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Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Ich habe ein Erasmus Semester an der Aarhus Universität in Jütland, Dänemark verbracht. Erasmus ermöglicht auf relativ einfachem Weg ein wunderbares Auslandssemester. Informiert euch unbedingt über alle Fristen und Dokumente, und auch ganz am Anfang, ob die Uni generell zu euch passt. Ich wusste, ich brauche eine organisierte skandinavische Uni, mit südländischem Charme komme ich nicht zurecht. Die Bewerbungsunterlagen für Aarhus erfordern keinen großen Aufwand, ihr braucht die üblichen Unterlagen, die dann im Self-Service Account hochgeladen werden. Ich habe mir zu Beginn Sorgen wegen des Englisch Niveaus gemacht, das war aber alles gar kein Problem. Trotzdem würde ich jedem empfehlen vorher einen Unicert Englisch Kurs an der Uni zu machen, dann bekommt ihr schon mal etwas Übung im Sprechen und fühlt euch zu Beginn sicher.

Die AU nimmt rechtzeitig Kontakt mit allen Internationals auf und schickt regelmäßig Mails mit nötigen Informationen, Tipps und Fristen. Auch bei der Ankunft erhaltet ihr noch mal alle nötigen Dokumente mit allen Informationen und werdet auch genau vorbereitet, wann man wo sein muss. Selbst für den Campus gibt es eine eigene App, die dabei hilft die Gebäude zu finden, in den man die Kurse hat!

 


Studienfach: European Studies (Soziologie / Geschichte)

Aufenthalsdauer: 01/2018-06/2018

Gastuniversität: Aarhus University

Gastland: Dänemark

Studium an der Gastuniversität

Der Studienalltag in Aarhus ist einfach super. Ich habe noch nie eine so gut ausgestattete Universität erlebt. Es gibt so viele Bibliotheken, aber die Royal Danish Library ist die größte und beste! Es gibt unheimlich viele Aufenthaltsmöglichkeiten, für Gruppen-, und Einzelarbeiten. Abgesehen von der Ausstattung (viele Lesesäle, große Buchauswahl, Drucker, Computer usw.) gibt es auch eine super Kantine, in der es relativ günstig (für Dänemark ,  4,60€)  Buffett-teller und auch Cafe gibt.
Ich habe für das Semester drei Kurse belegt. Zuerst war ich aufgrund der Themenauswahl etwas verunsichert. Auch weil ich normalerweise Soziologie und Geschichte studiere, das gab es aber nicht in Englisch und daher habe ich Kurse für European Studies gewählt. Rückblickend waren das wohl die besten Kurse, die ich in meinem Studium je hatte. Eigentlich waren sie als Seminar angegeben, ähnelten aber doch eher einer Vorlesung. Das war aber super interessant und hat, aufgrund der netten und witzigen Dozenten, viel Spaß gemacht. Letztendlich waren die Themen dann auch passend zu meinem Studiengang in Potsdam. Das Kurssystem hier ist etwas anders als in Deutschland, ein Kurs a 10 ECTS hat 3 Stunden pro Woche, was anfangs  anstrengend ist, aber es lohnt sich. Man kann viel vertiefender an einem Thema arbeiten und mit ein oder zwei kleinen Pausen je Kurs hält man die lange Zeit auch durch. Auch hier punktet Aarhus mit einer guten Studienorganisation, es besteht enger Kontakt über die Plattform ‚Blackboard‘ mit den Dozenten und falls man mal krank wird o.ä. schreibt man einfach eine kurze Mail. Krankenbescheinigungen werden nicht verlangt, denn das dänische System beruht auf einer großen Menge Basis-Vertrauen. Auch das Klima ist entspannt. Die Kurse sind klein und sehr vertraulich. In meinen Kursen waren auch viele Internationals, sodass es noch mal ein bisschen lustiger war. Ich habe dabei viel über Dänemark gelernt, da die Dozenten auch in den Pausen mit uns gequatscht haben. Bei Problemen zu Examen, Präsentationen usw. war waren die Dozenten auch immer hilfreich und die jeweiligen zuständigen Fachbüros antworten auch immer schnell und kümmern sich darum eine passende Lösung für jeden zu finden. In der Prüfungsphase war bei vielen Stress angesagt, aber in den Geisteswissenschaften gibt es take-home Prüfungen, die definitiv machbar sind! Auch bei meiner mündlichen Prüfung lief alles glatt, weil letztendlich versuchen die Prüfer doch immer zu helfen.
Zu Anfang zu empfehlen ist jedenfalls: bringt die Dokumente und Fotos/Dateien mit, die ihr mitbringen sollt. Kopien und Passfotos sind unnötig teuer zu bekommen.

Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Wie mir vorher von Freunden berichtet wurde, die schon Erasmus gemacht haben, läuft es doch meistens darauf hinaus, dass man sehr viele internationale Freunde hat. Für mich war das gar kein Problem, denn für mich war der wichtige Punkt ja das English, und das spricht in Aarhus jeder Däne und alle Internationals gleichermaßen. Viele Charaktereigenschaften, die man von Dänen hört, haben sich hier jedenfalls bestätigt. Harte Schale, weicher Kern. Bis man aber den Kern erreicht dauert es sehr lange. Auf den ersten Blick sind die Einheimischen hier sehr freundlich, offen und hilfsbereit. Was die Kommunikationsbereitschaft angeht, stößt man manchmal auf Schwierigkeiten, denn so einfach ist es nicht mit einem Dänen eine tiefgründige Konversation zu führen. Meist plätschert man nur so an der Oberfläche. Insgesamt habe ich vielleicht 98% Internationals näher kennengelernt und der kleine Rest war dann dänisch.
Auch wenn ihr euch zu Anfang sorgt oder schwertut neue Menschen kennen zu lernen: jeder sucht am Anfang Freunde. Das gehört dazu und es wirklich leichter als gedacht. Nur was die Dänen betrifft, muss man sich eben etwas mehr anstrengen. 

