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30.06.–02.07.2017: Symposium: „Massengewalt in Südosteuropa – Vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart“

Nationalismus östlich von Triest, so der Historiker John P. Plamenatz, hatte grundsätzlich eine stärker destruktive Komponente als im Westen. Von den Balkankriegen führt eine Spur zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, zu den Gewalttätigkeiten der Zwischenkriegszeit und der Kollaborations- und Besatzungsregime der 1940er Jahre bis zum Zusammenbruch des Kommunismus und den darauffolgenden Bürgerkriegen.

Im Rahmen des Symposiums wird nach den Wurzeln des Phänomens von ethnischen „Säuberungen“ in dieser Region gefragt. Wo liegen die Unterschiede zwischen den Mord- und Vertreibungsaktionen der Staatenwelt im Untersuchungsgebiet vor und nach den Balkankriegen? In welcher regionalen oder auch lokalen „Tradition“ stehen die Kriege im sich auflösenden Jugoslawien 1992–2001? Welche Folgen hat die gewaltsame „Entfernung“ von großen Bevölkerungsgruppen auf die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung einer davon betroffenen Region mittel- und langfristig?

Herr Heiko Brendel vom Lehrstuhl für Militärgeschichte/Kulturgeschichte der Gewalt wird zum Thema „Sprache, Religion und Gewalt im österreichisch-ungarisch besetzten Montenegro 1916–1918“ vortragen.

Das Symposium findet vom 30. Juni bis zum 2. Juli 2017 im Lepsiushaus Potsdam statt, Veranstalter sind das Lepsiushaus Potsdam, das Internationale Institut für Nationalitätenrecht und Regionalismus in München sowie das Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam.

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