HARC (Heterogeneity and reading competence: The role of institutional and home learning environment)

Nicht erst seit PISA ist bekannt, dass der Bildungserfolg von Kindern in engem Zusammenhang mit ihrer (sozialen) Herkunft steht. Doch wie entsteht dieser Zusammenhang? Ein Erklärungsansatz nimmt die häusliche Lernumgebung in den Blick. Dabei wird angenommen, dass Kinder aus prekären Verhältnissen im Gegensatz zu Kindern, deren Eltern einen sicheren Status in dieser Gesellschaft haben, zu Hause eine Lernumgebung vorfinden, die weniger zur Beschäftigung mit der deutschen Sprache anregt, vorfinden könnten. Darüber hinaus stellt die Schule einen bedeutenden Lernort für Kinder dar. Diese institutionalisierte Lernumgebung bietet Kindern aus allen sozialen Schichten vielfältige Lerngelegenheiten und kann somit kompensatorische Wirkungen entfalten.

In dem DFG-geförderten Forschungsprojekt „Heterogenität und Lesekompetenz - Die Rolle der häuslichen und institutionellen Lernumgebung“ untersuchen wir längsschnittlich, wie sich die Lesekompetenz von Kindern entwickelt und welchen spezifischen Beitrag die beiden Lernumgebungen dazu leisten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Analyse differenzieller Effekte: Wirken beide Lernumgebungen bei Kindern unterschiedlicher Herkunft auf dieselbe Weise und gleich stark? Verhalten sich die beiden Lernumgebungen additiv zueinander? Profitieren Kinder, die zu Hause eine weniger anregende Lernumgebung vorfinden, genauso stark von einer anregenden institutionellen Lernumgebung wie Kinder, die zu Hause bereits auf eine anregende Lernumgebung treffen?

Anhand der Daten des Nationalen Bildungspanels wird in einer Längsschnittstudie vom Kindergarten bis zur zweiten Klasse analysiert, ob und inwiefern sich differentielle Effekte der Lernumgebungen für Kinder in so genannten Risikogruppen und nicht-Risikogruppen zeigen. Dieses Projekt ist Teil des Special Priority Programs ”Education as a Lifelong Process” (SPP 1646)

Geplanter Beginn 1. Mai 2015 mit einer Laufzeit von drei Jahren.

Projektleitung:

  • Prof. Dr. Nadine Spörer (Universität Potsdam, Psychologische Grundschulpädagogik)
  • Prof. Dr. Guido Nottbusch (Universität Potsdam, Grundschulpädagogik Lernbereich Deutsch)
  • Forschungsgruppe Heterogenität & Inklusion

 

NEPS SPP 1646

Jennifer Lambrecht, Helvi Koch. „Reading competence: The role of home learning and institutional learning environment.“ Vortrag präsentiert beim NEPS Opening Meeting for the 2nd Funding Phase of the SPP 1646, 1.-2. Oktober 2015, Bamberg.