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Relativierung von Welten

Wissenschaftsetage Potsdam

Do. 21.11.19 18 Uhr

Dystopische Welten und ihre Utopien - Die Tribute von Panem-Trilogie

Lothar Mikos (Filmuniversität Babelsberg, Fernsehwissenschaft)

Die Tribute von Panem-Trilogie, die auf der Jugendbuch-Trilogie Hunger Games der US-amerikanischen Autorin Suzanne Collins basiert, inszeniert eine negative Gesellschaftsutopie, eine Dystopie. Es gehört zu den Genrekonventionen, dass gegen das unterdrückerische Herrschaftssystem rebelliert wird. Eine der Tribute, Katniss Everdeen – gespielt von Jennifer Lawrence, reift zur Revolutionärin und kämpft gegen die Unterdrückung. Dabei geht es um generelle Fragen der Ethik und der Werte in einer Gesellschaft. In Die Tribute von Panem-Filmen werden die Menschen in den Distrikten vom Kapitol und seinen Bewohnern unterdrückt, ausgebeutet und kontrolliert. Da ethische Fragen vor allem Teenager beschäftigen, ist das Genre vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt. Gerade die Rebellion in den dystopischen Welten enthält Momente der Utopie, die oft auch einen Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen haben.

Quelle: Lothar Mikos

Lothar Mikos ist Professor für Fernsehwissenschaft an der Filmuniversität Babelsberg und Honorarprofessor für Theorie und Praxis der kollaborativen Innovation an der University of International Business and Economy (UIBE) in Peking. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zu Film- und Fernsehthemen und Aspekten der Populärkultur veröffentlicht.

Quelle: Lothar Mikos

Was nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Die Suche nach außerirdischem Leben und die Theologie

Michael Waltemathe (Universität Bochum, Theologie)

Die Astrotheologie (oder Exotheologie) diskutiert vorwiegend die Bedeutung der Entdeckung außerirdischen Lebens, und vor allem intelligenten außerirdischen Lebens. Diese Fragestellung zielt allerdings nicht so sehr auf das möglicherweise entdeckte bzw. zu entdeckende außerirdische Leben, sondern vielmehr auf die menschliche, gesellschaftliche Reaktion auf diese Entdeckung. Ein Beispiel dafür ist die von Ted Peters durchgeführte „Alien crisis survey“. Ted Peters befragte im Rahmen dieser Untersuchung Personen auf die von ihnen projizierten Reaktionen religiöser Gemeinschaften und Traditionen  hinsichtlich der Entdeckung außerirdischen Lebens und projiziert mögliche Folgen für die Zukunft irdischer Religion.Da sich die Astrotheologie nun vorrangig auf menschliche Reaktionen, also die Reaktionen von Religion und Theologie auf außerirdisches Leben konzentriert, liegt es nahe, diesen Bereich konsequent zu erweitern, hin zum Blick auf außerirdisches menschliches Leben.Menschliche Raumfahrt ist ein Feld, in dem die Grenzen irdischen Lebens überschritten und neue Erfahrungen gemacht werden. Astrotheologie sollte sich daher auch mit der menschlichen Entdeckung des Weltalls beschäftigen. Während die Zukunft menschlicher Weltraumfahrt auf der einen Seite Spekulation im Rahmen physikalischer, technischer und biologischer Möglichkeiten ist und sich gleichsam im Bereich der Science-Fiction bewegt, stellt menschliche Weltraumfahrt einen Innovationsmotor für Naturwissenschaftler und Ingenieure dar; diese erforschen und erweitern die Grenzen ihres aktuellen Wissens und Könnens, was in diesem Zusammenhang auch für Theologie gelten können sollte.An einigen aktuellen Beispielen und möglichen zukünftigen Weltraum-Missionen soll der Zusammenhang von bemannter Weltraumfahrt und Theologie dargestellt und relevante Problemfelder besprochen werden. Es wird um die Möglichkeiten der Besiedlung anderer Welten gehen und um die Anforderungen der Weltraum-Umgebung an religiöse Praktiken und Regeln und deren mögliche ethische Konsequenzen. Die Entdeckung außerirdischen Lebens und die Konsequenzen für Theologie und Religion werden ebenso angesprochen wie religiöser Widerstand gegen bemannte Weltraum-Missionen.

Quelle: Ruhr-Universität Bochum

Michael Waltemathe ist Akademischer Oberrat am Lehrstuhl für Evangelische Theologie der Ruhr-Universität Bochum. Er arbeitet im Bereich Praktische Theologie und Religionspädagogik. Er studierte Chemie an der Technischen Universität Dortmund, bevor er zum Theologiestudium an der Ruhr-Universität Bochum wechselte. Nach Abschluss seines Studiums der Chemie und Theologie promovierte er in Theologie mit einer Dissertation über den Einsatz von Computerspielen im Religionsunterricht. Seit dem Jahr entwickelte er Forschungsinteressen an den Zusammenhängen zwischen Religion, Spiritualität und Raumfahrt. Er erforscht diese Zusammenhänge in der Geschichte der Raumfahrt sowie im historischen und zeitgenössischen theologischen und philosophischen Denken.

Quelle: Ruhr-Universität Bochum