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Kooperationspraktikum in der Deutsch-Uruguayischen Handelskammer (AHK)

Ich habe von Februar bis Juli 2019 ein 5-monatiges Praktikum in der AHK Uruguay in Montevideo absolviert. Aufmerksam auf das Praktikum bin ich über die Sparte „Kooperationspraktika“ im Job-/Praxisportal der Uni Potsdam geworden.  Es wurde einem geraten, sich relativ früh zu bewerben, weshalb ich mich schon etwa ein dreiviertel Jahr vor Praktikumsbeginn beworben habe, in der AHK Montevideo habe ich aber auch mitbekommen, dass deutlich spontanere Bewerbungen ebenfalls Erfolg hatten. Die Bewerbungsunterlagen (CV, Motivationsschreiben, Notenübersicht) waren tatsächlich komplett in Deutsch einzureichen, grundsätzlich werden aber natürlich gute Spanischkenntnisse für das Praktikum verlangt. Relativ schnell habe ich dann auch die Einladung zu einem Telefoninterview erhalten und schließlich die Zusage bekommen. Ich musste dann eine Einverständniserklärung unterschreiben und habe direkt einige nützliche Informationen sowie eine Wohnungsliste zugeschickt bekommen. Über diese Liste habe ich dann auch ein Zimmer in Montevideo gefunden. Grundsätzlich verlief die Kommunikation immer zuverlässig und problemlos. Wenn ich zwischendurch eine Frage hatte oder etwas brauchte (z.B. Vorabbestätigung des Praktikums) wurde immer schnell geantwortet. Die Kommunikation erfolgte immer auf Deutsch. Einen wirklichen Praktikumsvertrag habe ich abgesehen von der Einverständniserklärung nicht unterschrieben. Grundsätzlich sind die Arbeitszeiten aber fest wie folgt geregelt: 9:00 bis 17:00 Uhr mit einer Stunde Pause. Das Praktikum ist zudem unvergütet. Praktisch ist, dass man für Uruguay kein Visum benötigt. Mit der Einreise erhält man automatisch ein dreimonatiges Touristenvisum, wenn man länger als drei Monate dort ist, muss man zwischendurch ins Ausland (am besten Argentinien) und wieder einreisen, dann kann man sich wieder drei Monate im Land aufhalten. Auch wenn das Praktikum nicht vergütet ist, gibt es die Möglichkeit, sich auf ein PROMOS-Stipendium des DAAD zu bewerben. Man sollte sich frühzeitig über die Bewerbungsfristen erkundigen und sich dann u.a. mit CV, Motivationsschreiben und einem Referenzschreiben eines Dozenten bewerben. In meinem Falle hat es geklappt und ich wurde mit insgesamt 2000€ für 5 Monate vom DAAD gefördert.

 


