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Fünf Jahre School of Jewish Theology

Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka, Direktor der School of Jewish Theology Foto: Tobias Barniske.

Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka, Direktor der School of Jewish Theology Foto: Tobias Barniske.

Mit einem Festakt im Museum Barberini feierte die School of Jewish Theology an der Universität Potsdam am 3. Dezember ihr fünfjähriges Bestehen. Als Vertreter des Stiftungsrates der Leo Baeck Foundation würdigte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow die Aufbauarbeit. Zudem sprachen Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Martina Münch sowie der Präsident der Universität Potsdam, Professor Oliver Günther, Ph.D.  Zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland nahmen teil, so auch von kooperierenden Universitäten in Paris, Krakau, Poznań und Moskau. Klara Geywitz erhielt beim Festakt die Abraham-Geiger-Plakette. Die Religionspolitische Sprecherin der SPD im Landtag Brandenburg wurde für „ihre herausragenden Verdienste für die Errichtung des Fachs Jüdische Theologie an der Universität Potsdam und damit der Gleichstellung der akademischen Rabbinerausbildung mit den Theologien an deutschen Hochschulen“ gewürdigt. Anlässlich des Jubiläums stellte die School of Jewish Theology aktuelle Projekte vor, darunter die gerade abgeschlossene Neu-Edition der Hebräischen Bibel in der revidierten Übersetzung von Rabbiner Ludwig Philippson, das Publikationsprojekt Encyclopedia of Jewish-Christian Relations und die Arbeit des Forums „Religionen im Kontext“.


Mit der Eröffnung der School of Jewish Theology an der Universität Potsdam erfüllte sich im November 2013 nach fast zweihundert Jahren die Forderung nach der Gleichberechtigung der jüdischen Theologie mit den christlichen Theologien und den Islam-Studien. Die Aufbauphase ist mit der Besetzung aller Professuren inzwischen abgeschlossen. Zwei dieser Professuren werden im Verbund mit dem Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg unterhalten. Dass die Jüdische Theologie 2019 gemeinsam mit den beiden Rabbinerseminaren ein eigenes Gebäude auf dem Campus Am Neuen Palais beziehen wird, ist ein anschauliches Zeichen dafür, dass das in Europa einmalige Fach im Potsdamer Universitätsbetrieb fest integriert ist. Derzeit sind 160 Studierende eingeschrieben, 24 von ihnen streben ein Rabbinat oder Kantorat an.


Das Studium bietet Einblicke in die jüdische Religionspraxis in Geschichte und Gegenwart. Die Studierenden erwerben grundlegende Kenntnisse der facettenreichen jüdischen Religionsgeschichte in ihrer gesamten 3000jährigen Entwicklung. Die inhaltlichen Schwerpunkte reichen vom rabbinischen Judentum der Antike und des Mittelalters bis zum modernen Judentum in seiner ganzen lebendigen Vielfalt. Jüdische Theologie ist ein bekenntnisbezogenes Fach, steht aber Interessierten unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit offen. Die Kantorenausbildung in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Geschichte der jüdischen Musik an der Musikhochschule Franz Liszt Weimar ist in Europa ebenfalls einmalig. Daneben bestehen europäische Kooperationsprojekte innerhalb des Erasmus-Programms.
Die 2006 eingerichtete Leo Baeck Foundation mit Sitz im Land Brandenburg ist die Partnerin der Universität Potsdam bei der Entwicklung der School of Jewish Theology.  Sie steht in der Tradition der Natalie und Leo Baeck-Stiftung, die 1937 von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin zum 25. Amtsjubiläum von Rabbiner Dr. Baeck zur Unterstützung  jüdischer Theologie-Studierender errichtet worden war.


Text: Antje Horn-Conrad/ Hartmut Bomhoff
Online gestellt: Alina Grünky
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de