Laufende Projekte

COACH - Chronic Conditions in Adolescents: Implementation and Evaluation of Patient-centered Collaborative Healthcare

Gefördert vom BMBF (Förderkennzeichen: 01GL1740C)
Leitung: Prof. Dr. Petra Warschburger
Mitarbeiter: M. Sc. Friederike Buchallik, Roman von Rezori, Luisa Erler (01/2018 - 09/2019)
Laufzeit: Oktober 2017 - September 2021

Chronische Erkrankungen gehen mit besonderen Anforderungen im alltäglichen Leben einher. Sie erhöhen das Risiko psychischer Belastung und können die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen einschränken. Chronisch kranke Jugendliche und junge Erwachsene sind mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert, denn sie müssen ihrem Alter entsprechende Entwicklungsaufgaben bewältigen, die nicht immer mit der Erkrankung vereinbar sind, z.B. Akzeptanz des eigenen Körpers, Identitätsentwicklung und die Vorbereitung auf das Arbeits- und Familienleben.

Im Rahmen des Verbund-Projektes „COACH“ befasst sich diese Studie an der Universität Potsdam mit Ressourcen und Anpassungsprozessen bei chronisch kranken Jugendlichen und jungen Erwachsenen (Diabetes, Cystische Fibrose, jugendliche Arthritis). In Anlehnung an Resilienz-in-Illness Modelle sollen in diesem Projekt adaptive Verläufe näher beleuchtet werden, um gemäß dem übergeordneten Projekt die Behandlung dieser Patientengruppe nachhaltig zu verbessern. Hierzu sollen die wechselseitigen Einflüsse intrapersonaler Resilienz-Faktoren einerseits und Bewältigungsstrategien andererseits auf das individuelle psychosoziale Anpassungsverhalten chronisch kranker Jugendlicher untersucht werden. Die zentrale Frage ist hierbei, inwieweit diese reziproke Beziehung über generelle und krankheitsspezifische Faktoren hinaus einen Einfluss auf das Bewältigungsverhalten liefern kann und ob dementsprechend mögliche Hochrisikogruppen identifiziert werden können. So soll ein tieferes Verständnis adaptiver und potenziell veränderbarer Prozesse in dieser sensiblen Entwicklungsphase geschaffen werden, um langfristig maßgeschneiderte Interventionen für von chronischen Krankheiten betroffene Jugendliche entwerfen und anpassen zu können.
Weitere Informationen zu dem Gesamtprojekt sowie den anderen Teilprojekten finden Sie auf den Seiten des BMBF.

Verbundpartner:
Universität Ulm
Universität Düsseldorf
Charité Berlin
Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin

Kooperationspartner:
Fachklinik Sylt
CJD Fachklinik für Kinder und Jugendliche Garz/Rügen
Fachklinikum Borkum
Median Kinder- und Jugendklinik Beelitz
Kinderfachklinik Bad Sassendorf
Evangelische Fachklinik Sonnenhöhe, Bad Elster
Spessart-Klinik, Bad Orb
Edelsteinklinik, Bruchweiler
Rehaklinik Mosbach
Rehabilitationsklinik Katharinenhöhe, Schönwald
Fachkliniken Wangen
Ostseeklinik Boltenhagen
Mutter-Kind-Klinik "Huus achtern Diek", Norden - Norddeich
SPZ St. Marien Hospital Düren
SPZ Kinderkrankenhaus St. Marien
SPZ Steglitz Zehlendorf
Klinikum Westbrandenburg, Potsdam

NutriAct - Psychologische Grundlagen der Nahrungsauswahl und die Rolle der Familie

Gefördert vom BMBF
Leitung: Prof. Dr. Petra Warschburger
Mitarbeiterinnen: M. Sc. Hanna Wortmann, M. Sc. Ulrike Ruzanska
Laufzeit: Juni 2015 – Mai 2018 (1. Förderphase), Juni 2018 – Mai 2021 (2. Förderphase)