Studienfach: Politik und Wirtschaft

Aufenthaltsdauer: 02/2019 - 07/2019

Praktikumsgeber: AHK Uruguay

Gastland: Uruguay

Aufenthalt im Gastland

Da man für Uruguay kein Visum und auch keine besonderen Impfungen benötigt, gestaltete sich die Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt relativ leicht. Die Handelskammer in Uruguay hatte mir schon mit der Zusage eine Liste mit möglichen Wohnungen/Zimmern geschickt. Dort hatte ich dann bei eine der ersten Personen auf der Liste Erfolg und konnte für etwa 300€ ein Zimmer in einer 3er WG mit anderen Auslandsstudenten/Praktikanten mieten, das relativ nahe an der Handelskammer gelegen war. Grundsätzlich sind die Wege in Montevideo relativ kurz. Es gibt keine Metro oder Tram, sondern nur Busse, aber dafür ist das Busnetz gut ausgebaut und man erreicht eigentlich alle Orte zügig. Nützlich ist dabei die App „Moovit“, die als eine Art Onlinebusfahrplan fungiert, da in Montevideo an den Haltestellen meist keine offiziellen Fahrpläne aushängen. Was am Anfang tatsächlich etwas überrascht, weil die meisten es so nicht erwarten würden, ist, dass die Lebenshaltungskosten ziemlich hoch sind. Die Preise des öffentlichen Nahverkehrs oder von Dienstleistungen wie Friseure sind tatsächlich etwas günstiger als in Deutschland. Ansonsten muss man allerdings damit rechnen, mindestens so viel zu zahlen wie in Deutschland, meistens aber sogar mehr. Dies betrifft vor allem den Kauf von Lebensmitteln und Drogerieprodukten. Letztere sind deutlich teuer als in Deutschland, Lebensmittel kann man zumindest etwas günstiger auf den „Ferias“, den lokalen Märkten, erhalten. Dort lohnt es sich vor allem, Obst und Gemüse einzukaufen, da dies meist deutlich günstiger als im Supermarkt ist. Ferias finden an jedem Tag der Woche an einem anderen Ort der Stadt statt, die größte und bekannteste in Montevideo ist „Tristan Narvaja“, die am Sonntag stattfindet. Im Hinblick auf Freizeitangebote hat Montevideo auch einiges zu bieten und hat vor allen Dingen immer den Vorteil, dass alles sehr schnell und gut zu erreichen ist. Zum Joggen oder auch spazieren gehen eignet sich beispielsweise die „Rambla“, die Strandpromenade Montevideos, hervorragend. Montevideo ist auch eine ziemlich grüne Stadt und hat viele schöne Parks, wie beispielsweise den Parque Rodó. Zum Ausgehen ist das gleichnamige Viertel ebenfalls sehr gut geeignet. Parque Rodó hat viele (neue) Bars und ist vor allem der Ort, an dem die Studenten ausgehen. Gleichzeitig sind hier aber nicht nur viele Bars und Clubs zu finden, sondern auch eine erstaunlich hohe Dichte an Cafés, viele davon sehr neu und, obwohl Uruguay ein Land mit einem hohen Fleischkonsum ist, auch mit gutem vegetarischem Angebot. Als Kulturangebot ist beispielsweise das Teatro Solis sehr interessant, das direkt bei der Plaza Independencia (wie die Handelskammer) gelegen und das älteste Theater Südamerikas ist. Außerdem ist im Parque Rodó das „Museo de Artes Visuales“ zu empfehlen.

