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Mein Auslandsjahr an der universidade de São Paulo (USP)

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Über die Website des International Office der Uni Potsdam habe ich von der Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes erfahren. Da ich bereits zwei Mal zuvor in Brasilien war und von diesem Land fasziniert bin, war mir sofort klar, dass ich mich bewerben würde. Es ist hierbei wichtig, auf die Bewerbungsfristen zu achten, da es nur einen Termin pro Jahr gibt, egal ob man im Sommer oder im Wintersemester ins Ausland möchte. Also: frühzeitig nachschauen, damit auch alles klappt. Gerade im Masterstudium lohnt es sich direkt bei Studienbeginn schon über das Auslandssemester nachzudenken. Die Bewerbung lief über das International Office und der Kontakt zur Gasthochschule ebenso. Der Erste Schritt ist es sich über das International Office an der Uni Potsdam zu bewerben. Man braucht dafür einige Unterlagen, unter anderem ein Gutachten eines Professors und einen Sprachnachweis (B1). Nachdem die schriftliche Bewerbung angenommen wurde, folgt ein Auswahlgespräch in der Gruppe.

Erst nach der erfolgreichen Bewerbung, an der Uni Potsdam folgt die Bewerbung bzw. die Kontaktaufnahme zur Gasthochschule. Die meisten Unterlagen sind jedoch die gleichen wie für die Bewerbung an der Uni Potsdam. Zusätzlich brauchte man noch ein kurzes Schreiben über sein Studienvorhaben und die Kursauswahl. Es ist gut dies frühzeitig zu machen, allerdings kann es sein, dass die Kurse noch nicht online sind, wenn man zu früh dran ist. Das International Office der USP kann einem da weiter helfen. Es gibt allerdings kein zentrales International Office sondern unterschiedene Ansprechpartnerinnen an den jeweiligen Fakultäten.


Studienfach: Verwaltungswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 08/2017-12/2017

Gastuniversität: Universidade de São Paulo

Gastland: Brasilien

Studium an der Gastuniversität

Das Masterstudium in Brasilien ist etwas anders aufgebaut als in Deutschland. Da man sich dort direkt mit einem Forschungsvorhaben für die Masterarbeit bewirbt, sind die Studierenden von Anfang an sehr stark mit ihrem speziellen Themenbereich beschäftigt. Auch in den Kursen wird oft Bezug auf die jeweilige Masterarbeit genommen. Es stellt allerdings auch kein Problem dar, einfach nur Kurse zu besuchen, ohne bereits mit der Masterarbeit begonnen zu haben. Da die Masterarbeit im Vordergrund steht und zudem viele Masterstudierende nebenher arbeiten, belegt man nicht übermäßig viele Kurse. Der Arbeitsaufwand entspricht meiner Erfahrung nach in etwa dem, was auch an der Uni Potsdam in Masterseminaren gefordert wird (Präsentation und Hausarbeit). Die Seminare haben unterschiedlich viele Teilnehmer, etwa zwischen 10 und 40 Personen.

Die Atmosphäre habe ich als positiv wahrgenommen. Das Verhältnis zwischen Studierenden und Dozenten ist informeller und ungezwungener als in Deutschland. Diskussionen innerhalb des Seminars nahmen einen großen Stellenwert ein. Da die Studierenden meist Seminare belegen, die im Themenbereich ihrer Masterarbeit liegen, verfügen viele über detaillierte Kenntnisse der Materie und die Qualität der Diskussionen ist dementsprechend hoch.

Die Betreuung ist gut, man bekommt am Anfang einen Professor zugewiesen (es lohnt sich, dies schon vor des Aufenthaltes anzusprechen und abzuklären), der sich auch persönlich mit einem trifft und in Fragen des Studiums und insbesondere der Masterarbeit berät. Ansonsten ist die Betreuung von Professor zu Professor verschieden, ich habe jedoch sehr aufgeschlossene Dozenten erlebt, die auch ausländischen Studierenden gegenüber verständnisvoll und hilfsbereit waren. So durfte ich beispielsweise eine der Hausarbeiten auf Englisch verfassen.

Die Mitarbeiterinnen des International Office der FFLCH (Fakultät für Philosophie, Literatur und Humanwissenschaften) sind sehr nett und kompetent, allerdings sollte man proaktiv sein und wissen was man braucht, da nicht sehr viele Masterstudierende einen Austausch machen und daher teilweise nicht ganz klar ist was gebraucht wird.

Studienfach: Verwaltungswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 08/2017-12/2017

Gastuniversität: Universidade de São Paulo

Gastland: Brasilien

Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Leider konnte ich an einem Einführungstag, der schon im Juli vor Semesterbeginn stattfand, nicht teilnehmen, da ich erst davon erfuhr, nachdem ich schon meinen Flug gebucht hatte. Dadurch lernte ich kaum ausländische Studierende kennen. Zudem ist es für Studierende im Master notwendig sich zunächst bei der Policia Federal anzumelden um sich danach immatrikulieren zu können. Vorher können keine Kurse belegt werden. Dieser Prozess dauert relativ lange, was zu Folge hatte, dass ich mich nicht im Voraus zu Sprachkursen anmelden konnte um dann vor Ort feststellen zu müssen, dass schon alle Kurse ausgebucht waren. Somit hatte ich kaum Kontakt zu ausländischen Studierenden.  Über die Uni, die WG und politische oder kulturelle Veranstaltungen lernte ich brasilianische Studierende kennen. Insgesamt sind die Brasilianer*innen sehr aufgeschlossen und es fällt leicht auch in Bars oder bei Events Leute kennen zu lernen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

