Dr. Joanna Staśkiewicz

Dr. Joanna Staśkiewicz
Foto: Gabriella Falana

Komplex I, Haus 22, Zi. 004

Email: joanna.staskiewiczuni-potsdamde

Kurzbiografie

Joanna Staśkiewicz (Dr. phil.) studierte Sozialwissenschaften an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und promovierte an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Sie war unter anderem Research Associate an der Loyola Universität in New Orleans und Visiting Postdoctoral Scholar an der Tulane Universität in New Orleans sowie Lehrbeauftragte an der Europa-Universität Viadrina, der Universität Potsdam und der Universität Wien. Seit 2022 ist sie Projektleiterin des DFG-Projekts Queering von Gender, Begehren und lokalen Mythen in der (Neo-)Burlesque. Eine vergleichende Analyse der (Neo-)Burlesque-Szenen in New Orleans, Berlin und Warschauam Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam. Sie ist assoziiertes Mitglied Forschungsstelle "Queery/ing Popular Culture" Universität Siegen.

Forschungsschwerpunkte: Gender und Queer Studies, soziale Bewegungen, Mythen- und Diskursforschung, Poststrukturalismus, populäre Kulturen und Performance Studies.

Externe Webseite: https://www.joanna-staskiewicz.eu/

Dr. Joanna Staśkiewicz
Foto: Gabriella Falana

Projekt

Queering von Gender, Begehren und lokalen Mythen in der (Neo-)Burlesque. Eine vergleichende Analyse der (Neo-)Burlesque-Szenen in New Orleans, Berlin und Warschau

Förderung durch Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), 01.01.2022-31.12.2024

Während die (Neo-)Burlesque im englischen Sprachraum stark wissenschaftlich diskutiert wird, ist das Thema in Deutschland immer noch eine Forschungslücke, obwohl die ersten (Neo-)Burlesque-Shows bereits 2005 in Berlin stattfanden. Das Projekt will diese Forschungslücke schließen und insbesondere die queerende Wirkung der (Neo-)Burlesque untersuchen. Das Projekt geht dabei von der bisher nicht untersuchten Annahme aus, dass die (Neo-)Burlesque insgesamt queerend – veruneindeutigend, denormalisierend, dehierarchisierend – ist. Es analysiert die (Neo-)Burlesque insbesondere als ein popkulturelles Phänomen, welches eine subversive Wirkung auf zwei Ebenen hat – nicht nur im Sinne einer queeren Intervention in der heteronormativen Matrix, sondern auch auf der Ebene der lokalen Mythen, die u.a. durch den autobiografisch geprägten Blick der Performer*innen infrage gestellt werden. Der lokale Aspekt wurde bisher in der Neo-Burlesque-Forschung weitgehend ausgeklammert, obwohl er eine neue Perspektive auf die Situiertheit der (Neo-)Burlesque, den Umgang mit kulturellen Inszenierungen und Instrumentalisierungen von Geschichte und Tradition bietet und die aktuellen gesellschaftlichen Stimmungslagen aufgreift. Die zentralen Fragen des Projekts sind: Funktioniert die (Neo-)Burlesque als eine queere Intervention, indem sie traditionelle Vorstellungen von Geschlechterrollen und Heteronormativität parodistisch iteriert? Wenn ja, wie sieht diese queere Intervention konkret aus? Kann die (Neo-)Burlesque durch spielerische Darbietung ebenfalls lokale und nationale Mythen in Frage stellen? Wie und mit welcher Wirkung werden die lokalen Narrationen durch Performer*innen und ihre biografische Geschichte aufgegriffen? Diesen Fragen geht das Projekt durch einen internationalen Vergleich der (Neo-)Burlesque-Szenen in New Orleans, Berlin und Warschau nach, der richtungsweisende Forschungsergebnisse verspricht, die zeigen können, dass es sich bei einem auf den ersten Blick unpolitischen Unterhaltungsphänomen um eine subversive populäre Kunst handeln kann.

