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Aktuelle Projekte

Wortstellung und Satzverknüpfung im Türkischen als Heritage-Sprache im Kontext unterschiedlicher Majoritätssprachen

Dieses Projekt ist das Teilprojekt P4 der DFG-geförderten Forschergruppe Emerging Grammar (RUEG) und trägt mit der Untersuchung von Dynamiken der grammatischen Entwicklung des Türkischen als Minderheitensprache im Heritage-Kontext in Deutschland und den USA zu dem gemeinsamen Thema der Forschergruppe bei. P4 konzentriert sich auf zwei grammatische Bereiche. Einer ist die postverbale Position im Satz, die besonderen Einschränkungen im Rahmen der kanonischen SOV-Syntax des Türkischen unterliegt. Der andere ist der Bereich der Satzverknüpfung. Das gemeinsame methodische Vorgehen in der Forschergruppe ermöglicht eine kontrastive Herangehensweise, in der wir unterschiedliche Register, Kontaktsituationen und mehrheits- sowie minderheitssprachliche Konstellationen miteinander vergleichen.  Beteiligte sind Christoph Schroeder als Projektleiter, Kateryna Iefremenko als wissenschaftliche Mitarbeiterin sowie Simge Sargın, Gökce Nur Mercan, Simge Türe und Murat Uzkan Oğuz als wissenschaftliche Hilfskräfte. Wir kooperieren in dem Projekt mit  Ad Backus (Tilburg), Fatih Bayram (Trömsö), Jaklin Kornfilt (Syracuse) und Stavros Skopeteas (Göttingen)

 

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Head directionality des Türkischen in Kontaktsituationen: ein diachronischer Vergleich zwischen Heritage Türkisch und Balkan-Türkisch

Dieses Projekt ergänzt das Projekt zu Wortstellung und Satzverknüpfung im Türkischen als Heritage-Sprache im Kontext unterschiedlicher Majoritätssprachen (s.o.) und ist damit ebenfalls Teil der DFG-geförderten Forschergruppe Emerging Grammars (RUEG). Das Projekt zur Wortstellung und Satzverknüpfung untersucht syntaktische Veränderungen, die im Heritage Türkischen im Kontakt mit dem Deutschen und Englischen stattfinden, von denen viele mit einer möglichen Verschiebung von einer head-final zur einer head-initial Syntax verbunden sind. Eine solche Verschiebung hat bei Turksprachen in anderen Kontaktsituationen bereits begonnen und sich in unterschiedlichem Maße durchgesetzt, insbesondere bei den verschiedenen Varianten des Balkan-Türkischen im Laufe der Jahrhunderte. Die Untersuchung dieses Wandels ist das erste Hauptziel dieses Projekts. Diese diachrone Perspektive ermöglicht es, die gegenwärtigen syntaktischen Veränderungen im Heritage Türkischen mit den Veränderungen in den balkantürkischen Varietäten zu vergleichen, die sich bereits auf dem Weg zu head-initial Sprachen befinden. Ein solcher Vergleich könnte Einblicke in die gegenwärtig stattfindenden Veränderungen beim Heritage Türkischen geben und Veränderungen vorhersagen, die langfristig eintreten könnten. Beteiligte des Projekts sind Christoph Schroeder als Projektleiter, Cem Keskin als Postdoktorand und Nil Özkul als Projektassistent. Unsere externen Kooperationspartner sind Jaklin Kornfilt (Universität Syrakus), Stavros Skopeteas (Universität Bielefeld), Elisabetta Ragagnin (Universität Ca' Foscari in Venedig) und Astrid Menz (Universität Hamburg).

 

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Lernungewohnte Teilnehmer*innen in Integrationskursen

Seit dem Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes im Jahr 2005 bilden Integrationskurse sowie deren spezielle Formen (z.B. Alphabetisierungs- oder Elternkurse) wichtige Instrumente einer Integrationspolitik des „Forderns und Förderns“ für Zuwanderer ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen. Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt der Arbeitsbereich DaF/DaZ eine Expertise mit dem Fokus auf „Lernungewohnte Teilnehmer*innen in Integrationskursen“. In der Expertise werden nationale und internationale Erkenntnisse zu Literalitätsentwicklungen und -praktiken, die zu einer bedarfsgerechteren und erfolgreicheren Gestaltung bestehender Kurskonzepte beitragen, mehrdimensional eruiert und sollen als Verbesserungsvorschläge für die Gestaltung der derzeitigen Alpha-Kurse dienen.

Sprachbildung und Sprachförderung für neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler

Der Arbeitsbereich ist in verschiedenen Projekte eingebunden, die sich mit der Sprachbildung und Sprachförderung neuzugewanderter Schülerinnen und Schüler in Berlin und Brandenburg beschäftigen. So haben wir in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Schule und Medien Berlin Brandenburg (LISUM) „curriculare Grundlagen Deutsch als Zweitsprache“ für das Land Brandenburg erstellt. Innerhalb der universitätsinternen Förderung „Innovative Lehrprojekte“ führen wir gleichzeitig praxisnahe Projektseminare durch, in denen theoretische Ansätze der Zweitspracherwerbsforschung und Zweitsprachdidaktik praktisch durch Projektkooperationen mit Lehrkräften von einzugliedernden Schüler*innen angewendet und getestet werden.

