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Wer mit wem? – Tierpersönlichkeit beeinflusst Interaktion

Brandmaus. | Foto: Julia Hoffmann.

Brandmaus. | Foto: Julia Hoffmann.

Tiere haben wie Menschen eine ganz eigene Persönlichkeit: So unterscheiden sich Individuen einer Tierart darin, was sie wann, wo und wie tun. Diese Verhaltensunterschiede könnten für ökologische Interaktionen mit Artgenossen und artfremden Individuen von größter Wichtigkeit sein. Forscherinnen der Universität Potsdam haben im Rahmen des Graduiertenkollegs „BioMove“ das Raumnutzungsverhalten und die räumlichen Interaktionen zweier freilebender Mausarten analysiert. Ihre Studie ist eine der ersten zu dieser Thematik. Die Wissenschaftlerinnen fanden heraus, dass risikofreudigere Individuen weniger innerartliche, dafür aber mehr zwischenartliche Interaktionen eingehen als risikoscheue Individuen. Diese Ergebnisse treffen auf beide Mausarten und auf beide Geschlechter zu. Die Interaktionen sind somit nicht zufällig, sondern hängen von der Persönlichkeit der Tiere ab. Diese Forschungsergebnisse sind jetzt im Fachjournal „Proceedings of the Royal Society B“ veröffentlicht worden.

Die Studie wurde an Gemeinschaften beider Mausarten durchgeführt. Die Wissenschaftlerinnen ermittelten die Risikobereitschaft der einzelnen Tiere vor Ort mithilfe eines wiederholt durchgeführten Verhaltenstestes. Dafür haben sie die Tiere gefangen, getestet und sofort wieder freigelassen. Anschließend wurden die Mäuse mit einem Radiosender versehen und vier Tage lang alle 20 Minuten automatisch gepeilt, um Informationen über ihre Raumnutzung und Interaktionen zu erhalten.
In der Natur sind für das Zusammenleben von Arten besonders die zwischenartlichen Interaktionen von großer Bedeutung. „Die neue Studie zeigt, dass solche Interaktionen vorwiegend zwischen risikofreudigen Individuen stattfinden und damit zwischen Individuen, die sich in ihrer Persönlichkeit ähneln“, sagt Dr. Annika Schirmer vom Graduiertenkolleg. Die Ähnlichkeit der interagierenden Individuen und die Beschränkung der zwischenartlichen Interaktionen auf einen bestimmten Teil der Populationen erleichtert die Koexistenz ökologisch ähnlicher Arten im selben Lebensraum. Persönlichkeitsunterschiede könnten somit eine wichtige Rolle beim Erhalt lokaler Artenvielfalt spielen.

Kontakt: Dr. Annika Schirmer, Institut für Biochemie und Biologie, Telefon: 0331/977 1988, E-Mail: annika.schirmer@uni-potsdam.de
Originalpublikation: Schirmer A, Hoffmann J, Eccard JA, Dammhahn M. 2020 My niche: individual spatial niche specialization affects within- and between-species interactions. Proc. R. Soc. B 287: 20192211. http://dx.doi.org/10.1098/rspb.2019.2211
Fotos: Rötelmaus und Brandmaus. Fotos: Julia Hoffmann

Medieninformation 20-01-2020 / Nr. 008
Dr. Annika Schirmer, Dr. Barbara Eckardt

Universität Potsdam
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Online gestellt: Sabine Schwarz
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktionuni-potsdamde