Eine ausgewogene Ernährung im älteren Erwachsenenalter ist von hoher Relevanz, um ein aktives und gesundes Altern zu ermöglichen. Im Rahmen des NutriAct-Projekts werden in Zusammenarbeit mit der Charité Universitätsmedizin Berlin und dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung die kulturellen, familiären und individuellen Faktoren untersucht, die das Ernährungsverhalten von älteren Erwachsenen (50 – 70 Jahre) maßgeblich beeinflussen. In der ersten Förderphase wurden in der NutriAct Family Study (N » 1.000) mehrere Mitglieder einer Familie (z. B. beide Partner sowie ein Geschwister) hinsichtlich u. a. relevanten psychologischen Aspekten des Ernährungsverhaltens (Essverhalten, selbstregulatorische Fähigkeiten, sozio-kognitive Variablen) befragt. Außerdem werden im Labor an einer Substichprobe (N » 80 Familien) psychologisch-experimentelle Testungen zu kognitiven und physiologischen Parametern, die mit Ernährungsverhalten in Verbindung stehen, durchgeführt. In der zweiten Förderphase sollen alle Teilnehmer/innen der NutriAct Familiy Study ein zweites Mal befragt werden, um die Veränderung und Stabilität relevanter Einflussfaktoren auf das Ernährungsverhalten prospektiv zu untersuchen. Darüber hinaus wird in einer Substichprobe analysiert, inwieweit ein Training der Interozeptionsfähigkeit Einfluss auf das intuitive Essverhalten und das Ernährungsverhaltens nehmen kann. Langfristig sollen diese Untersuchungsergebnisse die Basis für die Entwicklung von Strategien zur Förderung einer ausgewogenen Ernährung im älteren Erwachsenenalter bilden. Somit kann das NutriAct-Projekt insgesamt einen entscheidenden Beitrag zur Erforschung und Verbesserung des Ernährungsverhalten im älteren Erwachsenenalter liefern.

Bisherige Publikationen aus NutriAct
Schwingshackl, L., Ruzanska, U., Anton, V., Wallroth, R., Ohla, K., Knüppel, S., Schulze, M. B., Pischon, T., Deutschbein, J., Schenk, L., Warschburger, P., Harttig, U., Boeing, H., & Bergmann, M. M. (2018). The NutriAct Family Study: a web-based prospective study on the epidemiological, psychological and sociological basis of food choice. BMC Public Health, 18, 963. https://doi.org/10.1186/s12889-018-5814-x

Ruzanska, U. A., & Warschburger, P. (2017). Psychometric evaluation of the German version of the Intuitive Eating Scale-2 in a community sample. Appetite, 117, 126-134. https://doi.org/10.1016/j.appet.2017.06.018   

"Stop the pain" - A multicenter, randomized-controlled study of a cognitive-behavioral intervention for children with functional abdominal pain

Gefördert von der DFG (WA 1143/9-1)
Leitung: Prof. Dr. Petra Warschburger
Mitarbeiter: Dr. phil. Dipl.-Psych. Claudia Calvano, Jana Böhnke (Kaminski)
Laufzeit: Oktober 2013 - Dezember 2018
Funktionelle Bauchschmerzen (englisch functional abdominal pain, FAP) gehören nicht nur zu den häufigsten Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter, sie stellen auch eine erhebliche Belastung für die Kinder und deren Familien dar. Unbehandelt sind funktionelle Bauchschmerzen sehr stabil und erhöhen das Risiko für chronische gastrointestinale Beschwerden und psychische Erkrankungen im Erwachsenenalter. Erste Ergebnisse zeigen, dass psychosoziale Faktoren eine signifikante Rolle bei der Aufrechterhaltung der Symptome spielen.
Interventionsstudien heben die Wirksamkeit kognitiv-behavioraler Behandlungsansätze hervor, sind jedoch hinsichtlich der Stichprobengröße, dem Zeitraum der Follow-up-Untersuchungen, der Vergleichsgruppen und der Einbeziehung sekundärer psychosozialer Outcomes begrenzt. Das Forschungsprojekt „Stop the pain“ soll dazu beitragen, die oben genannten Forschungslücken zu schließen. In einer Pilotstudie konnten wir bereits zeigen, dass ein kognitiv-behaviorales Trainingsprogramm, im Vergleich zu einer Wartelisten-Kontrollgruppe, wirksam ist. Indem wir nun ein anderes Behandlungsprogramm als Vergleichsgruppe einbeziehen, können Zeit- und Aufmerksamkeitsprozesse kontrolliert und die Daten prospektiv im 12-Monats-follow-up-Zeitraum analysiert werden. 112 Kinder zwischen 7 und 12 Jahren, welche die Rome-III Kriterien für FAP erfüllen, werden einem von zwei Behandlungsprogrammen zugeteilt, welche sich unterschiedlich stark auf die Thematik fokussieren. Diese Gruppen werden hinsichtlich einer Reduktion im Schmerzerleben sowie ihrer Lebensqualität und psychosozialen Wohlbefindens verglichen zu vier Zeitpunkten: vor und nach dem Training sowie 3- und 12 Monate nach dem Training. So können langfristige Effekte der Schulung analysiert und verglichen werden.

