Workshop "Joint Labs - was braucht´s zum Erfolg?"

Plenum Workshop, Eröffnung durch Christin Skiera
Foto: Karla Fritze - Universität Potsdam

Joint Labs - was braucht´s zum Erfolg?

Eine Frage die sich beim 2. Workshop zur Thematik Joint Labs vor allem an Transferinteressierte aus Hochschulen, Forschung und Politik richtete. „Das Thema trifft den Zahn der Zeit“, sagte Carsten Feller vom MWFK-Brandenburg in seiner Begrüßungsrede. Mehr als 80 Gäste aus ganz Deutschland waren der Einladung nach Potsdam gefolgt.

Die zweite Auflage des Workshop-Formates hatte sich den Themen „Open Innovation in Science“ und offenen Kollaborationsformen verschrieben – mit dem Fokus auf geeigneten Wegen zur strategischen Öffnung von Wissenschaft und Innovation.

Gemeinsam statt einsam forschen 

Über ihre Zusammenarbeit in den Joint Labs OPAT und BioF berichteten Dr. Andreas Bergner, Teilprojektkoordinator im Technologiecampus (TC) der Innovativen Hochschule Potsdam und Dr. André Geßner, Projektverantwortlicher am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP. „Joint Labs bieten die Chance, das siloartige Forschen zu verlassen und externe Impulse einzufangen, um Innovationen zu beflügeln”, sagte Geßner. “Dabei entfernen sich alle Beteiligten von ihrer Einzelkämpfermentalität.“ 

„Ich teile im Joint Lab“, betonte Andreas Bergner, „aber ich erwarte auch, dass mein Partner etwas mitbringt. Ein Joint Lab funktioniert, wenn wir zusammenkommen und uns austauschen. Woran langfristig noch gearbeitet werden muss ist der Top-Down-Support.” Ein Wunsch, den beide Redner haben: Die Hochschulverwaltung soll die Chancen von Offenheit erkennen und mit eingebunden werden. Das schafft neue Anreize zu neuen Innovationsformaten.

Offenheit und kollaborative Ansätze als Innovationstreiber

Prof. Marion Poetz von der Copenhagen Business School und der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Wien, begeisterte die Zuhörer mit ihrem Vortrag zum Thema „Open Innovation in Science - OIS“. Sie berichtete welche Mechanismen den Wissensfluss über Organisationsgrenzen hinweg fördern und welche erfolgreichen Open Science-Plattformen existieren. Herausgearbeitet wurde auch, was OIS möglich macht und was beim Implementieren von OIS herausfordert.

Ähnliches hat auch Florian Schütz, vom Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) erfahren. Er betonte, dass es bei kollaborativen Forschungsansätzen immer angepasste Einstellungen braucht - genauso wie neu gestaltete Ziele, Strategien und Methoden für die innovativen Handlungen.

Dr. Kai Hilscher, Leiter der Geschäftsstelle Reallabore im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, informierte die Teilnehmer*innen zu Reallaboren. In diesen testet man Erfindungen und Neuerungen, um sie passgenau zu gestalten. Neu beim Reallabor-Format ist, dass parallel zu den Innovations-Tests auch an passenden Rechtsnormen gearbeitet wird. Das birgt viele Chancen, Strukturen neu zu gestalten.

Kreativer und offener Ideen- und Lösungsaustausch

Im Anschluss an die Keynotes gingen die Teilnehmer*innen in die Gruppenarbeit, in der sie sich zu 6 Detail-Themen rund um den Transfer in Joint Lab -Kooperationen austauschten. Diese waren:

  • Strategische Öffnung,
  • organisatorische Rahmenbedingungen,
  • Erfolgskriterien,
  • Wege in die Praxis,
  • Austausch mit der Gesellschaft
  • Begriffe und Definitionen.

Dabei identifiziert alle auch Chancen und Potentiale der jeweiligen Themen. Anhand bestehender Herausforderungen entwickelten die Teilnehmer*innen konkrete Lösungsansätze.

Hierbei zeigte sich, dass mitunter neue Kulturen des Miteinander-Arbeitens entstehen müssen. Notwendig sind auch veränderte Anreizstrukturen für die beteiligten Forscher*innen. Geklärt werden muss, wie Wissenschaftseinrichtungen unübliche Wissensträger – z.B. aus Politik und Gesellschaft –in Innovationsprozesse einbinden. Viele Anwesende möchten sich bidirektional mit der Gesellschaft austauschen und deren Input als gleichberechtigt aufnehmen.

Diskussion auf Augenhöhe

Die Ergebnisse und Fragen der Gruppenarbeit wertete das Plenum in einer offenen Podiumsdiskussion aus. Hierbei teilten Dr. Cora Scholten (Bayer), Prof. Dr. Dirk Reichelt (HTW Dresden), Ajibola Olalowo  (MWFK-Brandenburg) und Dr. Jörn Krupa  (Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum) ihre persönlichen Sichtweisen auf die Problematik.

Das Publikum brachte immer wieder Fragen in eine angeregte Fish-Bowl-Diskussion ein. Diese zeigten, wie verschieden die Erfahrungen und Erwartungen der Teilnehmer*innen waren, aber auch wie aktuell und wichtig das Thema insgesamt ist.  

Fazit: Viele Dinge sind auf einem guten Weg. Wissenschaftler müssen motiviert werden, im Transfer neue Wege zu gehen. Die Universität Potsdam legt dafür das Fundament – und startet im Herbst ein OIS-Ausbildungsprogramms.

Portrait Dr. Andreas Bergner

Dr. Andreas Bergner

Teilprojektkoordinator Technologiecampus (Joint Lab VR)

 

Campus Golm
Universität Potsdam
Physikalische Chemie - innoFSPEC
Am Mühlenberg 3, Haus 60
14476 Potsdam

Stimmen zum Workshop

Präsident der Universität Potsdam - Prof. Günther

Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam:

„Die Gewinnung des Innovative Hochschule Projektes Inno-UP wäre ohne die vielen Kooperationen mit den Instituten vor Ort nicht möglich gewesen.“

Begrüßungsrede Prof. Hofmann Abteilungsleiter für Strategie und Marketing vom Fraunhofer IAP

Prof. Dieter Hofmann, vom Fraunhofer IAP zu den 2 implementierten Joint Labs zwischen den Fraunhofer-Instituten in Golm und der Universität Potsdam:

„Diese Kooperationsformen ermöglichen zusammen mit dem Fraunhofer-Leistungszentrum die Kommunikation auf Augenhöhe mit der Innovativen Hochschule Potsdam.“

Begrüßungsrede Tim Lücken, Bundesministerium für Bildung und Forschung

Tim Lücken, Bundesministerium für Bildung und Forschung:

„Bei den Innovativen Hochschulen geht es darum, Verantwortung für sich als Hochschule und für die Region zu übernehmen. Es werden neue Möglichkeitsräume geschaffen, um Wissen stärker zur Wirkung für die Menschen zu bringen.“

Der Workshop „Joint Labs - was braucht´s zum Erfolg?“ war eine Kooperation unter Beteiligung von:

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