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Kooperationspraktikum in der Deutsch-Argentinischen Industrie- und Handelskammer (AHK)

Die Entscheidung ein Praktikum anstelle eines Auslandssemesters zu machen, war für mich persönlich eine sehr gute Entscheidung. Der Studiengang Politik, Verwaltung und Organisation deckt ein sehr breit gefächertes Berufsspektrum ab und daher halte ich es generell für sehr wichtig, sich bereits als Student in verschiedenen Berufsfeldern auszuprobieren.


Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 10/2017 - 02/2018

Praktikumsgeber: AHK Argentinien

Gastland: Argentinien

Vorbereitung

Bereits im November 2016 habe ich mich auf die Suche nach möglichen Praktikumsgebern begeben. Von Anfang an stand meine Entscheidung fest, mein Pflichtpraktikum im Ausland zu absolvieren. Besonders interessierte mich der spanisch-sprachige und portugiesisch-sprachige Raum, da ich beide Sprachen bereits spreche und gerne weiter verbessern wollte, und auch kulturell an diesem Sprachraum interessiert bin.

Auf meiner Suche nach interessanten ausländischen Praktikumsstellen für Studenten aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich stieß ich auf mehrere deutsche Institutionen im Ausland. Auf der Homepage des International Office der Universität Potsdam stieß ich zudem auf die Kooperationen der Universität Potsdam mit den Außenhandelskammern in Buenos Aires, Argentinien, Montevideo, Uruguay und Neu-Delhi, Indien. Für meine Bewerbungen brauchte ich jeweils ein Motivationsschreiben, einen Sprachnachweis, einen Lebenslauf und noch einige weitere Nachweise über anzugebende Qualifikationen. Schnell erhielt ich mehrere positive Rückmeldungen und Einladungen der Außenhandelskammern in Spanien, Mexiko, Argentinien und Brasilien zu einem telefonischen Vorstellungsgespräch. Meine endgültige Entscheidung fiel auf die Außenhandelskammer in Buenos Aires. Ausschlaggebender Grund waren das sehr freundliche Bewerbungsgespräch und die gute Arbeitsatmosphäre, die mir dieses vermittelte. Zudem gab es eine freie Praktikumsstelle in der Abteilung Technologie und Innovation, einer recht jungen Abteilung in der AHK Argentinien, die mich besonders interessierte.

Die Kommunikation mit der AHK Argentinien gestaltete sich sehr einfach. Einen Monat nach meinem Vorstellungsgespräch erhielt ich meinen Praktikumsvertrag mit den Daten meines Aufenthalts. Außerdem erhielt ich allgemeine Informationen über die AHK Argentinien, ihre Arbeitsbedingungen und Personalbestimmungen („Manual Personal“) und den ethischen Kodex. Auf die Beantragung eines Visums vor Abfahrt verzichtete ich. Die Visumsbestimmungen in Argentinien sind verglichen mit anderen südamerikanischen Ländern „locker“, sodass es ausreicht, alle drei Monate einmal auszureisen (beispielsweise ins Nachbarland Uruguay) und das Touristenvisum zu erneuern. Schnell waren also alle Formalitäten geklärt und mein Praktikum konnte beginnen.

 

Finanzierung

Die AHK Argentinien zahlt lediglich eine Aufwandsentschädigung, die bei weitem nicht für die Finanzierung des Aufenthalts ausreicht. Ich bewarb mich für das PROMOS-Stipendium und erhielt glücklicherweise ein Teilstipendium, welches in 2 Raten ausgezahlt wurde.
Die Gelder des PROMOS-Stipendiums deckten natürlich nicht die gesamten Kosten meines Aufenthaltes in Argentinien inklusive Flugkosten, konnten mich dennoch finanziell sehr entlasten.
Die Finanzierung eines wenig vergüteten Praktikums ist nicht einfach, allerdings bietet es sich in jedem Fall an, sich für ein Stipendium zu bewerben. Auch die Bewerbung für ein PROMOS-Stipendium ist weniger aufwändig, als viele Studenten annehmen und daher sehr zu empfehlen. Vor allem, weil die Arbeitssituation in Argentinien nicht einfach ist und auch neben dem Praktikum kaum Zeit bleibt zu arbeiten. Nicht zu vergessen die Notwendigkeit eines Arbeitsvisums.

 

Aufenthalt im Gastland

Durch die AHK Argentinien wurde mir der Kontakt einer ehemaligen Praktikantin weitergeleitet, die mir ihrerseits den Kontakt eines Vermieters weiterleiten konnte. Im gleichen Zug konnte ich ihr ein Zimmer in meiner WG in Berlin vermitteln. Das Zimmer in Buenos Aires befand sich in einem großen Haus im Viertel Balvanera, in einem Haus, in dem ich mit 20 anderen Leuten zusammenlebte. Auch wenn das Zusammenleben mit meinen zahlreichen Mitbewohnern sehr schön war, entschied ich mich nach drei Wochen, umzuziehen. Einziger und ausschlaggebender Grund waren die schlechte Belüftung und die Feuchtigkeit in meinem Zimmer, die bei mir einen starken Husten und Halsschmerzen auslösten.

Über die Internetseite „Craiglist“ fand ich jedoch innerhalb einer knappen Woche eine neue WG im Viertel Monserrat, recht in der Nähe meiner alten Bleibe. Meine neue WG teilte ich mit vier weiteren Mitbewohnern verschiedener Nationalitäten (Hawaii, Deutschland und Brasilien). Folglich sprach ich während meines Aufenthaltes zuhause eine Mischung aus Spanisch, Portugie-sisch und Englisch, was ich sehr genoss. Mit meinen Mitbewohnern unternahm ich möglichst viel. Einmal die Woche versuchten wir zusammen zu kochen und wir luden uns sehr oft gegenseitig zu verschiedenen Veranstaltungen ein. Dies ermöglichte mir, an vielen kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen (ein Mitbewohner war Schauspieler, der andere Regisseur) und zudem zeitgleich mehrere Kulturen kennenzulernen.