Publikationen
Calvano, C. & Warschburger, P. (2018). Quality of life among parents seeking treatment for their child’s functional abdominal pain. Quality of Life Research. 27, 2557-2570. doi:10.1007/s11136-018-1916-2

Posovszky, C., Roesler, V., Kresz, A., Calvano, C. & Warschburger, P. (2015). OP-19 Applicability of the Rome III criteria in children presented with recurrent abdominal pain for a randomized controlled group interventional study. Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition. 61(4):517. doi:10.1097/01.mpg.0000472223.09292.f0 (abstract)

Warschburger, P., Calvano, C., Becker, S., Friedt, M., Hudert, C., Posovszky, C., Schier, M. & Wegscheider, K. (2014). Stop the pain: study protocol for a randomized-controlled trial. Trials, 15, 357. doi:10.1186/1745-6215-15-357

andere Veröffentlichungen
Calvano, C., Groß, M. & Warschburger, P. (2017). Do mothers benefit from a child-focused cognitive-behavioral treatment (CBT) for childhood functional abdominal pain? A randomized-controlled pilot trial. Children, 4(2), 13. doi:10.3390/children4020013

Calvano, C. & Warschburger, P. (2016). Chronic abdominal pain in children and adolescents: Parental threat perception plays a major role in seeking medical consultations. Pain Research and Management. vol. 2016, Article ID 3183562, 10 pages. doi:10.1155/2016/3183562

Calvano, C. & Warschburger, P. (2015). Elterliche Einflüsse auf das ärztliche Inanspruchnahmeverhalten bei chronischen Bauchschmerzen im Kindes- und Jugendalter: eine seriale Mediationsanalyse. Der Schmerz. Suppl 2, 29:S75. doi:10.1007/s00482-015-0067-4

Kongressbeiträge
Roesler, V., Becker, S., Iven, E., Hudert, C., Ebinger, F., Calvano, C., Warschburger, P., Posovszky, C. (2019).
Relvanz der Laktose- und Fruktosemalabsorbtion bei Kindern mit chronischen Bauchschmerzen. 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung e. V. vom 27.-30.03.2019, München.

Calvano, C. & Warschburger, P. (2017). Funktionelle Bauchschmerzen im Kindesalter: eine Analyse der elterlichen Lebensqualität. Vortrag auf dem 35. Symposium der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der DGPs 25.05.-27.05.2017, Chemnitz.

Roesler, V., Kresz, A, Calvano, C., Warschburger, P., Posovszky, C. (2016). Anwendbarkeit der ROME III Kriterien für Kinder mit wiederkehrenden Bauchschmerzen im Rahmen einer Vorstellung für eine randomisierte kontrollierte Interventionsstudie. DGKJ in Hamburg.

Warschburger, P. (2016). Funktionelle Bauchschmerzen im Kindes- und Jugendalter: Die psychosoziale Situation der Kinder und ihrer Familien. 112. Jahrestag der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) vom 14. – 17. September 2016, Hamburg.

Calvano, C. & Warschburger, P. (2016). Funktionelle Bauchschmerzen im Kindesalter: eine Analyse psychischer Auffälligkeiten. Vortrag auf dem 34. Symposium der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der DGPs 04.05.-07.05.2016, Bielefeld.

Warschburger, P. (2014). Therapie chronischer Schmerzen. Deutscher Schmerzkongress vom 22.-25.10.2014, Hamburg.

Assoziierte Fragestellungen wurden durch die folgenden Kongressbeiträge vorgestellt
Calvano, C. & Warschburger, P.
(2015). Elterliche Einflüsse auf das ärztliche Inanspruchnahmeverhalten bei chronischen Bauchschmerzen im Kindes- und Jugendalter: eine seriale Mediationsanalyse. Poster auf dem Deutschen Schmerzkongress 14.10.-17.10. 2015, Mannheim.

Calvano, C. & Warschburger, P. (2014). Prediction of pain-related health care use in children with functional gastrointestinal disorders: the role of parental health anxiety and risk perception. Plenumsvortrag auf der 2nd International Paediatric Psychology Conference vom 25.09.-26.09.2014, Amsterdam, Niederlande.

Warschburger, P.& Calvano, C. (2014). Funktionelle Bauchschmerzen: Die psychosoziale Situation der Kinder und ihrer Eltern. 30. Symposium klinische Psychologie und Psychotherapie vom 29.-31.05.2014, Braunschweig.