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Globale Analyse verwilderter Pflanzen - Potsdamer Biologe an Veröffentlichung in „Nature“ beteiligt

Späte Traubenkirsche / Foto: Uwe Starfinger

Späte Traubenkirsche / Foto: Uwe Starfinger

Ein Forscherteam, in dem der Biologe Dr. Ewald Weber von der Universität Potsdam mitarbeitet, beschäftigt sich in einer Studie mit der globalen Analyse verwilderter Pflanzenarten. Zuvor hatten die Wissenschaftler Daten zur Anzahl einheimischer und verwilderter Pflanzenarten aus über 800 Ländern und Inseln zusammengetragen. Damit liegt nun ein aufschlussreicher Überblick über die Ansiedlung von Fremdgewächsen vor. Insgesamt wurden über 13.000 Pflanzenarten identifiziert, die außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes als verwilderte Arten wachsen. Das entspricht rund vier Prozent aller bekannten höheren Pflanzenarten, also Farnartige und Blütenpflanzen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Biologen gerade in „Nature“.

Seit der Entdeckung Amerikas durch die Europäer werden Pflanzen- und Tierarten in großem Maßstab zwischen den Kontinenten verbreitet. So manche der Arten macht sich auch selbstständig und vermehrt sich im neuen Gebiet ohne Zutun des Menschen, sie verwildert. Ob bewusst eingeführte Zierpflanzen aus Übersee oder unabsichtlich eingeschleppte Insekteneier, ständig treten neue exotische Arten auf. Prominente Vertreter verwilderter Pflanzen in Deutschland sind beispielsweise die Kanadische Goldrute und die Späte Traubenkirsche, beide ursprünglich aus Nordamerika stammend. Sie vermehren sich so stark, dass sie bekämpft werden müssen. Solche sogenannten invasiven Arten werden von Biologen systematisch beobachtet, weil sie Schäden in Ökosystemen anrichten können und so enorm hohe Kosten verursachen.
Mittels moderner statistischer Methoden zeigen die Wissenschaftler, dass etwa Nordamerika ungleich mehr Fremdarten aufweist als andere Kontinente. Die meisten verwilderten Pflanzenarten stammen aus Ländern der nördlichen Halbkugel. Die neuen Analysen zeigen das Ausmaß der Florenverfremdung auf unserem Planeten.

Kontakt: Dr. Ewald Weber, Institut für Biochemie und Biologie
Telefon: 0331 977-1926
E-Mail: ewweberuni-potsdamde
Foto: Späte Traubenkirsche / Foto: Uwe Starfinger

Originalpublikation:
van Kleunen M, Dawson W, Essl F, Pergl J, Winter M, Weber E, Kreft H, Weigelt P, Kartesz J, Nishino M, Antonova La, Barcelona JF, Cabezas FJ, Cárdenas D, Cárdenas-Toro J, Castaño N, Chacón C, Chatelain C, Ebel AL, Figueiredo D, FuentesN, Groom QJ, Henderson L, Inderjit, Kupriyanov A, Masciadri S, Meerman J, MorozovaO , Moser D, Nickrent D, Patzelt A, Pelser PB, Baptiste MP, Poopath M, Schulze M, Seebens H, Shu W, Thomas J, Velayos M, Wieringa JJ & Pyšek P (2015) Global exchange and accumulation of non-native plants. Nature doi:10.1038/nature14910.

Medieninformation 20-08-2015 / Nr. 114
Dr. Barbara Eckardt

Universität Potsdam
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Am Neuen Palais 10
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Online gestellt: Edda Sattler
Kontakt zur Onlineredaktion: onlineredaktionuni-potsdamde