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Ankündigungstexte

FOKUS I: Modelle der Text- und Filmerschließung am Beispiel von Effi Briest


Prof. Dr. Martin Leubner (Universität Potsdam)

Effi und Geert im Film. Fontane-Verfilmungen als Chance für den Literatur(film)unterricht in der Sek. II: Das Beispiel Effi Briest

09:00-11:00 Uhr

Effi Briest kann auch für heutige Schüler*innen eine lohnende Lektüre sein, sofern ihnen ein ergiebiger Blick auf Effi und Geert jenseits der gängigen ›Rezeptionsroutinen‹ gelingt. Dennoch bleibt dieser Text wie die anderen Romane von Fontane eine große Herausforderung für Schüler*innen – und für viele eine zu große. In einem Vortrag und einem anschließenden Workshop wird die Frage thematisiert, ob Effi Briest-Verfilmungen in dieser Situation eine didaktisch-methodische Chance sein können.
Vor allem soll erörtert werden, ob sich Buch und Film ergänzen bzw. ob der Film ggf. sogar das Buch in schwächerem oder stärkerem Maße ersetzen kann – und zwar in einem Unterricht, der den oben angesprochenen ergiebigen Blick auf die beiden Hauptfiguren anstrebt und damit den Schüler*innen eine produktive Auseinandersetzung mit Effi Briest ermöglichen soll. Für einen entsprechenden Unterricht werden konkrete Vorschläge bzw. Unterrichtsmaterialien zur Diskussion gestellt, die auch den Erwerb von Kompetenzen zur Filmanalyse und zur Auseinandersetzung mit filmischen Adaptionen literarischer Werke ermöglichen sollen.


Prof. Dr. Anja Saupe (Universität Leipzig)

Effi und Geert. Figurenopposition als Schlüssel für das Verstehen ›alter‹ Texte: Das Beispiel Effi Briest

11:00-13:00 Uhr

In einem Vortrag und anschließendem Workshop sollen anhand von Effi Briest exemplarisch Möglichkeiten aufgezeigt werden, Schüler*innen Zugänge zu älteren epischen Werken zu eröffnen. Ausgangspunkt der entsprechenden didaktischen und methodischen Überlegungen ist eine Fokussierung oppositionell angelegter Figuren, die die Schüler*innen zu einer Auseinandersetzung mit einem Werk motivieren und ihnen einen ergiebigen Wirklichkeitsbezug ermöglichen  können. Während in literaturwissenschaftlicher und -didaktischer Perspektive bislang vor allem die Gesellschaftskritik in Fontanes Romanen akzentuiert wurde, lässt eine textnahe Lektüre von Effi Briest einen weiteren Schwerpunkt als für das Textverstehen und den Wirklichkeitsbezug ergiebig erscheinen: die Gegenüberstellung von Figuren, die zentrale Unterschiede aufweisen (ohne dass sie sich auf Repräsentanten für ›Natur‹ und ›Kultur‹ reduzieren ließen), und zugleich grundlegende Gemeinsamkeiten erkennen lassen. Der Roman lässt sich als Versuchsanordnung begreifen: Was passiert, wenn solche oppositionellen Figuren eine enge Beziehung eingehen? Materialien für die Anlage einer Unterrichtseinheit mit einer entsprechenden Fokussierung werden in dem Workshop zur Diskussion gestellt.



FOKUS II: Materialgestütztes Arbeiten in Lernsituationen

Das Materialgestützte Arbeiten ist als Aufgabenformat für zentrale Prüfungen zu Recht umstritten. Für die Arbeit im Unterricht kann es aber durch seinen lebensweltlichen Bezug und seine funktional begründete Vernetzung mehrerer Kompetenzbereiche durchaus zukunftsweisend sein. In diesem Fokus werden im Unterricht erprobte Varianten des Materialgestützten Arbeitens in den Sekundarstufen I und II vorgestellt.