Ein erstes erfolgreich durchgeführtes Projektseminar „Curriculum für die Willkommensklasse – Erstellung eines schulinternen Curriculums für Willkommensklassen in der Sekundarstufe I“ fand im WiSe 2019/20 mit dem Schwerpunkt der Evaluierung und Modifizierung der von uns mit entwickelten curricularen Grundlagen statt. In Kooperation mit Lehrkräften zweier Berliner Willkomensklassen der Walter-Gropius-Schule Berlin entwickelten die Studierenden ein Aufgabeportfolio, das im Laufe des Jahres veröffentlicht werden soll. Im Rahmen des Projektes "Campusschulen" wurde das Netzwerk ausgezeichnet. Seminarleitende war die Dozierende Miriam Jühne mit Unterstützung durch fachlichen Input von Verena Maar und studentischer Unterstützung von Aylin Braunewell.

Im SoSe 2020 findet das Projektseminar “Beschulung einzugliedernder Schüler*innen – Übergänge vorbereiten und gestalten (Teil I)“. Beteiligte sind Kristina Nazarenus, Christin Schellhardt und Dorotheé Steinbock.

MULTILIT-Korpus

Im Projekt MULTILIT  wurden 1826 narrative und erörternde Texte (mündlich sowie schriftlich) von 167 Schülerinnen und Schülern der 5., 7., 10. und 12. Klassenstufe in ihrer Familiensprache Türkisch, der Umgebungs- und Schulsprache (Deutsch bzw. Französisch), sowie der ersten Fremdsprache Englisch erhoben. Das dabei entstandene Lernerkorpus wird zur Veröffentlichung vorbereitet. Beteiligte sind Christin Schellhardt, Jupp Krüger und Christoph Schroeder. Ansprechsperson ist Christin Schellhardt.

Abgeschlossene Projekte

2015-2018 Sprachliche Heterogenität

Im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern hat die Universität Potsdam das Projekt „Professionalisierung – Schulpraktische Studien – Inklusion“ (PSI-Potsdam) eingeworben. Der Arbeitsbereich DaF-DaZ der Universität Potsdam ist an dem Schwerpunkt 3 "Inklusion und Heterogenität" mit dem  Teilprojekt 3.2 zu „Sprachlicher Heterogenität“ beteiligt. Unser Teilprojekt umfasst die Schaffung einer Kompetenzstelle Sprache am Zentrum für Lehrerbildung der Universität Potsdam, die Kooperation mit lehrkräfteausbildenden Fachdidaktiken und das Angebot eines Praktikums mit einem Schwerpunkt auf mehrsprachige Handlungsfelder Sprache

2014-2017 LitCo

Das DFG-geförderte Netzwerk LitCo untersucht Mehrschriftigkeit. Unser Ziel ist es, Methoden und Theorien zur Untersuchung von Schriftlichkeit und Schreibpraxen im mehrsprachigen Umfeld zu entwickeln.

2011-2015 Prosodische Fokusmarkierung in Sprachkontaktsituationen 

Das Projekt im Rahmen des Sonderforschungsbereiches 632 "Informationsstruktur" untersucht die prosodische Markierung der Informationsstruktur bei kontaktinduziertem Sprachwandel in ausgewählten Kontaktsprachvarietäten.

2007-2015 LAS 

Schriftspracherwerb in der Organisation Schule unter den Bedingungen von Migration und Mehrsprachigkeit / Literacy Acquisition in Schools in the Context of Migration and Multilingualism

Das von der VolkswagenStiftung geförderte Projekt untersucht den Schriftspracherwerb im Kontext von Migration und Mehrsprachigkeit in Schulen in Deutschland und der Türkei.

2012-2014 Denkwerk

In dem von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Projekt führen Schüler/innen aus vier Schulen in Berlin-Kreuzberg und Berlin-Neukölln Forschungsprojekte zu Sprache, mehrsprachigem Sprachgebrauch und urbaner Sprachvariation in Zusammenarbeit mit Germanist/inn/en der Universität Potsdam durch.

2010-2014 MULTILIT 

Entwicklung der mündlichen und schriftlichen Kompetenzen in der Erst- Zweit- und Fremdsprache bei mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen mit türkischem Hintergrund in Frankreich und Deutschland / Développement des compétences orales et écrites en L1, L2 et L3 des enfants et adolescents plurilingues issus de la communauté turque en France et Allemagne

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und ihrer französischen Partnerorganisation ANR geförderte Projekt untersucht die Sprachkompetenzen mehrschprachiger Schülerinnen und Schüler in Deutschland (Berlin) und Frankreich (Lyon und Paris). MULTILIT erhebt schriftliche und mündliche Textfähigkeiten in der Familiensprache Türkisch, der Umgebungs- und Schulsprache (Deutsch bzw. Französisch), sowie der ersten Fremdsprache Englisch, setzt diese zueinander ins Verhältnis und gleicht sie mit dem jeweiligen sozialen Hintergrund ab.