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Erasmus+ Erfahrungsbericht

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Mein Bewerbung für ein Auslandssemester entstand eigeintlich recht spontan. Ich dachte mir, dass das 5. Semester sich dafür anbietet und es ist weder zu früh noch zu spät. Ich habe mich mit meinem Koordinator (Martin Trauth) an der Uni Potsdam kurzgeschlossen und habe ihm meine Wünsche dargelegt und er konnte mir generelle Informationen über das Studieren in den jeweiligen Ländern geben. Ich wollte mich möglichst viel mit Sedimentologie beschäftigen und da hat mir Belgien die ideale Vorraussetzung geboten, da die Professoren sehr bekannt sind und quasi das gesamte Studium darauf aufbaut.
Also habe ich mich daraufhin ganz Formal für die Gastuni beworben mit den ERASMUS+ Unterlagen, die auf der Uni-Potsdam Seite zu finden sind.
Auch ein kleines Motivationsschreiben war nötig, wo es primär darum ging, dass die Professoren herauslesen, dass man sich wirklich mit der jeweiligen Gastuni beschäftigt hat. Im allgemein sollte man wissen, dass das bewerben mit ERASMUS+ und vorallem die Kommunikation zwsichen den Universitäten sehr schleppend ist und man teilweise sehr viel Zeit und Geduld mitbringen sollte, aber ich habe von den Leuten, welche ich hier kennenlernen durfte, schlimmeres gehört, sodass mein „gemecker“ auf einem recht hohem Niveau liegt. Da wir in meinem Jahr recht wenig waren, die sich auf ein Aufenthalt im Ausland beworben haben, gab es etwas mehr Geld, was für Belgien einen riesen Vorteil darstellte.


Studienfach: Geowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 9/17 - 3/2018

Gastuniversität: Universiteit Gent

Gastland: Belgien

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der University of Ghent unterscheidet sich in sofern von der Uni Potsdam, dass man am morgen 3h-Vorlesung hat mit einer 15-minütigen Pause, die je nach Thema gelegen sind und am Nachmittag dann eine Übung zu der Vorlesung stattfindet, sprich: man verbringt eigentlich den ganzen Tag in der Uni mit nur einem Modul – was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Außerdem ändert sich der Stundenplan so gut wie jede Woche, was ebenfalls Abwechslung in den sonst recht monotonen Alltag bringt. Vor meinem Aufenthalt hörte ich von einem sehr anstrengenden Unitag mit einem deutlich höher gelegten Anforderungsbereich, was ich nicht bestätigen kann. Die Uni ist zwar länger und am Ende des Tages freut man sich auch, dass man es geschafft hat, aber in der Regel sieht man danach Freunde in Bars oder Clubs. Dies gab mir persönlich die Motivation, die ich brauchte um den Tag gut zu überstehen. Was ich allerdings sagen muss ist, dass die Klausuren an der Universität ziemlich schwer sind. Diese gehen im Normalfall 4 Stunden, welche man auch braucht, und sie sind im Allgemeinen auch deutlich schwerer als bei uns in Potsdam. Ich war im Januar, wie alle meine ERASMUS-Freunde nur zuhause, um zu lernen. Ich fand die Klausur am Ende ziemlich unverhältnismäßig, da ich trotz leichterer Klausuren nicht sagen würde, dass das Niveau der Uni Potsdam niedriger liegt, aber am Ende ist man auch froh, wenn man es hinter sich hat und danach sagen kann: „man hat das durchgestanden.“
Meine Komillitonen waren immer sehr hilfsbereit und freundlich zu mir und haben mich auch zu allem mitgenommen, was gerade so anstand. Hier in Gent ist es so, dass es eine „Club-Straße“ gibt, die komplett kostenlos ist was den Eintritt angeht und hier finden regelmäßig Parties von den Fakultäten statt (wenn nicht sogar täglich, mein Tipp: Donnerstag ist Partytag!)

Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Ich habe mich von Anfang an darum bemüht einen Ausgleich zwischen belgischen und ERASMUS Leuten zu finden. Immerhin war ich auch hier um die Sprache zu lernen, was sich am Ende als unsinnig rausgestellt hat, da Belgier selbst im hohen Alter fließend Englisch sprechen und es die Kommunikation ungemein erleichtert, wenn man miteinander Englisch spricht. Ich habe mir ein halbes Jahr lang Dutch als Sprache angeeignet, da es aber der deutschen Sprache sehr ähnlich war es nicht sonderlich schwierig sich zurechtzufinden. Einen Kurs in Gent konnte ich leider nicht belegen, da der nie in meinen Stundenplan gepasst hat. Des Weiteren habe ich mir meine Kurse so gewählt, dass ich Dutch zumindest nicht in der Uni brauchte. Ich musste auch leider einen Kurs abwählen, da der Professer nicht sehr entgegenkommend war, was die Sprachwahl in der Klausur angeht. (Dies war auch die einzige schlechte Erfahrung, die ich mit Mitarbeitern an der Uni erlebt habe)

Ich würde demnach nicht behaupten, dass sich mein Dutch verbessert hat. Ich kam mit etwas Vorkenntnis hierher und mittlerweile kann ich auch (mehr oder weniger) Bücher in Dutch lesen ohne groß in ein Wörterbuch zu schauen. Dennoch würde ich nicht behaupten, dass ich in der Lage gewesen wäre eine Klausur in Dutch zu schreiben, da die Rechtschreibung für uns Deutsche sehr schwierig und knifflig ist.