Praktikumsgeber

Was das Praktikum in der AHK Uruguay angeht, kann ich alles in allem ein sehr positives Fazit ziehen. Zum einen gab es immer genügend zu tun, ich hatte tatsächlich in den ganzen 5 Monaten in keinem Moment Langweile und es war nie so, dass ich keine Aufgaben gehabt hätte. Trotzdem war es auch nicht so, dass zu viel von mir verlangt wurde. Die Kammer in Montevideo ist ziemlich klein, wir waren während meiner Praktikumszeit insgesamt nur 9 Personen. Damit ist die AHK Montevideo auch die kleinste AHK in Südamerika. Das hatte in jedem Fall den Vorteil, dass das Klima ziemlich vertraut war. Man kannte jeden in der Abteilung und die Stimmung in der Kammer war die ganze Zeit sehr locker und vertraut, alle Kollegen haben sich grundsätzlich gut untereinander verstanden. Ein weiterer Vorteil der kleinen Größe der Kammer liegt darin, dass man viel von den anderen Bereichen mitbekommen kann. Die Praktikanten der AHK Uruguay werden stets im Bereich „Außenwirtschaft und Nachhaltigkeit“ eingesetzt. Dadurch, dass man aber direkt in einem Raum mit allen anderen Kollegen sitzt, kann man sehr gut auch etwas von den Aufgaben, die die anderen Kollegen zu tun haben, mitbekommen. So konnte ich auch einen Eindruck von den anfallenden Arbeiten in den Bereichen „Finanzas“, „Socios y Eventos“ und „Ferias“ bekommen.
In der AHK Montevideo werden grundsätzlich immer zwei PraktikantInnen gleichzeitig eingesetzt, beide im Bereich „Comercio Exterior“. Da ich mich mit meinem Mitpraktikanten sehr gut verstanden habe, haben wir auch öfters mal etwas zusammen unternommen und sind zum Beispiel übers Wochenende weggefahren. Wir haben in der AHK auch fast gleichzeitig angefangen und es war natürlich ganz schön für mich jemanden zu haben, der in der gleichen Situation war wie ich.
Betreut wurden wir beide von der Verantwortlichen für „Comercio Exterior“, welche auch Deutsche war. Die Betreuung war das ganze Praktikum über sehr gut. Wir konnten uns jederzeit mit Fragen an die Betreuerin wenden, wurden gut eingearbeitet und alles wurde verständlich erklärt. Außerdem wurden uns auch allgemeine Tipps zum Alltag in Montevideo gegeben und mir beispielsweise Ärzte empfohlen, als ich krank war. Das Aufgabenspektrum war relativ vielfältig. Zu den alltäglichen Aufgaben, die es zu bearbeiten galt, gehörten beispielsweise die Beantwortung von Anfragen, vornehmlich von deutschen Unternehmen oder Privatpersonen. Ebenso haben wir teils an von der Kammer angebotenen Dienstleistungen mitgewirkt, wie zum Beispiel einer Adressrecherche für ein uruguayisches Unternehmen in Deutschland, um mögliche Geschäftspartner für das Unternehmen zu finden. Was auch zu den typischen Praktikantenaufgaben in der AHK Montevideo gehört, ist das Erstellen eines monatlichen Newsletters. Dort sind dann die wichtigsten aktuellen Wirtschaftsdaten aus Uruguay sowie interessante Zeitungsartikel zu finden, die es für uns Praktikanten auch vom Spanischen ins Deutsche zu übersetzen galt. Übersetzungsaufgaben gehören generell zum Alltag in der Kammer. Außerdem haben wir teilweise auch die Verantwortliche des Bereichs „Ferias“, also Messen, darin unterstützt, Hotelbuchungen durchzuführen, passende Restaurants für Delegationen rauszusuchen oder anderweitig die Delegationsreise zu planen. Vor allem gehörte aber auch die Erarbeitung von Wirtschafts- und Marktstudien zum Aufgabenspektrum. Beispielsweise musste ich einen Wirtschaftslagebericht von Uruguay anfertigen, was mich noch relativ zu Beginn des Praktikums sehr gut mit der gesamten wirtschaftlichen und politischen Situation in Uruguay vertraut gemacht hat. Außerdem haben wir als Abteilung zusammen Kurzstudien verschiedener Sektoren erarbeitet, die unter anderem die Markchancen von deutschen Unternehmen in diesem Sektor eingeschätzt haben. Ein größeres Projekt, das auch regelmäßig in der AHK anfällt, ist das Erstellen einer sogenannten Zielmarktstudie. Diese ist eine relativ ausführliche und lange Studie über einen bestimmten Sektor beziehungsweise neue Technologie, in unserem Falle die Netzintegration. Im Rahmen der Zielmarktanalyse haben wir auch verschiedene Experteninterviews mit Akteuren aus dem Energiesektor Uruguays geführt, was für mich auch nochmal sehr interessant war.
Insgesamt gibt es in der AHK auch viele Veranstaltungen, oft in Kooperation mit der deutschen Botschaft oder der KAS und FES in Montevideo. So hatten wir Praktikanten auch oft die Möglichkeit, abends an diesen Veranstaltungen teilzunehmen, was sehr spannend war. So habe ich zum Beispiel Institutionen wie die Deutsche Botschaft oder die Friedrich-Ebert-Stiftung in Uruguay kennenlernen können. Als sehr interessant habe ich außerdem die Besichtigung eines großen Containerschiffs im Hafen von Montevideo in Erinnerung.