Dr. Marion Höfner, Johannes Bonow, M.A. (Universität Potsdam)

Theodor Fontane - Varianten biographischen Arbeitens (Schwerpunkt Jahrgangsstufe 9/10)

09:00-11:00 Uhr

Fontanes Texte gehören zum festen Kanon literarischer Bildung. Von Balladen über die Novelle bis hin zum Roman begegnen sie den Schüler*innen in nahezu jedem Schuljahr. Aber der Autor selbst sagt ihnen wenig.

Ein produktives Verständnis von Literatur entwickeln Schüler*innen in dem Maße, wie sie literarische Texte als das Angebot eines einzelnen Autors verstehen, dessen Werk geprägt ist von seinen persönlichen Lebensumständen, seinen religiösen, gesellschaftlichen und politischen Bezügen, seinen Wert- und Normvorstellungen, Erfahrungen und Sehnsüchten.

Gezeigt wird, wie sich Schüler*innen in der Arbeit mit unterschiedlichen Texten und Materialien Theodor Fontane als Autor, als politischen Zeitzeugen, als Lebensgefährten, Vater und Freund nähern. Vorgestellt und diskutiert werden unterschiedliche Produkte, die Schüler*innen unter der Frage »Wer war eigentlich Fontane?« zum Leben und Werk erarbeitet und dabei ihren ganz eigenen Zugang zu Fontane gefunden haben.

 

Dr. Marion Höfner, Johannes Bonow, M.A. (Universität Potsdam) 

Rezeptionsgeschichten untersuchen, vergleichen und werten: Effi Briest (Schwerpunkt Sekundarstufe II)

11:00 – 13:00 Uhr

Die Arbeit mit Verfilmungen zum Roman Effi Briest hat im Unterricht eine lange Tradition. Oft dienen sie – am Ende der Unterrichtsreihe – dem Veranschaulichen des Gelesenen oder der kritischen Bewertung unter dem Aspekt der Werktreue. Fragen nach der möglichen Wirkungsintention des jeweiligen Regisseurs oder der Regisseurin werden dabei jedoch kaum beachtet.

Ein produktives Verständnis von Kunst und Literatur entwickeln Schüler*innen in dem Maße, wie sie eine Verfilmung als individuelles Interpretationsangebot einer/eines historisch und gesellschaftlich geprägten Leserin/Lesers oder auch Regisseurin/Regisseurs verstehen und untersuchen.

Vorgestellt werden Beispiele aus dem Unterricht, in denen Schüler*innen ausgehend von der Frage »Wie verstehe ich heute Effi Briest?« Verfilmungen und Adaptionen aus unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen vergleichend betrachten. Dabei untersuchen sie, welches Verständnis vom Roman sich aus der jeweiligen Verfilmung ableiten lässt und setzen sich dazu kritisch wertend in Beziehung. Zur Diskussion gestellt werden Schülerarbeiten, die auf recht unterschiedliche Weise einen spezifischen Aspekt literarischer Kommunikation dokumentieren.

 

 


FOKUS III: Fontane für Sek. I und heterogene Lerngruppen

Umfangreiche Texte von Theodor Fontane gewinnen in der Regel aufgrund Ihrer Komplexität erst in der Oberstufe an Bedeutung. Besonders problematisch erscheint die Einbindung derselben in leistungsschwächere Lerngruppen bzw. in die unteren Klassenstufen der Sekundarstufe I. In diesem Fokus sollen daher komplexere Texte und Textausschnitte vorgestellt werden sowie Methoden, die den Schüler*innen der Sekundarstufe I einen Zugang zu ausgewählten epischen Werken von Fontane erleichtern können.