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohnungssituation in Gent ist ziemlich schwer zu beschreiben. Wie wahrscheinlich jeder, habe ich zunächst mich für das Studentenwohnheim beworben. Leider kam von denen nie eine Antwort (ungefähr 2 ½ Monate hat es gedauert bis zu einer Antwort) und generell gesehen, fand ich 400€ im Monat ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass man, je nach Haus, sich Toilette, Dusche und Küche teilen muss mit ca. 24 Leuten. Der private Markt hingegen ist sehr beliebt und man findet deutlich attraktivere Angebote. Für mein Zimmer habe ich am Ende 360€ im Monat gezahlt und das Haus war auch für die eine oder andere Party super ausgestattet. Natürlich kann man hierbei auch echt Pech haben, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich lebte mit 2 Belgiern zusammen und einem Erasmus-Studenten aus Kolumbien und wir haben uns alle super verstanden und wir hatten auch nur selten Reiberein.
Man sollte zusätzlich wissen, dass die Häuser hier nur selten saniert wurden und dass kein Haushalt Waschmaschinen besitzt, jedoch gibt es an jeder Ecke Laundrys, die zwar nicht billig sind (~5€ pro Waschgang ohne Reiniger), aber teilweise mit witzigen Ideen verpackt wurden (Wasbar Gent Korenmarkt). Über die Öffis kann ich nur sehr wenig sagen, da ich wie jeder andere Student in Gent ein Fahrrad, welches ich mir auf der Website „2dehands.be“ erworben habe für 85€ (es geht aber auch deutlich billiger). Oder man kann sich ein Fahrrad für ein Semester von der Uni ausleihen. Die Stadt ist nicht sehr groß und deshalb lohnt sich ein Fahrrad ungemein. Ich hatte mit einem Uni-Weg von 25 min die wahrscheinlich längste Strecke, was für Potsdamer/Berliner Verhältnisse ein echter Witz ist. Das Freitzeitangebot von der Uni war sehr vielseitig, allerdings hatte es auch seinen Preis. Ich habe ab und zu beim Basketball-Training mitgemacht, was mich 2,50€ pro 1 ½ Stunden gekostet hat.

Man muss dazu sagen, dass Belgien teilweise deutlich teurer ist als Deutschland. Besonders bei Lebensmitteln werden für unsere Verhältnisse utopische Preise verlangt (mein Rekord für gehacktes: 9,50€ für 500g). Wenn man sich jedoch etwas besser in der Stadt auskennt, weiß man, wo sich die besten Preise befinden. Ich kann da nur Albert Hejn empfehlen. Das ist eine Supermarkt Kette aus den Niederlanden, die einen großen Shop im Zentrum der Stadt haben. Dort sieht man auch sehr viele Studenten hingehen, was zum einen an der Lage und zum anderen sicherlich auch an den Preisen liegt. Auch der Alkohol ist ziemlich teuer, so sind wir 2-3 mal während des Aufenthalts nach Aachen gefahren, um da einzukaufen.
Von Gent aus reisen hat sich jedes mal aufs neue gelohnt, da Gent eine ausgezeichnete Lage hat um Städte wie: Brüssel, Antwerpen, Amsterdam, Paris, Köln oder London zu besuchen. Mit einem Ticket namens „GoPass“ könenn Studenten für wenig Geld weit kommen. (Aachen am Wochenende hin- und zurück: 16€)

Ratschläge

Meine Tipps an nachkommende Studenten:

  • Schaut lieber auf dem privaten Wohnungsmarkt – so früh wie möglich, je früher man schaut, desto besser sind die Angebote
  • Spart euch ein wenig Geld an, Erasmus gibt euch eine überdurchschnittliche Menge an Geld, aber dennoch war das Geld ziemlich knapp am Ende
  • Lernt viel mit Duolingo. Es ist einfach und echt effektiv um Basics zu lernen.
  • Man sollte sich auf eine ziemlich harte Klausurphase einstellen


Schlechte Erfahrungen habe ich eigentlich wenig gemacht. Wenn man ERASMUS+ Student ist, fällt es einem sehr einfach neue Leute kennenzulernen, da jeder auf der Suche nach neuen Leuten ist. Und wenn man dann neue Freunde gefunden hat, kann man sich über Dinge austauschen, mit denen man vielleicht schlechte Erfahrungen erleben könnte. Also ich kann mich nur über Kleinigkeiten beschweren. Wie zum Beispiel, dass keiner eine Waschmaschine hat, aber ich war jetzt für ein halbes Jahr in Belgien und habe es überlebt.

 

Studienfach: Geowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 9/17 - 3/2018

Gastuniversität: Universiteit Gent

Gastland: Belgien


Rückblick

Am Ende muss ich sagen, dass sich der ERASMUS-Aufenthalt sehr gelohnt hat und dass das Programm eine super Gelegenheit ist für Studenten Auslandserfahrungen zu sammeln.

Belgien

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