Sprachkenntnisse vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Englisch hat sich in dieser Zeit sehr viel verbessert, zumindest was das Sprechen und den Ausdruck angeht. Da ich vorher zwei Englisch-Kurse in der Uni belegt habe, war ich ganz sicher, dass das klappt. Es war auch wirklich einfacher als gedacht. Nach den ersten Wochen hat man sich ganz darauf eingestellt und auch das Level in den Kursen war sehr gut. Die Dozenten sind da auch sehr verständnisvoll. Und ehrlich gesagt stelle ich nun am Ende fest; Englisch ist so wunderbar einfach im Vergleich zu Deutsch! Was Dänisch angeht, habe ich meine Kenntnisse kaum verbessert. Die meisten hier nehmen an den bisher kostenlosen dänisch Kursen von LærDansk teil. Ich musste den Kurs aber aufgrund einer Verletzung abbrechen. Allerdings ist das eine gute Sache und man sollte davon auf jeden Fall profitieren!

Wohn- und Lebenssituation

Da ich im Frühlings-/ bzw. Sommersemester nach Aarhus gegangen bin (weniger Internationals als im Wintersemester) haben 99% von uns einen Wohnheimsplatz durch AU Housing angeboten bekommen. Je nach Zufallsverteilung befinden sich die Unterkünfte in kurzer oder weiterer Entfernung zur Uni. Allerdings ist hier praktisch alles mit dem Rad zu erfahren und daher in Ordnung. Notfalls nutzt man die Öffentlichen, die in Aarhus, zumindest was die Busse betrifft, sehr gut ausgebaut sind. Dieses Jahr wird dann auch endlich das umfangreiche Tramnetz fertiggestellt. Bei der Miete im Wohnheim muss man schon mit 380-450€ rechnen. Rechnet auch mit einer hohen Kaution um die 1000€. Auf dem freien Wohnungsmarkt ist es deutlich mehr, da geht nichts unter 500€. Wie von der Uni auch empfohlen, habe ich mir eine Zusatzkrankenversicherung abgeschlossen, die ich allerdings nicht genutzt habe. In Dänemark sind sowohl Residenten als auch Staatsbürger über eine Bürgerversicherungsnummer ausreichend versichert. Medikamente werden rabattiert selbst bezahlt, aber Arzt usw. ist kostenlos. Das musste ich auch in Anspruch nehmen, denn ich habe mir in der Mitte der Zeit den Fuß gebrochen. Die Behandlung an sich war gut und ich musste außer den Medikamenten nichts dazu bezahlen. Allerdings dauert es ca. 1 Monat bis man seine Bürgernummer erhält und bis dahin sollte man auf jeden Fall eine Auslandskrankenversicherung abschließen.
Was das Leben in Dänemark angeht: ja, es ist so teuer wie ihr denkt. Ich habe im Monat ungefähr 1000€-1200€ inklusive Miete ausgegeben. Lebensmittel kann man sich ganz gut einteilen und günstige Preise finden. Essen gehen in Restaurants macht man eher selten, dafür gibt es aber Street Food und ein paar Studentenfreundliche Kebab und Pizzaläden, die sogar Studentenrabatt geben. Generell gibt es viel Rabatt als Student und sehr viele Freizeitangebote sind kostenlos. Besonders Mühe gibt sich das ‚Studenterhus‘, die mindestens einmal die Woche die International Night organisieren, sowie diverse andere Angebote wie den Second Bazar usw. organisieren. Langweilen werdet ihr euch nicht! Auch wenn Dänemark klein ist, gibt es genug viele schöne, hyggelige dänische Städte zu sehen (Horsens, Vejle, Odense, Kopenhagen, Roskilde …). Diverse Rabatte und Jahreskarten gibt es auch überall, zum Beispiel für das Kunstmuseum.

Studienfach: European Studies (Soziologie / Geschichte)

Aufenthalsdauer: 01/2018-06/2018

Gastuniversität: Aarhus University

Gastland: Dänemark


Rückblick

Insgesamt war dieses Semester in Aarhus wohl eins der besten, die man an einer Universität haben kann. Ich habe so viele besondere Menschen kennengelernt, auf die ich sonst niemals gestoßen wäre. Die Universität Aarhus gibt sich einfach die beste Mühe und alle universitären Einrichtungen sind bestens ausgestattet und man merkt, dass den Dänen Bildung echt etwas wert ist. Das sogenannte ‚hygge‘ merkt man definitiv überall und es hat so seine Vor- und Nachteile. Hygge beim Arzt und im Krankenhaus sollte verboten werden. In vielen anderen Lebensbereichen macht es jedenfalls Sinn und macht den Alltag entspannter. Ich jedenfalls habe angefangen mein Leben etwas einfacher zu betrachten und dabei hat Dänemark mir sehr geholfen. Obwohl Aarhus nicht weit von Deutschland ist, war ich nicht einmal zu Hause und das würde ich euch auf empfehlen. Verschwendet keine Zeit mit dem Leben, das gerade zu Hause pausiert, denn die Zeit verfliegt so schnell- am Ende werdet ihr es bereuen nicht jedes bisschen davon genutzt zu haben! Und PS: sucht euch nicht zu viele deutsche Freunde, während ihr da seid. Nutzt jede nicht-deutsche Bekanntschaft aus, es lohnt sich.

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