Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Vor meinem Erasmusaufenthalt gab es mehrere Veranstaltungen der Uni Potsdam, welche alle notwendigen Informationen bezüglich Auswahl, Kontaktaufnahme, Bewerbung etc. beinhalteten. Diese waren völlig ausreichend, um alle notwendigen Ablaufschritte für die Ingangsetzung des Auslandssemsters zu kennen.
Nach der finalen Auswahl, das Auslandssemester in Gent, Belgien zu bestreiten, und nachdem die „Outgoing-Bewerbung“ angenommen wurde, fand ich auf der Website der Gastuniversität die Kontaktperson meiner Fakultät, mit welcher ich daraufhin in regelmäßigen Kontakt zu allen weiteren Fragen bezüglich möglicher Kurswahl und Unterkunft stand.
Die Universität Gent verlangte ein Motivationsschreiben, Lebenslauf, Abiturzeugnis, Leistungsnachweis der bereits absolvierten Semester der Universität Potsdam sowie eine Kopie meines Ausweises.
Danach folgte die Auswahl der Kursbelegung und die Eintragung ins „Learning Agreement“.


Studienfach: Economics and Business Administration

Aufenthaltsdauer: 09/18-02/19

Gastuniversität: Universiteit Gent

Gastland: Belgien

Studium an der Gastuniversität

Das System der Gastuniversität ist wesentlich anders als in Potsdam. Abgesehen von den Online-Portalen (wie zum Beispiel Puls, welches dort als Oasis und Minerva betitelt ist) musste man sich erst an verschiedene Dinge gewöhnen. Es gibt dort zum Beispiel nicht (wie bei „uns“) 3 fixe Standorte/Campusse, sondern dutzende! Fakultätsgebäude, welche über die gesamte Stadt verteilt sind – Die Stadt ist DER Campus. Es war also nicht selten, dass man täglich an verschiedenen Standorten seine Vorlesungen hatte. Diese gingen „standardgemäß“ 3 ½ Stunden (ebenso sehr gewöhnungsbedürftig).
Bezüglich dieser langandauernden Vorlesungen war ebenso der Lehrinhalt und die Anforderung dementsprechend hoch. Zu jeder Vorlesung gab es am Ende des Semesters ein 1 ½ - 2-stündiges Examen.
Das Studienklima an der Gastuniversität war trotz all dem großen Aufwand und den zeitintensiven Vorlesungen sehr harmonisch. Durch die Vielzahl der Studierenden (80.000) traf man immer neue Mitmenschen und konnte sich stets über Schwierigkeiten, Lehrinhalte oder Freizeit-Themen austauschen.
Betreut wurden wir vor Ort stets von dem verantwortlichen Komitee des ESN Gent.
Schon vor unserer Anreise in Belgien standen wir per Email im Kontakt und wurden wöchentlich auf Aktivitäten, Vorbereitungen, Informationsveranstaltungen und Neuigkeiten hingewiesen. Es gab anfangs mehrere Treffen, wo sich alle Erasmusstudenten mit ihren Kontaktpersonen trafen, um erste Verbindungen und ein Kennenlernen entstehen zu lassen.

Da ich selbst sehr an meinen eigenen Schreibtisch und an meine Wohnung gebunden bin, wenn es um das Lernen und Vorbereiten der Klausur etc. geht, habe ich die öffentlichen Einrichtungen sowie die Bibliothek eher selten benötigt/besucht.
Allerdings fand man überall Zugang zu freien Räumen & Computerpools wenn diese benötigt wurden. Zudem ist die Bibliothek Gent eine der schönsten, modernsten und bestausgestattesten Belgiens mit einer sehr zentralen Lage, direkt in der Innenstadt mit Blick auf die Schelde (der Fluss, welcher sich durch die gesamte Stadt verläuft).

