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Praktikum beim La Jolla Institute for Immunology in San Diego

Für meine Masterarbeit habe ich beschlossen, ein Forschungslabor mit dem Fokus auf Immunologie in einem englischsprachigen Land zu suchen. Über einen Bekannten habe ich Kontakt zu einem Abteilungsleiter in San Diego bekommen und nach Einsendung eines Cover letters und meines CV’s die Zusage für einen Praktikumsplatz bekommen. Für die gesamte Organisation hatte ich große Unterstützung des Human Ressources Departments des Instituts. Sie haben den Antrag für ein J1 Visum eingereicht, sodass ich online die wichtigsten Formulare ausfüllen und am Ende nur noch persönlich den Antrag bei der U.S Botschaft einreichen musste. Innerhalb von ein paar Wochen wurde mir dann der Reisepass mit Visum zugeschickt. Die Kommunikation verlief in Englisch, wobei ich alles Inhaltliche mit dem Labor und Projektbetreuer direkt abgesprochen habe und das Formale mit HR geregelt wurde. So war innerhalb von ein paar Monaten alles Wichtige organisiert


Studienfach: Ernährungswissenschaften Master of Science

Aufenthaltsdauer: 10/2018 – 07/2019

Praktikumsgeber: La Jolla Institute for Immunology

Gastland: USA

Finanzierung

Für mich war die Finanzierung des Auslandspraktikums ein sehr wichtiger Aspekt bevor ich mich entschieden habe, in die USA zu gehen. Da mir bewusst war, dass die Lebenshaltungskosten vor allem in Californien sehr hoch sind und ich keinen Anspruch auf Auslands-BAföG hatte, habe ich mich auf die Suche nach Stipendien gemacht. PROMOS war dabei meine erste Wahl, da es auch für Abschlussarbeiten angeboten wird. Nach Einreichen der geforderten Bewerbungsunterlagen wie Motivationsschreiben, Zeugnisse und Lebenslauf erhielt ich zunächst eine Absage. Wenige Monate nach Praktikumsbeginn habe ich dann doch noch eine Nachbewilligung für eine Förderung von 2 ½ Monaten bekommen, was mir eine große Unterstützung war.
Zusätzlich zum Stipendium habe ich auch bei meinem Laborleiter in den USA nach Möglichkeiten für eine finanzielle Unterstützung gefragt und von ihm eine kleine monatliche Zuzahlung von $400 bekommen.
Zusammen mit Unterstützung von meinen Eltern und meinem eigenen Ersparten konnte ich mir so die 9 Monate finanzieren. Da die Lebenshaltungskosten in San Diego bei ca. $1400-$1700 liegen, empfehle ich jedem, der einen Auslandsaufenthalt in Californien plant, vor Abreise genau zu überlegen, wie die Zeit finanziert werden kann. Bei dem Praktikumsanbieter nach Finanzierungshilfen zu fragen ist denke ich immer hilfreich, da sie vielleicht auch von Stipendien für Praktikanten aus dem Ausland wissen oder eben selbst aushelfen können.

Aufenthalt im Gastland

Das Erste, worum ich mich bei Ankunft im Gastland gekümmert habe, war die Wohnungssuche. Auf Internetseiten wie craigslist oder ebay hatte ich vorher schon ein paar Wohnungsanzeigen gesehen, allerdings war zum Teil die Kommunikation ein bisschen schwierig und ich wollte die Wohnung oder das Zimmer gerne persönlich sehen. So habe ich mir für die ersten paar Nächte ein Hostel gebucht und vor Ort nach einem Zimmer gesucht. Geantwortet haben mir sehr wenige, aber ich habe trotzdem nach ein paar Tagen ein möbliertes Zimmer gefunden. Was ich bei der Wohnungssuche nicht beachtet habe, aber jedem empfehlen würde, ist dass das öffentliche Verkehrsnetz in den USA nicht so gut ausgebaut ist wie in Europa. Für mich war es finanziell keine Option, ein eigenes Auto zu kaufen, so hatte ich Glück, an einer guten Busroute zu wohnen, von wo aus ich gut zur Arbeit und in die Stadt kam. Zusammen mit Carsharing Optionen wie uber und lyft war es so kein Problem von Ort zu Ort zu kommen. Wenn das Geld dafür da ist, bietet ein Auto aber auf jeden Fall mehr Flexibilität.
In Californien ist es etwas schwierig mit Überweisungen, da dort eher das Check-System benutzt wird, daher habe ich mir ein Bankkonto eröffnet. Dies ging ohne Problem und war unter anderem hilfreich, wenn meine deutsche Kreditkarte nicht akzeptiert wurde, was allerdings nicht allzu oft vorkam.
Für meine Freizeit habe ich zu Beginn oft die App bzw. website Meetup genutzt, wo Events und Gruppenaktivitäten vor allem für Leute, die neu in der Stadt sind, organisiert werden. Das erleichtert das Kennenlernen von neuen Leuten und man kann viel Neues ausprobieren.