Grundsätzlich ermöglicht die AHK Montevideo ihren Praktikanten außerdem den sogenannten Praktikantenaustausch. Im Rahmen dessen wird den Praktikanten die Möglichkeit gegeben, eine Woche in einer anderen AHK in Südamerika zu arbeiten und so noch einmal andere Eindrücke zu gewinnen. Ich habe dies genutzt, um eine Woche in der AHK in Santiago de Chile zu arbeiten. Es war neben der Abwechslung auch sehr schön, so einen Vergleich von zwei Kammern in Südamerika zu haben, eine sehr große und eine sehr kleine.

Im Hinblick auf kulturelle Probleme hatte ich in der Praktikumszeit keine Schwierigkeiten. Natürlich ist die Mentalität in Uruguay eine andere als in Deutschland, aber grundsätzlich ist Uruguay schon ein sehr europäisch geprägtes Land und die Unterschiede sind nicht wirklich groß. Dadurch dass die Kollegen auch einfach ziemlich herzlich und offen waren, war es sowieso nicht sonderlich schwierig, sich einzugewöhnen. Insgesamt war die Arbeit, zumindest für mich persönlich, schon anstrengender, als sie in Deutschland gewesen wäre, da man sich ständig mit einer Fremdsprache auseinandersetzen muss. Gleichzeitig konnte ich aber auch mit den beiden deutschen Kollegen aus meinem Team jederzeit auf Deutsch reden.

Fazit

Insgesamt war das Praktikum in der AHK Uruguay in vielerlei Hinsicht sehr bereichernd für mich. Ich hatte schon vorher ein Jahr im spanischsprachigen Ausland verbracht, aber es ist noch einmal etwas anderes, wenn man im Ausland im Büro arbeitet. Das hat mir auch Einblicke in die Arbeitsweise eines anderen Landes gewährt und ich habe im Rahmen des Praktikums vor allem sehr viel in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht über das Land Uruguay im Speziellen und Südamerika im Allgemeinen gelernt. Ein sehr wichtiger Aspekt war natürlich auch die Sprache. Auch wenn ich schon vorher einigermaßen fließend Spanisch gesprochen habe, habe ich meine Spanischkenntnisse durch das Praktikum noch einmal vertieft und mir besonders geschäftliches und wirtschaftliches Vokabular aneignen können, das ich vorher noch nicht hatte. Dadurch, dass ich hauptsächlich mit Uruguayern zusammengearbeitet habe, habe ich natürlich auch viel von der uruguayischen Lebensweise und Kultur mitnehmen können. Ein jüngerer Kollege hat uns sogar einmal zu einem Ausflug zu sich nach Hause aufs Land mitgenommen, wodurch wir auch nochmal ganz andere Eindrücke gewinnen konnten. Die Zeit des Praktikums war somit in positiver Hinsicht sehr intensiv für mich, weil man nicht nur Arbeitserfahrungen sammelt, sondern gleichzeitig auch diverse Eindrücke eines anderen Umfelds und einer anderen Kultur mitnehmen kann.

Nützliche Links:

moovitapp.com/index/de/%C3%96PNV-Montevideo-1672 (für Nahverkehr)

municipiob.montevideo.gub.uy/node/2928 (Übersicht welcher Markt wann wo stattfindet)

Studienfach: Politik und Wirtschaft

Aufenthaltsdauer: 02/2019 - 07/2019

Praktikumsgeber: AHK Uruguay

Gastland: Uruguay


 

Aktuell haben wir Kooperationspraktika in England, Polen, Spanien, Frankreich, der Türkei, Israel, Indien, Argentinien, Brasilien und Uruguay akquiriert. Von studienbezogenen Praktika bis hin zu fachübergreifenden Angeboten bieten wir Studierenden einen bunt gedeckten Tisch mit Praktika auf dem Silbertablett.

 

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