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01.06.2016: Bericht: Exkursion zum Berlin War Cemetery und Waldfriedhof Halbe

Zum Ende des Semesters hin besuchten Studierende der Universität Potsdam mit Prof. Sönke Neitzel, Inhaber des Lehrstuhls für Militärgeschichte und Kulturgeschichte der Gewalt, den Soldatenfriedhof an der Berliner Heerstraße. Die Exkursion fand im Rahmen des Oberseminars „Der lange Schatten. Der Zweite Weltkrieg in der Erinnerung“ statt. In dem Kurs für Masterstudierende wird die Erinnerung an Krieg und Diktatur in Politik Medien und Gesellschaft in ausgewählten Ländern analysiert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf methodischen Reflexionen über die Funktionen und Mechanismen des kollektiven Gedächtnisses von 1945 bis heute.

Von den an der Heerstraße bestatteten 3.576 Gefallenen waren 2.676 britischer Nationalität sowie 527 Kanadier, 223 Australier, 56 Neuseeländer, 50 Inder, 31 Südafrikaner, fünf Polen. Die Mehrzahl fiel bei den Luftangriffen auf Berlin. Obgleich hauptsächlich Christen haben dort auch Muslime, Hindus und Sikh ihre letzte Ruhe gefunden. Hieran zeigt sich der globale Charakter des Zweiten Weltkrieges. Polen waren beispielsweise, nach den Soldaten des British Empire und Commonwealth, die größte Soldatengruppe im Luftkrieg der Royal Air Force gegen NS-Deutschland.

Nachmittags erreichte die Gruppe den Waldfriedhof Halbe. In Halbe, einem kleinen Ort ca. 40 Kilometer süd-östlich von Berlin, tobte in den letzten Apriltagen bis zum 1. Mai 1945 eine äußerst brutale und für die Ostfront vielfach typische Schlacht. 40.000 deutsche wie sowjetische Soldaten und Zivilisten, viele davon Flüchtlinge, wurden getötet. Aufgrund der großen Menge an Toten und den sommerlichen Temperaturen musste die Bestattung schnell geschehen. 1951 begann die Umbettung der Gräber, es entstand der Waldfriedholf Halbe als zentrale Begräbnisstätte und größte dieser Art in Brandenburg. Inzwischen wurde etwa 24.000 Gebeine von Soldaten und Zivilisten, aber auch von ermordeten sowjetischen Zwangsarbeitern und Opfern des sowjetischen Geheimdienst NKWD, der ab April 1945 bis 1947 das Speziallager Ketschendorf betrieb, umgebettet. Betreut wird diese Arbeit vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V..

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