Zufriedenheit mit dem Praktikum

Mit meinem Praktikum war ich insgesamt sehr zufrieden. Betreut wurde ich durch eine deutsche Postdoc, die mir sehr viel zugetraut und mich selbstständig hat arbeiten lassen. Ich hatte dort ein eigenes Forschungsprojekt, bei dem ich eine Färbemethode für Immunzellen in deutschem Pankreasgewebe von Organspendern mit Typ 1 Diabetes entwickelt habe. Mit meiner Betreuerin habe ich regelmäßig die Ergebnisse besprochen und überlegt, was der nächste Schritt sein könnte. Die Arbeitszeiten waren sehr flexibel, was vielleicht zum Teil an der südkalifornischen Mentalität liegt. So habe ich zwischen 8-10 Stunden am Tag gearbeitet, aber konnte nach meinem eigenen Rhythmus entscheiden, wann ich anfange und aufhöre.
In meinem Labor waren leider keine anderen Studenten oder Doktoranden, was das Kennenlernen von Leuten etwas schwieriger gemacht hat, aber das Verhältnis zu meinen Arbeitskollegen war trotzdem sehr gut und wir haben auch privat ab und zu etwas unternommen.
Das Labor war Teil eines non-profit Forschungsinstituts, was sehr bemüht war, den 400 Angestellten das Arbeiten so angenehm wie möglich zu machen. So gab es regelmäßige kostenlose Angebote wie wöchentliche Yoga-Stunden, monatliche Happy Hour, Seminare und Vorträge von internen und externen Forschern und vieles mehr.
Das gesamte Arbeitsumfeld war sehr international mit relativ wenigen Amerikanern, was die Verbesserung meines Englisch etwas erschwert hat. Über die lange Zeit und durch das Kennenlernen von englischsprachigen Leuten außerhalb des Instituts habe ich allerdings doch eine Verbesserung meines Englisch gemerkt. Auf der anderen Seite habe ich sehr viel über andere Kulturen gelernt und auch bei der amerikanischen Kultur trotz viel Ähnlichkeit ein paar Unterschiede zur deutschen Kultur gesehen.

Persönlicher Mehrgewinn

Mir persönlich ist es sehr wichtig, Lebens- und Arbeitsweisen aus anderen Ländern kennenzulernen, weshalb ich gerne meine Masterarbeit mit einem Auslandsaufenthalt verbinden wollte. Dies ist denke ich in der Forschung, die ohnehin schon sehr international ist, relativ unkompliziert. So war die Anerkennung der Arbeit nur eine Formalität. Durch das eigene Forschungsprojekt habe ich gelernt, eigenständig zu arbeiten, meine Versuche zu planen und zu entscheiden, was nach einem Misserfolg als nächstes probiert werden könnte. Auch das Präsentieren meiner Ergebnisse konnte ich durch die Teilnahme an regelmäßigen Labor-Meetings üben.
Der größte, positive Effekt zeigt sich denke ich in der eigenen Persönlichkeit, da man schnell lernen muss, auf fremde Leute zuzugehen und sich selbstständig ein neues Leben mit fremder Sprache und fremdem System aufzubauen. Daher möchte ich diese Erfahrung nicht missen und empfehle sie jedem, da sie einem hilft, mehr Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit aufzubauen, was für die Zukunft nur hilfreich sein kann.
Die offene und freundliche Art der Amerikaner hat es mir persönlich sehr leicht gemacht, mich dort schnell wohlzufühlen. Es war nie ein Problem Leute anzusprechen, wenn man Hilfe brauchte oder sich nicht zurechtgefunden hat und die Amerikaner waren meistens sehr hilfsbereit. Zudem hilft es, gute Englisch Grundkenntnisse zu haben, was bei den meisten deutschen Studenten der Fall ist. So fängt man sprachlich nicht bei null an und kann sich von Beginn an gut verständigen. Auch wenn ich mit vielen Deutschen dort zu tun hatte, ist mein Englisch fließender und mein Vokabular größer geworden. Bei der immer internationaler werdenden Job-Situation und für meine persönliche Zukunft in der Forschung ist dies denke ich sehr hilfreich. Kulturell und politisch lernt man auch sehr viel dazu, vor allem durch Kontakt zu Einheimischen. Dabei habe ich Leute kennengelernt, die sehr kritisch der Regierung gegenüberstehen aber auch welche, die sie unterstützen und eher das Positive sehen. Auch die Unterschiede zwischen dem amerikanischen und deutschen Sozialsystem werden einem sehr deutlich und es hilft einem, manche Dinge im eigenen Land mehr wertzuschätzen.

Studienfach: Ernährungswissenschaften Master of Science

Aufenthaltsdauer: 10/2018 – 07/2019

Praktikumsgeber: La Jolla Institute for Immunology

Gastland: USA


Rückblick

Insgesamt bin ich mit meinem Forschungspraktikum in den USA sehr zufrieden und ich habe viel über selbständiges und wissenschaftliches Arbeiten gelernt. Wenn man die Wahl hat zwischen verschiedenen Forschungsgruppen, ist es vielleicht gut, sich eine Gruppe mit anderen Studenten zu suchen, um schneller Anschluss zu finden. Eine andere gute Möglichkeit junge Leute kennenzulernen, bietet die Organisation Meetup oder die Suche nach Sportvereinen. Bei einem Aufenthalt in den USA empfehle ich, die Finanzierung vorher gut zu planen, da die Lebenshaltungskosten sehr hoch sind. Vor Ort eine Wohnung zu finden, ist meiner Erfahrung nach kein großes Problem, nur sollte man sich die Lage gut aussuchen, wenn man z.B. auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist.

 

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