Ich finde, dass dieses Sprichwort sehr gut zutrifft, da die Stadt unheimlich vielseitig und schön ist. In der (bei mir eher überschaubaren) Freizeit sollte die Stadt unbedingt erkundet werden. Die Strände im Norden und Süden laden zum Verweilen und Spazieren ein (unbedingt nach Walen und Seesternen Ausschau halten), Wälder und Freizeitparks außerhalb der Stadt sind gut zum Wandern, Mountainbiking und Fahrrad fahren. In der Stadt selbst gibt es gratis Stadttouren, die Hafenfront mit großer Bibliothek und neuem Wohnkomplex mit Eisberg und beeindruckender Architektur lädt immer wieder zum Staunen ein. Nur fünf Minuten zu Fuß ist man bereits in der historischen Altstadt mit vielen erhaltenen alten Häusern, Dom und Wikingergeschichte. Wunderschöne Shoppingstraßen laden zum Flanieren und Schaufensterbummeln ein, Kaffee kann man am Kanal genießen, der die Stadt durchzieht, oder auf dem Dach des Salling mit Blick über die Stadt. Eine Vielzahl an hervorragenden Museen laden zum Besuch ein (Eintritte sind meistens teuer aber es gab als Ankunftsgeschenk durch die Stadt Rabattkarten) und sollten auch unbedingt besucht werden. Insbesondere das Kunstmuseum ARoS mit Regenbogenpanorama über die ganze Stadt, Den Gamle By – eine historische Stadt in der Stadt oder das Moesgaard Museum im Süden der Stadt kann ich wärmstens empfehlen. Schön ist auch ein Ausflug in den Deerpark im Süden der Stadt, wo man mit Äpfeln und Rüben Rehe füttern kann (Rüben und Äpfel selbst mitbringen, Eintritt frei). Auch das Sommerschloss der Königin, Mindeparken mit Ausblick auf das Meer, ein Besuch im Tivoli Aarhus oder im Fußballstadium sollte man sich nicht entgehen lassen. Abends und am Wochenende wartet die Stadt mit vielen urigen Kneipen und Bars aber auch mit vielen Möglichkeiten zum Feiern auf. Zu Beginn des Semesters wurde sogar eine große Begrüßungsfeier für alle Studierenden durch die Stadt organisiert. Zum Trinken und Feiern empfehlen sich die vom Studenterhus organisierten Partys wie die International Night (jeden Woche), aber auch das Oktoberfest, Halloween oder J-Day (Weihnachtsbier). Die Kneipe im Studenterhus wartet mit vielen Biersorten auf und ist sehr gemütlich (hier kann ich die Teilnahme an einem Biertasting empfehlen). Jeden Freitag öffnen an allen Campi die Freitagsbars, bei denen man gesellig Bier trinken kann.
Das Studenterhus bietet zudem verschiedene Ausflüge an (z.B. Legoland, Skagen, Kajak), die erschwinglich sind und dazu einladen, das Land besser kennenzulernen.
Die Ferienwoche im Semester würde ich wärmstens zum Bereisen des Landes oder anderer skandinavischer Länder empfehlen. Züge, Flixbusse und Fähren fahren mehrmals täglich nach Kopenhagen, es gibt aber auch Fähren nach Norwegen und Schweden, die gut erschwinglich in. In einer Gruppe lohnt es sich auch, ein Auto zu mieten und Tagesausflüge zu machen. Ich selbst habe eine Autorundreise an der Westküste Dänemarks bis in den Norden und mit der Fähre nach Göteborg in Schweden unternommen, was sehr schön war. Tagesausflüge lohnen sich nach Skagen und an die Wanderdünen, nach Horsens (Gefängnismuseum sehr sehenswert), nach Vejle, nach Ebeltoft (Fregatte sehenswert), nach Grenaa in das Meeresmuseum, nach Alborg, dringend nach Silkeborg und die „höchsten Berge von Dänemark“ (tolle Aussicht in das Umland) und nach Viborg und die Moenstaed Kalkgruben. Für entferntere Ziele, insbesondere an die Westküste oder nach Kopenhagen empfiehlt sich ein Wochenende.

