Romnja: Power Month 2021

Romnja: Power Month 2021

Hajdi Barz, Teil von IniRomnja

„Mir ist der Romnja* Power Month total wichtig, weil bevor es ihn gab, die komplette Repräsentation von Rom*nja die von Bettelnden, Armen, Benachteiligten und Diskriminierten war. Und das nervt mich tierisch! Weil ich mich da nicht repräsentiert fühle und weil ich auch finde, dass das ein altes Klischee ist, das man immer wieder hervorholt, um uns anders zu machen. Beim Romnja* Power Month geht es um Selbstrepräsentation, Stärke, Kraft und Schönheit. Und das brauche ich auch manchmal. Außerdem hilft es uns als Community, unsere Komplexität besser zu verstehen mit all der Heterogenität, aber auch der Welt. Aber in erster Linie geht es mir um uns.“

Seit 2016 wird der Romnja* Power Month (RPM) von der IniRromnja und dem RomaniPhen Archiv organisiert. Er beginnt am am 08.März, dem Internationalen Tag der Frauen und endet am 08. April, dem Internationalen Tag der Rom*nja.

An diesem Tag hatte im Jahr 1971 in London der allererste Internationale Roma-Kongress stattgefunden. Weltweit stärkte diese Zusammenkunft die Gemeinschaft. Es wurden klare Aufgabenfelder definiert und hierfür drei Arbeitsgruppen eingerichtet: erstens zum Völkermord an den europäischen Roma, zweitens zur sozialen und Bildungssituation der Minderheit, drittens zu Sprache und Kultur. Ausdruck fand das neue Selbstbewusstsein beispielsweise auch durch Einigung auf die erste eigene Hymne (»Gelem, Gelem«).]

Im Romnja*Power Month sollen Romnja* und Sinti*zze als künstlerisch, wissenschaftlich und gesellschaftskritisch handelnde Akteur*innen hervorgehoben und ihre Arbeiten - insbesondere von Frauen*- einem breiten Publikum vorgestellt werden. Anliegen der Veranstalter*innen ist es, die eigenen Kämpfe gegen Unterdrückung sichtbar zu machen und einen dringend notwendigen Perspektivwechsel zu bewirken: Sinti*zze und Rom*nja leben seit mindestens 600 Jahren in Europa, doch ebenso lang müssen sich Rom*nja-Gemeinschaften gegen Diskriminierung und Verfolgung zu Wehr setzen. Rassismus führte zur verzerrten Darstellung der Identitäten, Künste und Kulturen von Sinti*zze und Rom*nja. Das Allgemeinwissen über ihre Geschichte, Kunst und Kultur der ist – auch im Schulunterricht – rückständig und von diesen rassistischen Zuschreibungen geprägt.

Solche Fremderzählungen sollen durch eine eigene Gegengeschichte ersetzt werden: Der Romnja* Power Month steht neben Empowerment innerhalb der Community somit auch im Zeichen des seit Jahrhunderten währenden Widerstandes. Mit einem weit gefächerten Angebot an Workshops, Filmvorführungen oder Diskussionsrunden bieten er auch Nicht-Romnja* die Möglichkeit, die eigenen Rassismen und Privilegien zu reflektieren.

Solidarisieren, informieren und eigene Wissensstände kritisch hinterfragen funktioniert darüber hinaus auch ganzjährig im (digitalen) RomArchiv. Dessen Ziel ist es, den Prozess der Dekonstruktion und Rekonstruktion der Geschichte, Künste und Kulturen von Sinti*zze und Rom*nja  [Khan, Nin1] voranzutreiben und ihre Perspektiven in den Mittelpunkt zu rücken.

 

 

Romnja: Power Month 2021

Hajdi Barz, Teil von IniRomnja

„Mir ist der Romnja* Power Month total wichtig, weil bevor es ihn gab, die komplette Repräsentation von Rom*nja die von Bettelnden, Armen, Benachteiligten und Diskriminierten war. Und das nervt mich tierisch! Weil ich mich da nicht repräsentiert fühle und weil ich auch finde, dass das ein altes Klischee ist, das man immer wieder hervorholt, um uns anders zu machen. Beim Romnja* Power Month geht es um Selbstrepräsentation, Stärke, Kraft und Schönheit. Und das brauche ich auch manchmal. Außerdem hilft es uns als Community, unsere Komplexität besser zu verstehen mit all der Heterogenität, aber auch der Welt. Aber in erster Linie geht es mir um uns.“