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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Meine Entscheidung für einen Auslandsaufenthalt traf ich recht spontan im März des vergangenen Jahres und da die Anzahl der noch zur Wahl stehenden Universitäten über die Restplätzevergabe genauso begrenzt war wie meine Motivation zum Besuch eines Fremdsprachenintensivkurses, fasste ich schon bald den Entschluss, nach Wien zu gehen. Das Bewerbungsprozedere war dabei durchaus kompliziert, weil es über mein Hauptstudienfach Geschichte leider keine freien Plätze mehr gab, weshalb ich mich über das philosophische Institut für ein Geschichtsstudium in Österreich bewerben musste. Dennoch konnte der Prozess nach einigem hin und her schließlich erfolgreich abgeschlossen werden und es war mir möglich im Oktober 2017 mein Auslandsjahr in Wien zu beginnen, wobei ich bereits Anfang September anreiste, um genügend Zeit für den Umzug zu haben und die Stadt ein wenig erkunden zu können. Im Nachhinein zweifellos ein cleverer Schachzug.


Studienfach: Geschichte

Aufenthaltsdauer: 09/17-08/18

Gastuniversität: Universität Wien

Gastland: Österreich

Studium an der Gastuniversität

 Die Hauptuniversität in Wien, direkt am Schottentor im Zentrum der österreichischen Hauptstadt gelegen, ist mit über 90.000 Studenten die größte deutschsprachige Universität. Dementsprechend groß fällt auch das imposante Hauptgebäude am Universitätsring aus, in welchem es selbst nach einem Semester Studium noch häufig vorkommt, dass man sich auf dem Weg zu einem neuen Hörsaal oder Seminarraum hoffnungslos verläuft. Darüber hinaus gibt es einige Kilometer weiter noch einen großen Universitätscampus und zudem zahlreiche andere Fakultäten, die sich quer über die ganze Stadt verteilen. Das Studium selbst ist jedenfalls bezogen auf Geschichte nicht sehr viel anders als in Potsdam, allerdings gibt es doch deutlich mehr Geschichtsstudierende. So kommen Vorlesungen mit mehreren hundert Zuhörern nicht selten vor, was ich selbst so aus Potsdam nur von meinen alten BWL-Zeiten her kannte. Außerdem finden sich insbesondere bei Vorlesungen über Osteuropäische Geschichte erstaunlich viele ältere Gasthörer aus der Wiener Bevölkerung ein. Entsprechend der Größe der Universität ist natürlich auch die zentrale Bibliothek um ein Vielfaches größer als die in Potsdam, wobei es auch viele weitere Fachbibliotheken gibt. Fernleihen waren für meine in Wien geschriebene Bachelorarbeit absolut nicht notwendig, denn es gab hier alles, was ich an Literatur dafür benötigt habe. Studienleistungen werden im uspace-System festgehalten, was dem puls-System in Potsdam recht ähnlich ist und beispielsweise die Zugänglichkeit von Studienbescheinigungen oder Prüfungsnachweisen deutlich erleichtert. 

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

 Ich selbst habe anfangs einige Erasmusveranstaltungen besucht, wobei es in Wien eine Einrichtung namens ESN gibt, die sich dafür empfiehlt. Zumindest mir selbst hat die internationale Atmosphäre in modernen Wiener Clubs oder Bars aber nie so recht zugesagt, denn das Gleiche könnte man genauso auch in Potsdam, Berlin oder überhaupt jeder größeren westlichen Metropole erleben. Als Geschichtsstudent war ich ohnehin vielmehr an den traditionsreichen Gasthäusern, Heurigen und Kaffeehäusern Wiens interessiert, das sicher nicht umsonst als Kulturhauptstadt Europas bezeichnet wird. Aus diesem Grund habe ich auch bevorzugt den Kontakt zu österreichischen statt ausländischen Studierenden gesucht.

Wohn- und Lebenssituation

Meine erste Unterkunft, das Wohnheim „Greenhouse“, befand sich in der Seestadt ganz im Nordosten Wiens, bei welcher es sich um das größte Stadtentwicklungsgebiet Europas handelt. Dementsprechend war dort alles sehr neu und der Baustellenlärm an einigen wenigen Tagen etwas nervig, aber im Großen und Ganzen war ich damit recht zufrieden. Mit der U2 gelangt man von dort innerhalb einer knappen halben Stunde ohne Umsteigen zur Universität, was in Ordnung ist. Den Preis fand ich mit 430 Euro für ein etwa 20 qm Zimmer recht hoch angesetzt, aber für Wien war es noch akzeptabel. Durch gute Kontakte habe ich später ein günstigeres WG Zimmer im 18. Bezirk bekommen und wohnte nun dort. Allgemein funktioniert der öffentliche Nahverkehr in Wien deutlich reibungsloser als in Berlin/Potsdam und es gab nie ein Problem mit Schienenersatzverkehr oder unpünktlichen Bussen und Bahnen. Grundsätzlich ist Wien auch unabhängig von der herausragenden Architektur in den inneren Bezirken etwas sauberer und etwas gepflegter als Berlin. Die Atmosphäre in der Stadt ist deutlich weniger von Hektik und Stress geprägt, es wirkt alles ein wenig gemütlicher.
Das Kulturangebot Wiens ist nahezu grenzenlos, von den zahlreichen Museen in Umgebung von Hofburg und Heldenplatz über die Kathedralen bis hin zur Staatsoper sowie Schloss Schönbrunn und Schloss Belvedere gibt es in dieser Hinsicht wohl nur wenig Großstädte auf der Welt mit auch nur ansatzweise ähnlichen Voraussetzungen.

Studienfach: Geschichte

Aufenthaltsdauer: 09/17-08/18

Gastuniversität: Universität Wien

Gastland: Österreich


Rückblick

Mir selbst hat Wien so sehr zugesagt, dass ich meinen Auslandsaufenthalt von zunächst nur einem vorgesehenen Semester auf ein Jahr verlängert habe und nun mindestens noch ein weiteres halbes Jahr für ein Praktikum in der Stadt bleiben werde. Im Folgenden einige generelle Tipps für nachfolgende Erasmusabsolventen:

-    nehmt so viel mit vom Kulturangebot der Stadt wie nur möglich, empfehlenswert dafür unter anderem der U25 Pass vom Kunsthistorischen Museum

-    nutzt Uber statt Taxis, wenn ihr schnell und günstig von A nach B kommen wollt

-    genießt die Wiener Kaffeehäuser, die gerade für Zigarrenfreunde ein guter Platz sind  und dazu zumindest eine traditionelle Kutschfahrt durch den ersten Bezirk

-    nutzt iamstudent.at für einige nette Rabatte in verschiedenen Lokalen

-    schließt einen österreichischen Handyvertrag z.B. bei educom oder spusu ab, die Preise sind spottbillig im Vergleich zu denen in Deutschland

-    mit Flixbus kommt ihr für knapp 30 Euro von Berlin nach Wien

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