Anna Granacher, M.A. (Universität Potsdam)

Theodor Fontane. Schüler*innen lernen einen Autor kennen (Schwerpunkt Sekundarstufe I)

9:00-11:00 Uhr

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage nach Möglichkeiten der Gestaltung einer biographisch orientierten Sequenz zu Theodor Fontane. Die entsprechende Sequenz soll erste Zugänge zu dem Autor und seinem Werk für Schüler*innen der Sekundarstufe I schaffen, die Wechselwirkungen dieser Autor-Werk-Beziehung thematisieren sowie ihr Interesse an dem einheimischen Dichter langfristig wecken. Hierbei wird eine im Rahmen von schulpraktischen Studien durchgeführte Sequenz vorgestellt. Die ausgewählten klassischen Texte und Textausschnitte dieser Planung erstrecken sich von Herr von Ribbeck über Die Wanderungen durch die Mark Brandenburg bis hin zu autobiographischen Textauszügen. Die vorgestellte Konzeption soll im Rahmen des Workshops diskutiert werden, insbesondere mit Blick auf Möglichkeiten der Erweiterung der Textbasis und der Anpassung auf unterschiedliche Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I.

 

Franziska Risse, M.A. (Universität Potsdam)

Fontane in heterogenen Lerngruppen (Schwerpunkt Sekundarstufe I) 

11:00-13:00 Uhr

Die Rezeption komplexerer literarischer Texte in heterogenen Lerngruppen stellt bisweilen eine große Herausforderung für Lernende und Lehrende dar. So können beispielsweise divergierende Arbeitstempi und individuelle lexikalische Verständnisbarrieren der Schüler*innen den Lernprozess erschweren. Hieraus leitet sich die Notwendigkeit ab, Verfahren der Unterrichtsgestaltung und Textedition anzuwenden, welche die Diversität der Schüler*innen berücksichtigen. Das Fortbildungsangebot möchte ausgewählte Möglichkeiten des schüler*innen- und gegenstandsgerechten Umgangs mit Fontanes Unterm Birnbaum in heterogenen Lerngruppen aufzeigen. Anhand des Werkes sollen so Perspektiven für das literarische Lernen in der Sekundarstufe I vermittelt werden.


Workshops am Nachmittag


Dr. Anke Plötz / Johannes Luber (Alexander S. Puschkin Gymnasium Hennigsdorf) 

Handlungsorte in Fontanes Romanen und ihre Bedeutung für die Figurengestaltung als poetologisches Element realistischen Schreibens

14:00-16:00 Uhr

Anhand ausgewählter Textpassagen der Romane Irrungen, Wirrungen, Frau Jenny Treibel und Effi Briest zeigen wir, wie Fontane die Topographie der Handlungsorte zur Kulisse für seine Protagonist*innen werden lässt und sie so zur Figurengestaltung nutzt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden suchen wir nach Möglichkeiten, wie sich mit Schüler*innen eine effektive werkimmanente Auseinandersetzung gestalten lässt. Entsprechende Untersuchungsideen sollen diskutiert werden. Die bereitgestellten Materialien verstehen sich als Impulse zur weiteren individuellen Auseinandersetzung mit Fontanes Romanen im Unterricht beider Sekundarstufen. 

 

Björn Nölte (Voltaireschule Potsdam)

Gestaltung digitaler Medien beim Materialgestützten Arbeiten 

14:00-16:00 Uhr

Zeitgemäßer Literaturunterricht zum poetischen Realismus Fontanes - wie kann der im Spannungsfeld von fachlichen Ansprüchen, curricularen Erwartungen und heterogenen Lerngruppen aussehen? In diesem Workshop werden praktische Erfahrungen aus einem Deutschkurs der gymnasialen Oberstufe mit theoretischen Reflexionen fachdidaktischer Art verknüpft. Die Teilnehmer*innen des Workshops werden entscheiden, an welchen Stellen die praktischen und diskursiven Vertiefungen stattfinden. Die Palette reicht dabei von Fragen der Leistungsbewertung über produktionsorientierte Verfahren in digitalen Lernsettings bis hin zu personalisiertem Lernen, Bedeutung von Feedback, Lehrer*innenrolle, Lehrer*innen- Schüler*innen-Beziehung und moderner Schreibdidaktik.



Plenarvortrag


Prof. Dr. Heiko Christians (Universität Potsdam)

Warum wir Bücher lesen (sollten). Einige medienwissenschaftliche Ideen zu ihrem langsamen Verschwinden aus den Bildungsinstitutionen

16:30-17:15 Uhr