Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Durch die Informationen, die ich am International Day erhielt, wurde mir klar, dass ich ein Auslandspraktikum gegenüber einem Auslandsstudium vorzuziehen ist, da es schneller und etwas flexibler planbar war und ich primär Arbeitserfahrung sammeln wollte. Bei der Wahl meines Gastlands war ich offen. Der Praktikumsgeber und welche Tätigkeiten ich dort übernehmen würde, standen für mich im Fokus. Bei einem Beratungstermin im International Office bei Frau Elisabeth Borsdorf konnte ich von einem „Praktikum auf dem Silbertablett“ profitieren. Mein Praktikumsgeber ist die Bente Kahan Stiftung in Breslau, Polen geworden.

Um den Praktikumsplatz bewarb ich mich mit meinem Wunschzeitraum und mit einer klassischen Bewerbung samt Anschreiben und Lebenslauf. Dieser wurde vom Career Service gegengelesen und ich erhielt wertvolle Tipps zur Optimierung. Kann ich sehr empfehlen. Für das Erasmus Plus Modalitätsprogramm musste ich mich ebenfalls mit einem Motivationsschreiben bewerben. Die Kommunikation mit dem Praktikumsgeber lief im Vorfeld über E-Mail und auf English. Auch vor Ort lief die Kommunikation auf Englisch. Es gab im Vorfeld einen Praktikumsvertrag, der Tätigkeiten, Arbeitszeiten und Vergütungen etc. festhielt. Dieser wurde auch von Erasmus Plus gefordert.

 


Studienfach: Europäische Medienwissenschaften

Aufenthaltsdauer: 10/19 - 03/20

Praktikumsgeber: Bente Kahan Stiftung

Gastland: Polen

Finanzierung des Aufenthaltes

Ich habe mich für das Erasmus Plus Mobilitätsprogramm als unterstützende Finanzierung beworben. Der Bewerbungsprozess mittels eines Online Tools ist sehr transparent und nachvollziehbar. Jeder Schritt ist dort aufgelistet und jedes Dokument kann online hochgeladen werden. Vom Praktikum selbst erhielt ich keine Vergütung, jedoch Freikarten für unsere Events und ein Monatsticket fürden ÖPNV. Mit Erasmus Plus und ein wenig Erspartem konnte ich sorglos meinenAufenthalt finanzieren. Man muss dazu sagen, dass Polen, was die Lebenshaltungskosten angeht meinem Budget sehr entgegen kam. Ich konnte jedoch durch meinen Nebenjob im Grafikbereich von Polen aus kleine Aufträge annehmen und mein Auslandsbuget aufbessern. 

Leben in Breslau/Wroclaw

Meine WG habe ich über Erasmus gefunden. Sie war nicht die Preiswerteste, aber ich würde sie jederzeit nochmal nehmen. Ich habe mehrfach überprüft, dass es die Wohnung tatsächlich gibt. Auf mehreren Portalen war sie eingestellt und ich habe jemanden vor Ort gebeten zu gucken, ob es unter der Adresse eine Wohnung gibt. Ich musste eine Kaution bezahlen und Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Ich wollte alles überprüft haben und habe auch eine Skype Wohnungstour mit dem Vermieter ausgemacht. Wie bereits erwähnt in Polen sehr gut machbar. Ab 200 Euro im Monat gibt es Unterkünfte. Höher geht natürlich immer. Lebensmittel sind nur etwas günstiger als in Berlin, dafür sind Essengehen, Aktivitäten und Tickets im Vergleich sehr günstig.Auch öffentliche Verkehrsmittel sind sehr preiswert. Mit einer App Namens: Jakojade findet man schnell jede Verbindung. Tickets können in der Tram mit Karte bezahlt werden und draußen am Automaten auch mit Bargeld. Banken gibt es überall. Einfach mal mit der Heimatbank klären, ob es Partnerbanken gibt, bei denen man kostenlos abheben kann. Sonst kann man in Breslau alles mit Karte bezahlen, aber auch hier können Gebühren anfallen. Das Freizeitangebot Breslaus bietet für jeden etwas. Nicht umsonst wurde Breslau zur Kulturhauptstadt des Jahres 2016 erklärt. Es gibt ein internationales Musikforum, Theater, Jazzclubs, die Oper, Cafés reihen sich aneinander, Clubs, Kneipen, Restaurants, Arthouse Kinos, normale Kinos, Strandbars, Bootstouren, Museen, Aussichtspunkte, Zoo, Aquarium und zahlreiches mehr. Die Stadt ist umringt von Parks und auf der Sand- und Dominsel kann man diversem Wassersport frönen. Ob Nachtschwärmer, Stadtbummler oder Sportler jeder findet hier sein Stück vom Glück. Darüber hinaus bieten Fitness Studios leichten Zugang für Erasmusstudenten und es gibt Sprachschulen für die weiter Fortbildung vor Ort.

