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Mehrsprachigkeit und das Politische in zeitgenössischer deutschsprachiger und baltischer Kultur

Am 14./15. November 2019 an der Universität Tartu

Das Thema der Mehrsprachigkeit findet in letzter Zeit viel Beachtung in der Literaturwissenschaft, im deutschsprachigen Raum vor allem nach der Einführung des Begriffs der Exophonie in die Germanistik im Jahre 2007 (Arndt/ Naguschewski/ Stockhammer). Seit 2017 liegt sogar ein Handbuch vor (Dembeck/ Parr). Im traditionell mehrsprachigen baltischen Raum ist das Thema jedoch bislang vorrangig historisch (Undusk; Klöker; Lukas…) und soziolinguistisch (Martens; Verschik…) bearbeitet und wenig auf die heutige – auch politische – Situation angewandt worden.

Die Konferenz konzentriert sich auf Literatur und Film aus jüngerer Zeit, möchte das Thema jedoch von verschiedenen Blickwinkeln aus und möglichst interdisziplinär angehen, poetologische Ansätze sollen genauso berücksichtigt werden wie linguistische und sozio-politische Fragestellungen.

Im Zentrum des Interesses steht hierbei, wie Sprachen auf die historisch-politische Situation reagieren und wie sie ihrerseits auf diese Einfluss nehmen. Dieser politische Aspekt soll nicht auf das politische Engagement der Autoren oder die erzählten politischen Hintergründe beschränkt bleiben, sondern im Sinne von Jacques Rancières Begriff der Politik der Literatur (2007) das Politische des Literarischen selbst miteinbeziehen, also berücksichtigen, inwiefern der politische Raum durch kulturelle Phänomene geformt wird, durch die Erzeugung von Weltansichten, wie Wilhelm von Humboldt Sprachen nannte. Untersucht werden soll also auch, wie/inwiefern das Sprachliche selbst das Politische ist – ein Gedanke, der das Werk Henri Meschonnics zur Poetik des Rhythmus‘ durchzieht. Die Konferenz bietet ein Forum für Studien von Werken und kulturellen Phänomenen, die diese Wechselbeziehung darstellen und beleuchten.

Die Konferenz ist germanistisch ausgerichtet und Beiträge können sich auf deutsche Werke beschränken, deutsch-baltische sowie innerbaltische Themen werden bei der Auswahl jedoch bevorzugt. Allerdings spielt bei letzteren auch die baltisch-russische Mehrsprachigkeit eine wichtige Rolle, sodass diese auch berücksichtigt werden soll. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Es geht der Konferenz darum, gegenseitige Kenntnisse aktueller Entwicklungen in Deutschland und den baltischen Republiken zu vermitteln. Damit soll zu einem tieferen Verständnis des für die baltischen Republiken politisch und kulturell bedeutsamen Themas der Mehrsprachigkeit in der heutigen Situation zwischen nationaler Selbstbehauptung und Internationalisierung beigetragen werden.

 

Programm

Kontakt:

Prof. Dr. Marko Pajević, Professor of German Studies, Universität Tartu, marko.pajevic@ut.ee