Die Lebenshaltungskosten in Buenos Aires sind verglichen mit Berlin deutlich höher. Das liegt hauptsächlich an der hohen Inflation und der Wirtschaftspolitik des Landes. In den letzten Jahren verdreifachten sich die Preise. Importierte Lebensmittel, besonders Milchprodukte und Früchte, sind sehr teuer. Da der öffentliche Verkehr staatlich subventioniert wird, ist die Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln günstiger als in Deutschland. Eine Fahrt innerhalb der Stadt kostet umgerechnet 30 Cent.
Bankgeschäfte in Argentinien sind eine schwierige Angelegenheit und mit hohen Kosten verbunden. Es empfiehlt sich monatlich Geld über Azimo abzuheben. Herkömmliches Geld-abheben in einer Bank ist mit hohen Gebühren verbunden.
Freizeitangebote gibt es in Argentinien reichlich. Es gibt zahlreiche Sportangebote und kulturelle Angebote. Besonders hervorzuheben ist die hohe Anzahl von Kulturzentren und kostenlosen Freizeitangeboten. Persönlich bin ich häufig Tanzen gegangen und habe an vielen Tanzworkshops teilgenommen.  

 

Zufriedenheit mit dem Auslandspraktikum

In der AHK herrscht eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre und man wird auch nicht kritisiert oder schief angeschaut, wenn man noch nicht einwandfrei Spanisch spricht.  Zudem herrscht ein großes Gemeinschaftsgefühl und deshalb helfen sich die Kollegen auch untereinander. Wenn ein Bereich beispielsweise gerade sehr viel zu tun hat, dann unterstützen die anderen Abteilungen diesen Bereich. Als Praktikant/in einer Abteilung erlangt man so auch Einblicke in die anderen Abteilungen. Aufgrund des guten Betriebsklimas und der kleinen Größe der Abteilung, fühlte ich mich während des gesamten Praktikums sehr wohl und gut betreut. Die meisten Mitarbeiter sind Argentinier/innen. Zurzeit arbeiten nur fünf deutsche Angestellte und fünf deutsche Praktikanten/Praktikantinnen in der Kammer.
Mein Praktikum umfasste eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben: Beantworten von E-Mails und Telefonaten auf Englisch, Spanisch und Deutsch,  Unterstützung bei verschiedenen Veranstaltungen (Foro Industria 4.0, Empfang der Delegation der FH Südwestfalen), Erweiterung der Datenbank und Datenpflege, Arbeit an der Rezeption, Kommunikation mit Partnern und Sponsoren und Diffusion der Veranstaltungen, Vorbereitung einer argentinischen Delegation zur IFAT, Wahrnehmung verschiedenster Geschäftstermine und diverse Übersetzungen.

 

Persönlicher Mehrgewinn

Die Tätigkeiten und Erfahrungen waren für mich in zwei Aspekten wertvoll. Einerseits habe ich festgestellt, dass mir kommunikative Arbeiten (Korrespondenzen, Gespräche mit Geschäftspart-nern, Übersetzungen) liegen und Freude bereiten. Rein administrative und organisatorische Tätigkeiten am Computer empfand ich teilweise als sehr zäh und es viel mir teilweise sehr schwer, einem strikt vorgeschriebenen Lösungsschema zu folgen. Andererseits habe ich neue organisatorische und kommunikative Fähigkeiten erlangt. So habe ich gelernt, wie man eine große Veranstaltung organisieren könnte und inhaltlich gut füllen kann. Zudem habe ich meine kommunikativen Fähigkeiten in Meetings, Telefonaten und dem Schriftverkehr verbessert. Nicht zuletzt konnte ich auch meine Spanischkenntnisse und meine interkulturelle Kompetenz verbessern.
Als Praktikant speziell an der AHK Argentinien empfiehlt es sich sehr, bereits über gute bis sehr gute Spanischkenntnisse zu verfügen. Falls es anfangs sprachlich ein wenig hapert, stellt dies kein Problem dar, allerdings sollte die Bereitschaft bestehen, spontan auf Spanisch ein Gespräch oder Telefonat zu führen und eine E-Mail oder einen Artikel zu verfassen. Zudem sollte ein Praktikant die Fähigkeit mitbringen, selbstorganisiert und strukturiert zu arbeiten. Im Laufe meines Praktikums und meines Aufenthaltes in Argentinien, konnte ich meine Sprachkenntnisse (mündlich und schriftlich) weiterhin verbessern.

 

Resümee, abschließende Tipps und hilfreiche Links

Eine empfehlenswerte Seite mit unzähligen Restaurants, aufgelistet nach Beliebtheit und Geschmack lautet:
Pick up the fork


Für die Wohnungssuche in Buenos Aires empfehle ich folgende Seiten:
Craiglist

www.compartodepto.com

Airbnb

 

Monatliche Überweisungen:

Azimo


Alle Milongas der Stadt:

Holy Milonga

 

 

Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 10/2017 - 02/2018

Praktikumsgeber: AHK Argentinien

Gastland: Argentinien


Aktuell haben wir Kooperationspraktika in England, Polen, Spanien, Frankreich, der Türkei, Israel, Indien, Argentinien, Brasilien und Uruguay akquiriert. Von studienbezogenen Praktika bis hin zu fachübergreifenden Angeboten bieten wir Studierenden einen bunt gedeckten Tisch mit Praktika auf dem Silbertablett.

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