Gastvortrag von Prof. Dr. Frédéric Thiesse, Universität Würzburg

Im Rahmen der Vorlesung Mobile and Digital Business fand am 15.01. ein Vortrag von Prof. Dr. Frédéric Thiesse in Potsdam statt. Unter dem Titel "Ist 3D-Druck disruptiv?" erklärte Prof. Thiesse einerseits die Funktionsweise der gängigen 3D-Druck-Verfahren und folgerte andererseits die Bedeutung dieser Entwicklungen für die heimische Industrie. 

 

Zuerst einmal musste die Frage geklärt werden, was 3D-Druck überhaupt ist und wie er funktioniert. So gibt es verschiedene additive Fertigungsverfahren, die unter dem umgangssprachlichen Begriff des 3D-Druck subsumiert werden. Zudem wissen wir nun: wirklich neu ist die Technologie auch nicht, da die ersten Patente hierzu bereits in den 1980er Jahren angemeldet wurden.

 

Aber ist 3D-Druck nun disruptiv? Die Antwort war: es kommt darauf an! Zwar bietet die Technik viele Möglichkeiten, in ihrem derzeitigem Entwicklungsstand können diese jedoch noch nicht voll ausgereizt werden. So ist vor allem die individuelle  Anfertigung von Werkstücken für viele Sektoren interessant, ob nun für Luxusgüter oder in der Gesundheitsbranche. Die Möglichkeit der dezentralen Fertigung ist besonders für die Bereiche interessant, in denen dadurch die Ersatzteilbevorratung entfallen könnte. Die technische Revolution des 3D-Drucks, dank derer wirklich neue Produkte hergestellt werden können, wurde bisher nur für einen sehr kleinen Bereich von Anwendungen erschlossen - hier birgt die Technologie die größten Entwicklungsmöglichkeiten.