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Wie bereits erwähnt, halfen uns die ESN-Koordinatoren zu den weiteren Erasmus-Studenten sehr schnell Anschluss zu finden. Bereits nach der ersten Großveranstaltung traf ich meine „Gruppe“, mit welcher ich mein gesamtes Auslandssemester verbrachte und über die Zeit enge Freundschaften gewonnen wurden. Diese erstrecken sich nun von Belgien über Holland, Portugal und Litauen.
Des Weiteren fand man auch schnell Anschluss zu den einheimischen Studenten, da das Nachtleben in Gent von unzähligen Bars und vor allem von den Studenten getragen wird.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Sprachkenntnisse vor Antritt des Auslandssemesters waren bereits sehr ausgeprägt, sodass ich mich fließend mit allen auf Englisch verständigen konnte. Allerdings kam es noch zu einer großen Aufbesserung durch die Vorlesungen, welche mir ein deutlich fachspezifisches Englisch bzw. Businessenglisch nahegebracht haben und meinen Wortschatz um einiges erweiterten. Nach meiner englischsprachigen Zeit im Ausland kann ich behaupten, dass meine Ausdrucksweise, Aussprache sowie Verständigung sich wesentlich verbessert haben.

Wohn- und Lebenssituation

Gewohnt habe ich zusammen mit meinem Freund, welcher gemeinsam mit mir aus Potsdam das Auslandssemester bestritten hat, in einer schönen 2-Zimmer Wohnung in zentraler Lage am Rande der Innenstadt. Gefunden haben wir diese über frühzeitige Internetsuche, bereits Monate vor Beginn des Erasmus Programms.
Die Miete war zwar, verglichen zu meiner „Heim-Miete“ recht hoch (500€ pro Person), jedoch gab es eine eigene Putzfrau, welche wöchentlich unsere Wohnung gereinigt und sogar die Betten gemacht hat (im Preis mit inbegriffen). („Das war ganz „cool““!)
Entfernungen von unserer Wohnung zu jeglichen Orten haben wir stets, egal zu welcher Jahreszeit und Wetterlage, mit dem Fahrrad überwunden. Dieses konnten wir uns für 80 € (davon 60€ Kaution, welche wir nach Rückgabe zurückerhielten) für den gesamten Zeitraum ausleihen. Da Gent eine sehr überschaubare Stadt ist, welche keine weiten Strecken von A nach B veranlasst, war es uns kein einziges Mal von Nöten auf die Öffentlichen Verkehrsmittel zurückzugreifen.
Auch der Zugang zu Lebensmittelgeschäften war optimal und keinen 5-Minuten Gang entfernt. Zwar sind die Lebenshaltungskosten etwas teurer als in Deutschland, aber wenn man sich auf das Wesentliche beschränkt, und man auch mal auf regelmäßigeren Fleischkonsum verzichten kann, ist dies auch kein wirkliches Problem.
Da Gent sehr viel zu bieten hat, lag es mir auch sehr am Herzen mein Geld für das große Angebot an Freizeitbeschäftigungen zu sparen.
Tagesbusreisen nach Frankreich, in die Niederlande oder zu den anderen Belgischen Städten wie Brüssel, Antwerpen oder Brügge waren besonders schön.
Alle Aktivitäten wurden uns stets vom ESN empfohlen und vermittelt und waren durch den „Studentenbonus“ sehr erschwinglich.
Von Kanu-touren und Paintball bis hin zu Pub-Crawls in zahlreicher Runde war jede Woche stehts ein gutes Angebot für jeden dabei.

Studienfach: Economics and Business Administration

Aufenthaltsdauer: 09/18-02/19

Gastuniversität: Universiteit Gent

Gastland: Belgien


Rückblick

Abschließend möchte ich sagen, dass ich sehr dankbar für diese tolle Zeit über das Erasmus Programm bin. Es ist eine Erfahrung, die ich jedem empfehlen kann. Auch wenn das Studieren, gerade wenn es in die Klausurenphase geht, etwas anspruchsvoller ist.

Der Kontakt zu jeglichen internationalen Studenten, die dauerhafte Verständigung auf Englisch und auch einfach das Leben in einer anderen Stadt hat mir sehr viel mitgegeben und würde ich jederzeit wiederholen.

Belgien

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