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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Bei der Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes musste alles sehr schnell gehen, denn eigentlich entsandte mein Bereich (allgemeine Linguistik) keine Studenten nach Wien; die Patholinguistik jedoch schon. Mir wurde gesagt, ich solle mich am letzten Tag der Anmeldefrist bei der verantwortlichen Koordinatorin noch einmal melden und falls sich niemand sonst für einen Auslandsaufenthalt in Wien angemeldet hätte, könnte der Platz mir zuteilwerden. Dem war dann auch tatsächlich so – mein Antrag wurde entgegengenommen.
Die weitere Organisation des Auslandsaufenthaltes war ein bisschen problematisch, da ich direkt davor in Argentinien einen Auslandsaufenthalt verbringen sollte. Es lief aber alles reibungslos, da sowohl die entsendende als auch die empfangende Institution sehr viele Informationen zum Ablauf des ERASMUS+ Programmes bereitgestellt hatten.
Abgesehen vom Learning Agreements musste ich mich für Unterlagen nur vor der Mobilität direkt mit der Gasthochschule in Verbindung setzen. Die Koordinatorin meiner eigenen Hochschule hatte von mir die Bewerbung erbeten und diese dann an die Gasthochschule weitergeleitet. Die Learning Agreements, die ich zum Unterschreiben in Potsdam hinterlassen hatte, wurden an meine Heimatadresse nachgeschickt, damit ich diese auch an der Gasthochschule gegenzeichnen lassen konnte.
Die Gasthochschule kontaktierte mich dann nach einiger Zeit, um die Bewerbung abzuschließen. Alle benötigten Dokumente konnten auf einer ansprechenden und sehr nutzerfreundlich gestalteten Webseite hochgeladen werden. Bei Rückfragen war die Gasthochschule auch sehr hilfreich.
Es gab jedoch einen kurzen Moment der Furcht: trotz der Angabe eines Zeitpunkts durch die Gasthochschule, bis zu welcher die Annahme der ERASMUS+ Bewerbung erfolgen würde, verstrich diese Frist ohne eine Rückmeldung seitens Gastinstitution. Aber das lag anscheinend lediglich daran, dass sie zeitlich hinterhergehinkt hatten und am Ende bekam ich doch die Zusage.


Studienfach: Linguistik

Aufenthaltsdauer: 10/2018-08/2019

Gastuniversität: Universität Wien

Gastland: Österreich

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der Gasthochschule war sehr angenehm. Ich durfte prinzipiell alle Kurse, auch fachfremde Kurse, belegen. Wollte ich sie mir anrechnen lassen, so mussten die ERASMUS+ Koordinatoren der jeweiligen Fakultät ebenfalls das Learning Agreement unterschreiben – anscheinend eine (sehr unnötige) Anforderung der Universität Wien. Die Universität Wien hat eine unglaubliche Fülle an verschiedenen philologischen, geisteswissenschaftlichen, aber auch naturwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen anzubieten und man kann sich hier sehr stark spezialisieren und Dinge lernen, womit man an der Universität Potsdam mitnichten in Berührung gekommen wäre.
Das studentische Zusammenleben ist viel bewegter und belebter: es gibt sehr engagierte Studienvertretungen, viele Feste, Ausflüge, Theater- und Chorgruppen. Es gibt ein tatsächliches studentisches Leben auf den Campus, mehrere sehr gute Cafés innerhalb der Universitätsgrenzen. Im Gegensatz zu Potsdam fördert die Stadt und die Universität Wien das studentische Leben und Klima innerhalb des universitären Kontexts. Es gibt Entfaltungsbereiche, wo Studentinnen und Studenten einander im ungezwungenen und lockeren Rahmen treffen können.
Die Öffnungszeiten der verschiedenen Bibliotheken sind ein bisschen verwirrend, jede Fakultät hat nämlich ihre eigene Abteilung und auch ihre eigenen Öffnungszeiten und Ausleihordnungen. Allerdings ist das praktische an der Bibliothek für Linguistik, dass diese sehr geräumig und sehr lange geöffnet ist. Taschen müssen unten in Schließfächern untergebracht werden, Schlösser kann man sich ausleihen, falls diese noch verfügbar sind.
Ein persönlicher studentischer Betreuer wurde mir nicht gestellt, allerdings gab es eine Orientationsveranstaltung, bei der man natürlich auch sehr viele andere ERASMUS+ Studentinnen und Studenten kennengelernt hat. Eine anderweitige Betreuung habe ich weder benötigt, noch dazu ein Angebot gekriegt. Die Lehrpersonen und VerwaltungsmitarbeiterInnen sind jedoch allesamt sehr freundlich und zuvorkommend. Auch die Studienvertretungen sind sehr politisch und auch sonst sehr hilfreich. Es werden sehr viele Aktivitäten veranstaltet – insbesondere die Veranstaltungen der Skandinavistik sind sehr zu empfehlen!