    Meine Sprachkompetenz hat sich durch den Aufenthalt wesentlich verbessert. Beim mündlichen Ausdrucksvermögen und beim Verständnis  war dies für mich am auffälligsten. Da ich schon gute Grundkenntnisse in Portugiesisch hatte, war es nicht so schlimm, dass ich keinen Sprachkurs belegen konnte, da ich durch die Uni und den Alltag auf Portugiesisch schon sehr viel lernen konnte. Gerade die Grammatik hätte allerdings von einem Sprachkurs profitiert. Insgesamt ist hervorzuheben, dass die Brasilianer*innen sehr aufgeschlossen sind und sich insgesamt Zeit nehmen mit einem zu sprechen, auch wenn die Sprachkenntnisse beschränkt sind. Es sprechen nicht sehr viele Leute gutes Englisch und meiner Erfahrung nach freuen sich auch diejenigen, die Englisch können, wenn man es auf Portugiesisch probiert. Dadurch, dass ich mir von Anfang an vorgenommen hatte nur im äußersten Notfall auf Englisch zurückzugreifen, konnte ich sehr viel Portugiesisch sprechen und viel lernen.  


Wohn-  und Lebenssituation

Vor meiner Ankunft in São Paulo hatte ich mir für vier Nächte ein Hostel gebucht, um dann vor Ort nach einem Zimmer zu suchen. Über eine Facebook-Gruppe fand ich innerhalb von wenigen Tagen ein Zimmer in einer WG in der Nähe der Universität. Insgesamt empfehle ich Wohnungen in der Nähe der Metrostationen, die Stadtteile Pinheiros und Vila Madalena (und Centro) bieten die meisten Bars, Cafés und Ausgehmöglichkeiten. Die Metrostation Butantã ist in der Nähe der Uni, dort fährt die „Linha Amarela“ (gelbe Linie). Insgesamt ist die Metro ein sicheres und schnelles Verkehrsmittel in São Paulo . Mit den Bussen gibt es manchmal direktere Verbindungen, allerdings stehen diese auch oft im Stau und zudem ist das Bussystem wesentlich unübersichtlicher. Abends fährt die Metro unter der Woche nur ca. bis Mitternacht (je nach Linie etwas unterschiedlich). Es lohnt sich dann ein „Uber“ zu nehmen. Dies kann auch empfehlenswert sein, wenn man sich in einer unsicheren Gegend befindet. Abgesehen von „Uber“ gibt es auch noch andere Apps wie „99“, die abgesehen von Privatautos auch Taxis vermitteln.

Ich habe eine Kreditkarte von der DKB, mit der man im Ausland kostenlos Geld abheben und bezahlen kann. Es handelt sich hier um eine Kreditkarte mit geringem Limit, auf die man aber noch zusätzlich Geld aufladen kann. Das Angebot ist für Studierende kostenlos und schnell eingerichtet. In Brasilien kann man damit theoretisch bei allen Banken abheben die auch international operieren, in der Praxis funktionierte es aber bei mir nur bei Bradesco und ein einziges Mal bei der Banco do Brasil, wo ich allerdings Gebühren zahlen musste. Dies habe ich erst nach wochenlangem Ausprobieren entdeckt, es lohnt sich also verschiedene Banken auszuprobieren.

Eine Auslandskrankenversicherung habe ich vor der Abreise abgeschlossen, musste diese jedoch zum Glück nicht in Anspruch nehmen.

São Paulo ist teuer. Man sollte mit ca. 800 € im Monat rechnen, um angenehm Leben zu können und sich auch zumindest einen Teil des Kultur- und Nachtlebens leisten zu können. Auch für Transport sollte man ein bisschen mehr einplanen, da man, um auch abends mobil zu bleiben, das ein oder andere Uber einplanen muss. Ich habe zu Anfang ca. 320 € für ein sehr kleines Zimmer gezahlt, später dann ca. 400€ für ein etwas größeres mit eigenem Bad. Mit Glück kann man wahrscheinlich noch etwas günstigeres finden, teurer geht natürlich immer. Alles was importiert ist, ist in Brasilien sehr teuer. Dies macht sich vor allem bei Nahrungsmitteln bemerkbar. Wer sich aber an die brasilianische Küche anpasst (Reis, Obst, Bohnen, Fleisch, Maniok etc.) und brasilianische Produkte kauft, kann einigermaßen günstig essen. Insgesamt habe ich mehr ausgegeben als in Berlin, was aber auch oder vor allem daran liegt, dass man in São Paulo unglaublich viele Möglichkeiten hat und in einem Auslandssemester natürlich mehr unternimmt als zu Hause. Auch die ein oder andere Reise, zum Beispiel nach Rio oder ans Meer gehört natürlich dazu und will finanziert werden.

    


Wichtige Tipps

Brasilien ist sehr bürokratisch. Es lohnt sich also die Formalitäten ernst zu nehmen und relativ frühzeitig zu organisieren. Man brauch unbedingt ein Studentenvisum für den Auslandsaufenthalt. Dieses muss man haben, bevor man die Reise antritt, ein nachträglicher Antrag vor Ort ist nicht möglich! Da hierfür einige nervige Unterlagen benötigt werden, ist es gut dies möglichst frühzeitig zu machen. Weiterhin muss man sich innerhalb eines Monats nach Ankunft bei der Policia Federal anmelden und bekommt dann eine Art Ausweis für Ausländer (RNE)- zunächst eine vorläufige Version und nach ein paar Wochen (oder Monaten) kann man sich dann die endgültige Version abholen. Obwohl man die Karte nicht zwingend für das tägliche Leben braucht, sollte man auf keinen Fall vergessen sie abzuholen, da es sonst zu Problemen bei der Ausreise kommen kann! Auch für Auslandsreisen zwischendurch (z.B. nach Argentinien) am besten mitnehmen. 

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