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Europa im Kalten Krieg

Der Kalte Krieg zwang beide "Lager" über fast fünfzig Jahre in ein spezifisches Werte-, Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltenskorsett mit der direkten und vielfach unüberbrückbar erscheinenden dualistischen Zuordnung von Freund und Feind. Vermittelnde Positionen oder gar Übergänge zur jeweils ?anderen Seite? wurden dadurch fast automatisch zum ?Verrat?. Die Berücksichtigung der jeweiligen individuellen Motive oder der genaueren politischen Umstände spielten in dieser Bewertung in der Regel keine Rolle. Dies gilt insbesondere für das geteilte Deutschland, wo Biographien häufiger und deutlicher durch den Konflikt gebrochen wurden. Diese Problematik untersucht auch der erste Untersuchungsgegenstand innerhalb des Teilprojekts:

Einzelprojekt 1: Bundesbürger als Übersiedler in der DDR 1949-1989

Projekt abgeschlossen
Veröffentlichung: Bernd Stöver: Zuflucht DDR. Spione und andere Übersiedler, München: C.H. Beck, 2009

Das Projekt, das ursprünglich als DFG-finanziertes Forschungsprojekt am ZZF begonnen wurde und in großen Teilen auf gerade freigegebenen Archivmaterialien fußt und nun innerhalb des gemeinsamen Forschungsprogramms der Philosophischen Fakultät an der Universität Potsdam "Regionalität und Identität in Europa" weitergeführt wird, macht auf eine in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit und der historischen Forschung bisher weitgehend vergessene, dennoch aber historisch bedeutsamen Gruppe aufmerksam: Etwa 550.000 Bundesbürger kamen während des Kalten Krieges aus der Bundesrepublik bzw. aus Westberlin in die DDR; darunter viele bekannte Namen. Der größte Teil dieser Übersiedler war allerdings nicht prominent, was gleichzeitig die Möglichkeit eröffnet, jenseits der "großen Fälle" auch die "normale", die Massenmigration, darzustellen.

Einzelprojekt 2: Die Deutschen zwischen Kaltem Krieg und Détente

In Bearbeitung

Das Projekt "Die Deutschen zwischen Kaltem Krieg und Détente" beschäftigt sich mit der Identitäts- und Mentalitätsgeschichte der Deutschen zwischen Entspannung und Konfrontation in der "langen Endphase des Kalten Krieges". Es hat sich zum Ziel gesetzt, die mentalitätsgeschichtlichen Prägungen des Kalten Krieges und des "Atomzeitalters" in Europa und eines möglicherweise vorhandenen "europäischen Wegs im Kalten Krieg" zu erforschen. Ausgangspunkt ist die paradoxe Feststellung, dass der global und tendenziell ubiquitär geführte Kalte Krieg zwar über fast fünfzig Jahre fast alle Lebensbereiche berührte und beeinflusste, dass sich aber die Forschung bislang kaum mit den Folgen der Bedrohungslage des Kalten Krieges für die Mentalitäten und Identitäten in der Region Europa beschäftigt hat. Die kommentarlose Entsorgung der historischen Orte des Kalten Krieges, die gleichzeitig auch ihre Erinnerungsorte sind (in Berlin etwa die Mauer und die Anlagen auf dem Teufelsberg, außerhalb Berlins der Bunker Marienthal und die NATO-Einrichtungen im Harz), scheint auch nahezulegen, dass die Europäer und mit ihnen auch die Deutschen beiderseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs den Kalten Krieg eigentlich eher verdrängen und vergessen möchten. Dies ist völlig unterschiedlich zum Umgang etwa in den USA.

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