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Es fällt nicht schwer, den Kontakt zu StudienkollegInnen zu finden, sofern man oft in den Lehrveranstaltungen ist. Gemeinsame Projekte, gemeinsames Lernen, Institutsfeste, u.ä. sind bei der Integration in den Studienalltag sehr hilfreich.
Mit ausländischen Studenten hatte ich im ersten Aufenthaltssemester sehr viel Kontakt; es hat sich eine kleine Gruppe gebildet, die regelmäßig dienstags zum Pubquiz gegangen ist. Allerdings sind hiervon die meisten nur ein Semester geblieben, weshalb die Gruppe sich danach aufgelöst hat. An ESN-Aktivitäten habe ich nicht teilgenommen, es gibt jedoch sehr, sehr viele – und zwar nicht nur von der Hauptuni (Universität Wien), sondern auch von den anderen Universitäten und Hochschulen in Wien.

Wohn- und Lebenssituation

Lange habe ich nach einer Wohngemeinschaft auf „WG-gesucht“… nun, gesucht. Da ich allerdings nicht vor Ort war, hat sich die Suche sehr schwierig gestaltet. Letztendlich habe ich dann in Ottakring, in der Nähe des Yppenplatzes und der Ottakringer Brauerei dergestalt ein Zimmer gefunden, dass ich am Vortag des Vorlesungsbeginns (30.9.2019) das Zimmer beziehen durfte. Es war eine Zweierwohngemeinschaft, mit einem großen Wohnzimmer. Mein eigenes Zimmer maß ungefähr 20m², gezahlt habe ich 410,– € im Monat. Das ist in etwa in der mittleren Preisklasse. Allerdings ist der Preis in Anbetracht der unschlagbar zentralen Lage spottbillig! Die Bim (Tram) 44, die fast direkt vor der Haustür hielt, braucht etwa sieben Minuten bis zum Campus, in weiteren 5-10 Minuten ist man an der Sensengasse 3a, wo sich das Institut für Sprachwissenschaft befindet. Fährt man mit der 44 insgesamt 10-12 Minuten bis zur Endhaltestelle Schottentor, so ist man auch direkt am Hauptgebäude der Universität Wien. Die U6, die einmal quer von Nord nach Süd durch Wien fährt, war auch sehr nah und die Bim 2, die am Ring entlangfährt, war auch nur einen Katzensprung entfernt.
Ich finde, dass der Bereich um die Grenze der 8. (Josefstadt) und 16. (Ottakring) Bezirke eine unschlagbare Gegend ist, deren Anbindung perfekter nicht sein könnte.
Bankautomaten finden sich nahezu überall, Filialen selbst sind eher im 1. Bezirk (Mitte) konzentriert. Ein Konto lohnt sich auf jeden Fall, denn manche Läden und Märkte akzeptieren nur österreichische Karten für die EC- (in Österreich: Bankomat-)Zahlung. Es gibt auch immer wieder Angebote für Kontoneueröffnungen, womit man Gutscheine oder sogar bares Geld ergattern kann.
Ich habe eine Krankenversicherung abgeschlossen, da ich eine chronische Krankheit habe, die unbedingt unter kontinuierlicher ärztlicher Kontrolle gehalten werden muss. Mit einem entsprechenden Attest habe ich meine Krankenkasse in Deutschland aufgesucht, welche ein E-Formular an die WGKK (Wiener Gebietskrankenkassen) übermittelt hat, die mich alsdann in Österreich kontaktiert haben. Nach Einreichung eines Antrags wurde mir als „Wohnsitzbetreuter“ eine e-card (Versichertenkarte) ausgestellt und ich galt als normal in Österreich krankenversichert.
Die Lebenshaltungskosten sind in Österreich etwas teurer als in Deutschland; beispielsweise kosten Nüsse oder Käse in Österreich deutlich. Das gilt selbst für Käse aus Österreich! Aber die Freizeitangebote machen es wett. Es gibt eine große Fülle an Kinos und Theatern, die Staatsoper bietet 3 € Stehplätze zu ihren Vorstellungen an und die Albertina bietet StudentInnen unter 26 Jahren eine Semestereintrittskarte für 15 €. Es lohnt sich für dieselbe Gruppe auch die VorteilsCARD der ÖBB (15€), bei der man alle Zugfahrkarten um die Hälfte günstiger kaufen kann.