Besondere gute oder  weniger gute Erfahrungen

Für mich war das Auslandssemester ein auf und ab an Erfahrungen. Die Stadt und das Land sowie die Menschen, die ich in Aarhus kennengelernt habe, sind mir sehr an Herz gewachsen. Die Universität und die Arbeitsleistungen waren eine große Herausforderung. Insbesondere der Leseaufwand während des ganzen Semesters war für mich eindeutig zu viel und eine negative Erfahrung. Die Kurse und der Unterricht an der Uni waren weitestgehend gut. Die Prüfungen am Ende des Semesters waren mit einem enormen Lernaufwand und Zeitdruck verbunden, da alle Prüfungen bereits vor Weihnachten abgeschlossen wurden. Es ist unheimlich schwer, 12 Punkte in den Prüfungen zu bekommen – ich denke 7 oder 10 Punkte sind aber machbar, wenn man gut gelernt hat. Schade ist auch, dass ich in der Freizeit wenig Kontakt zu dänischen Studierenden hatte – dies lag aber auch an der Untätigkeit meiner Buddy-Partnerin.
Sehr gute Erfahrungen habe ich mit der Verwaltung und dem Studenterhus gemacht. Hier ist weitestgehend Verlass auf eine professionelle und zügige Hilfe einerseits und auf tolle Partys und Ausflüge andererseits.

Sonstige  Hinweise

Ich habe schnell gelernt, dass ein Auslandssemester in Aarhus nicht unbedingt mit den Erzählungen von Kommilitonen über deren Auslandssemester übereinstimmt. Wenn ihr im Fachbereich Politik in Aarhus studiert, dann wird das Semester viel Arbeit bedeuten, sofern ihr alle Aufgaben gewissenhaft erledigt. Teilt euch eure Zeit gut ein, schafft euch bewusst Pausen und geht raus, wenn die Sonne scheint.
 

Studienfach: M.A. Verwaltungswissenschaften

Aufenthalsdauer: 08/2017 - 12/2017

Gastuniversität: Aarhus University

Gastland: Dänemark


Rückblick

Je nach Studiengang kann das Auslandssemester in Aarhus sehr anstrengend und kräftezehrend sein, wenn man das Studium ernst nimmt. Trotz der Masse an Literatur und Arbeit empfehle ich dennoch, die Stadt und das Land zu genießen und sich bewusst Freizeit und Pausen zu schaffen. Das Fahrradfahren hat mich unheimlich gut getan, um den Kopf frei zu bekommen und sich auszupowern. Einen Helm und wetterfeste Kleidung würde ich unbedingt mitbringen, da das Wetter oft nicht so mitspielt! Die Sportangebote seitens der Uni sind eher mäßig aber es gibt viele Fitnessstudios in Aarhus. Mir haben kleine Arbeitsgruppen geholfen, um mich auf die Prüfungen vorzubereiten und die Literatur während des Semesters zu besprechen. Der Campus bietet viele Möglichkeiten, um sich zu entspannen – ob am Teich, durch einen Spaziergang, auf einen Kaffee in einem des Cafés oder in den Massagestühlen in der Bibliothek. Das Wetter habe ich nicht sehr viel anders empfunden, als den Herbst und Winter in Deutschland. Es gab kaum Schnee, da Aarhus direkt am Meer liegt. Es regnet öfters, weshalb Regenhose, Gummistiefelschuhe, Regenjacke und Humor zu empfehlen sind. Im Winter empfehle ich gute Winterkleidung. Es wird zwar nicht sehr kalt, aber der Wind fühlt sich extrem kalt an und macht das Fahrradfahren oft zu einer Herausforderung. Die Wohnsituation kann gut oder schlecht sein. Bei letzterem gilt es meistens durchzuhalten (ob privat oder im Studentenwohnheim), da ein Wechsel während des Semesters kaum zu machen ist. Ein schriftlicher Mietvertrag ist dringend notwendig und muss bei der Anmeldung in der Stadt vorgelegt werden. Wichtig ist es, alle Mails gründlich zu lesen und vollständig an der Einführungswoche teilzunehmen, um alle wichtigen Informationen zu bekommen. Anschluss an andere Mitstudierende findet sich sehr einfach durch die Einführungswoche und die Kurse.

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