Biomarker

Darmkrebsprävention

Ernährungsrelevante Erkrankungen betreffen z. B. den Gastrointestinaltrakt. So ist beispielsweise als Risikofaktor für das kolorektale Karzinom ein Zusammenhang mit der in Westeuropa und USA üblichen Ernährungsform, der sogenannten „Western Style Diet“ bekannt, die durch einen hohen Anteil an Fett, rotem Fleisch und einen geringen Ballaststoffanteil gekennzeichnet ist.

In unserer Abteilung wurden molekulare Marker für die Detektion der Frühstadien des kolorektalen Karzinoms sowie dessen Vorstufen identifiziert und Methoden für die hochsensitive Detektion dieser Marker in Stuhlproben entwickelt. Einen aktuellen Forschungsschwerpunkt stellt die Erforschung von Markern für chronisch entzündliche Darmerkrankungen sowie die Entwicklung von Risikomarkern für die Entstehung eines entzündungsassoziierten Kolonkarzinoms dar. Da die Heilungschancen bei Tumorerkrankungen umso größer sind, je früher sie diagnostiziert werden, haben entsprechende Biomarker auch eine krebspräventive Bedeutung.

Ansprechpartner: Dr. Bettina Scholtka

Proteinaddukte als humane Expositionsbiomarker

Der Mensch ist durch seine Ernährung gegenüber Stoffen exponiert, die potentiell adverse Effekte auf den Organismus haben können. So werden bspw. einige sekundäre Pflanzenstoffe (z.B. Neoglucobrassicin aus Brokkoli oder Methyleugenol aus Basilikum) im menschlichen Organismus zu reaktiven Metaboliten aktiviert, die wiederum zelluläre Strukturen wie die DNA und Proteine durch Adduktbildung schädigen können. Epidemiologische Studien, welche den Zusammenhang zwischen Auftreten bestimmter Erkrankungen und Ernährung untersuchen, beruhen meist auf Ernährungsfragebögen, die mitunter ungenau oder für mache Fragestellungen sogar ungeeignet sind.

Sehr wertvoll für solche Studien sind molekulare Marker, welche die Exposition des Menschen gegenüber bestimmten Nahrungsmittelkomponenten aufzeigen. Ein Beispiel dafür sind Addukte mit den Blutproteinen Hämoglobin und Serumalbumin. Im Fall von Hämoglobin handelt es sich bei den Addukten um Langzeitmarker, da sie über einen Zeitraum von etwa 120 Tagen (Lebensspanne von Erythrozyten) akkumulieren können.

Gegenstand unserer Forschung ist die Entwicklung spezifischer und sensitiver massenspektrometrischer Analysenverfahren zur Quantifizierung solcher Expositions- und Effektbiomarker in humanem Probenmaterial.

Ansprechpartner: Dr. Fabian Schumacher

Biomarker renaler und kardiovaskulärer Erkrankungen

Die Erforschung von neuen Biomarkern stellt ein weiteres zentrales Element unserer Forschungsarbeit dar. Entsprechend unserer anderen Forschungsschwerpunkte sind wir vor allem an Biomarkern renaler und kardiovaskulärer Erkrankungen interessiert. Ferner versuchen wir, neuartige Biomarker Rahmen der fetalen Programmierung zu entdecken. Die Forschung auf dem Gebiet der Biomarker führen wir hauptsächlich in klinische Studien als observative und prospektive Kohortenstudien durch.

Ansprechpartner: Dr. Christoph Reichetzeder, Dr. Karoline von Websky