Arbeit bei der Bente Kahan Stiftung

Bei der Bente Kahan Stiftung half ich beim Veranstaltungsmanagement und warb für die Veranstaltungen und Ausstellungen in den sozialen Medien und auf der Website der Stiftung. Ich war Event- und Portraitfotografin bei den Veranstaltungen der Stiftung und bearbeitete die Aufnahmen später für unterschiedliche Promotionkanäle. Ich übernahm die Übersetzung zahlreicher Texte unserer Ausstellungen von Englischen ins Deutsche und erstellte Layouts für verschiedene Werbematerialien der Stiftung - Flugblätter und Broschüren zu unseren Workshops und Ausstellungen. Ich entwickelte mit Bente Kahan ihre Rede in deutscher Sprache für die Verleihung des Brückepreises 2019. Während meines Praktikums recherchierte ich für die Erweiterung unserer Dauerausstellung. Außerdem schlug ich mehrere Konzepte und Ideen für weitere Veranstaltungen und Ausstellungen in der Synagoge vor. Ich hatte die Gelegenheit, die Besonderheiten der Arbeit bei einer NGO kennen zu lernen. 

Zufriedenheit und persönlicher Mehrgewinn

Ich wurde von allen Seiten wunderbar betreut. Von der Heimatuni, meinen Kollegen und Chefinnen und dem Erasmus Plus Programm. Das Arbeitsklima war offen und sehr angenehm.Ich konnte alles offen ansprechen und meine Beiträge wurden immer sehr offen aufgenommen. Ich muss sagen, dass es erstaunlich reibungslos lief und die Nachfragen oder Unsicherheiten, die es gab, würde ich gar nicht als Probleme bezeichnen wollen, da sich alles im Gespräch klären ließ. Was kulturelle Unterschiede angeht, habe ich nur Offenheit von meinen Kolleginnen erfahren. Ich konnte jederzeit alles fragen.

Fachlich habe ich bestehende Fähigkeiten vertieft und neue Bereiche, besonders im Grafik Design, Museumsarbeit und in der Promotion gelernt. Ein Zugewinn an Sicherheit und Routine in den Arbeitsabläufen festigten das Selbstbewusstsein. Besonders die Kommunikation und Flexibilität haben sich erhöht. Das Praktikum war für mich ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zum Beruf, aber auch zur Themenfindung meiner Masterarbeit. Besonders mein Englisch wurde verbessert, da es meine Arbeitssprache war und ich in einer internationalen WG gewohnt habe.  In der Stiftung habe ich zudem viel über den jüdischen Glauben und die jüdische Tradition, sowie die Arbeit mit Kulturerbe gelernt. Hier war man mir gegenüber immer offen und hat mir viele Einblicke gewährt. Die politische Situation in Polen ist sehr schwierig, da die Politik sehr rechts-konservativ ist. Freunde von mir hatten mit Fremdenfeindlichkeit zu kämpfen und am Nationalfeiertag wurden wir angehalten nicht raus zu gehen, weil man uns als Ausländer erkennen konnte. Ich war trotzdem draußen und es gab keinen Aufruhr. Sich vor Rechtsradikalen zu verstecken halte ich für kein gutes Zeichen. In meiner Freizeit habe ich nur freundliche und offene BreslauerInnen erlebt. Die große Masse spricht wunderbar Englisch. Einige ältere Herrschaften sogar Deutsch. Die Stadt ist voller internationaler Studenten und so lernt man auch voneinander nicht nur über die Kultur des Gastlandes, sondern über die unterschiedlichsten Traditionen in den verschiedensten Heimatländern.

Studienfach: Europäische Medienwissenschaften

Aufenthaltsdauer: 10/19 - 03/20

Praktikumsgeber: Bente Kahan Stiftung

Gastland: Polen


Resümee

Lasst euch beraten und arbeitet dann Stück für Stück die nötigen Schritte ab. Es ist alles machbar. Die Uni Potsdam bietet so viele Anlaufstellen und beste Unterstützung. Ich würde euch raten etwa eine Woche vor Praktikumsbeginn im Gastland einzutreffen. So habe ich es gemacht und habe eine Woche lang das volle Touristenprogramm gemacht. Ich bin viel gelaufen und habe die Stadt erkundet, den Supermarkt und die Bank, habe meine WG kennengelernt und hatte Zeit anzukommen. Habt Mut und geht ins Ausland. Ihr werdet davon profitieren.

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