Studienfach: Linguistik

Aufenthaltsdauer: 10/2018-08/2019

Gastuniversität: Universität Wien

Gastland: Österreich


Rückblick und sonstige Hinweise

Wien ist wirklich eine wunderbare Stadt. Ich habe auf jeden Fall vor, mich in Zukunft hier niederzulassen, denn es liegt in Mitteleuropa sehr zentral und nah an anderen europäischen Hauptstädten. Die Stadt selbst ist auch multikulturell und die Forschung zur Mehrsprachigkeit und zu Sprachvarietäten floriert hier ebenfalls. Die kulturellen Angebote sind wahnsinnig reichhaltig, sodass man mitunter selbst dazu kommt, Teil eines Angebotes zu werden:
Im Zuge der Buchvorstellung einer meiner Dozentinnen, durfte ich an der Fakultät für Finno-Ugristik mit anderen EstnischschülerInnen einen Auszug aus Minu Viin (Mein Wien) vorlesen. Bei dieser Lesung war auch der estnische Botschafter für Österreich zugegen, der uns schon im ersten Aufenthaltssemester in Estnisch 1 besucht hatte, um sich zu erkundigen, warum man denn Estnisch lernen wolle.
Entzückend ist es, in Grinzing zu einer Buschenschank oder einem Heurigen zu gehen und dort den Tag ausklingen zu lassen. Eine sehr schöne Aussicht hat der Heurige Hirt am Kahlenberg. Grinzing selbst ist auch ein wahnsinnig hübscher Bezirk.
Lasst euch auch nicht den Wilhelminenberg (auch genannt: Gallitzinberg, Predigtstuhl) mit der Kirche am Steinhof auf der einen Seite und dem Schloss Wilhelminenberg auf der anderen Seite entgehen. Auf der Seite der Kirche am Steinhof gibt es auch ein Naherholungsgebiet, wo man den Blick auf die Gebirgs- bzw. Hügelketten der östlichen Alpenausläufer hat.


Ganz wichtig ist, dass man sich für die Anmeldung beim Magistratischen Bezirksamt ganz viel Zeit nimmt und wirklich sehr, sehr früh da ist; denn die Märkchen (Nummern) sind innerhalb von 15 Minuten alle gezogen und dann kann man wieder unverrichteter Dinge heimgehen. Meldet euch bei der Anmeldung mit einem Hauptwohnsitz in Wien an. Das dürft ihr, denn es gilt nur die Regel: Ein Hauptsitz pro Staat. Ihr könnt also euren Hauptwohnsitz in Deutschland beibehalten, während ihr ebenfalls in Wien einen Hauptwohnsitz anmeldet. Das Semesterticket ist ebenfalls deutlich günstiger (75€) für diejenigen StudentInnen mit Hauptwohnsitz in Wien.
Kauft euch in den Sommerferien auch das ÖBB Sommerticket Jugend. Dafür müsst ihr die ÖBB VorteilsCard Jugend (15,-€) schon besitzen, oder mitkaufen. Mit dem ÖBB Sommerticket Jugend könnt ihr im Monat Juli oder August um derzeit 75,- € in fast allen Bahnen der ÖBB innerhalb Österreichs so viel ihr wollt fahren – ab acht Uhr bis Betriebsschluss, an Wochenenden sogar durchgehend.

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