Publikationen

Monografie:

Katholische Frauenbewegung in Polen? Zum Wandel der Geschlechterverhältnisse in der katholischen Kirche in Polen nach 1989, Bielefeld: transcript Verlag 2018.

 

Aufsätze, Essays, Rezensionen:

Auf der Suche nach unseren Schatten. Clown sei Dank. Ein Essay [in:] Gabriella Falana: Die weiße Maske des Clowns oder der komplexe Mensch. Fotografien von Gabriella Falana (in Vorbereitung).

The queering relief of the humor in the new burlesque [in:] Whatever. A Transdisciplinary Journal of Queer Theories and Studies, Vol. 4 (2021), S. 187-218.

Gelsomina transgressed: a subversion of Fellini’s world in the clownish neo-burlesque [in:] the Journal of Italian Cinema and Media Studies, Volume 9, Number 1, January 2021, pp. 63-81.

Mutter Polin. Über den Umgang mit einem Mythos [in:] Deutsches Polen-Institut Darmstadt (Hrsg.): Jahrbuch Polen 2018. Mythen, 2018, S. 109-117.

Zwischen Gender Studies, Kulturwissenschaften und Katholizismusforschung – Beispiel einer transdisziplinären Rück-Übersetzung im Rahmen der Polenstudien [in:] Dagmara Jajeśniak-Quast, Małgorzata Szajbel-Keck (Hrsg.): Was sind Polenstudien? 13 Antworten/ Czym są Studia o Polsce? 13 odpowiedzi, ZIP Schriftenreihe "Interdisciplinary Polish Studies", Band 5, 2018, S. 69-78.

Rezension über: Regina Illemann, Katholische Frauenbewegung in Deutschland 1945–1962. Politik, Geschlecht und Religiosität im Katholischen Deutschen Frauenbund, Paderborn: Schöningh, 2016, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 2018, 1, S. 82-83.

Queering in der (Neo-)Burlesque [in:] „Navigationen - Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften“ 1, 2018, Queer(ing) Popular Culture, S. 119-132.

The new burlesque as an example of double-simulacrum [in:] "Forum Socjologiczne" Nr. 8, Uniwersytet Wrocławski, 2017, S. 111-122.

Gender oder Neuer Feminismus? Katholische Frauenorganisationen in Polen und in Deutschland im Vergleich [in:] Aleksandra Chylewska-Tölle, Christian Heidrich (Hrsg.): Mäander des Kulturtransfers: Polnischer und deutscher Katholizismus im 20. Jahrhundert, Wissenschaftliche Reihe des Collegium Polonicum, Bd. 22, Berlin: Logos, 2014, S. 183-200.

Katholische Frauenbewegung in Polen – eine (Un-)Möglichkeit? [in:] GENDER - Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 3/12 (2012), S. 41-57

Kwestia gender w Kościele katolickim w Polsce, [in:] Anetta Głowacka-Penczyńska, Katarzyna Grysińska-Jarmuła, Monika Opioła-Cegiełka (Hrsg.): Historie nieobojętne tom 1. Wnuczki Pandory. Kobieta w społeczeństwie od starożytności do spółczesności, Bydgoszcz: Wydawnictwo Uniwersytetu Kazimierza Wielkiego, 2016, S. 141-155.

Von der ‚Złota Baba‘ zur ‚Mutter Polin‘ – die Transformations- und Transferprozesse von Mythen und Topoi, [in:] Marta Kopij-Weiß, Mirosława Zielińska (Hrsg.): Transfer und Vergleich nach dem Cross-Cultural-Turn. Studien zu deutsch-polnischen Kulturtransferprozessen, 4. Band der Reihe Studien zum deutsch-polnischen Kulturtransfer, Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2015, S. 399-408.

"Die Tür ist geöffnet" - auch für Frauen? Das Zweite Vatikanum aus Frauenperspektive im deutsch-polnischen Vergleich [in:] Aleksandra Chylewska-Tölle, Alexander Tölle (Hrsg.): Religion im transnationalen Raum. Raumbezogene, literarische und theologische Grenzerfahrungen aus deutscher und polnischer Perspektive. Berlin: Logos 2014, S. 261–276.