USV Potsdam - Abteilung Taekwondo

Die Anfänge des Taekwondo

Die Wurzeln der heute unter dem Namen Taekwondo bekannten koreanischen Kampfsportart lassen sich bis in sehr frühe Zeitalter zurückverfolgen. Die Ureinwohner Koreas entwickelten aus Gründen der Selbsterhaltung, zum Beispiel zur besseren Verteidigung gegen Feinde und zum Schutz vor Angriffen wilder Tieren, ein Kampfsystem. Dieses System mußte helfen Gewandtheit und Kräfte zu entwickeln, Nahrung zu erjagen und sich gegen Angreifer zu wehren. Dieses wurde im Laufe von nahezu zwei Jahrtausenden durch Erfahrungswerte optimiert und perfektioniert.

Die erste noch relativ primitive Art der waffenlosen Selbstverteidigung war das Subak, welches man einen 1800jährigen Ursprung zuspricht. Das Subak wurde zu einer weitverbreiteten Kriegskunst und wurde ein wesentlicher Teil von religiösen Riten. Subak wurde zum einen unter dem Aspekt der gesunderhaltenden Gymnastik betrieben, aber auch als militärisch geprägte Kampfkunst. Subak bestand zunächst vornehmlich aus Handtechniken.

Eine spätere Form der waffenlosen Verteidigung entwickelte sich Jahrhunderte später und trug den Namen Taekyon (dieser Name wird in der Literatur häufig als eine alter Name für Taekwondo bezeichnet). In diesem System dominierte im Gegensatz zum Subak die verstärkte Ausführung von Beintechniken. Nach und nach verschmolzen die beiden Kampfsysteme miteinander und waren dann unter dem gemeinsamen Namen Taekyon bekannt.

Eine weitere Form der waffenlosen Verteidigung war Kwonbop, das zahlreiche Schläge und Blöcke vereinigte. Die Begriffe Subak und Kwonbop waren lange Zeit miteinander identisch; doch sie umfassen nicht das ganze Arsenal der alten Kampfkunst. In einigen Quellen werden Zweikampfarten ohne Waffe Kwonnjok, Rjon und Thägjok genannt. Man kann aber davon ausgehen, dass alle Formen bis zum 7. Jahrhundert u.Z. einander recht nahe standen und ein einheitliches Ganzes bildeten.

Die Herrscher Suktschong und Indshon förderten in jeder Weise die Nahkampfübungen in der Armee. Unter dem Herrscher Sunhje wurden regelmäßig Turniere abgehalten, bei denen die Heerführer ihr Können im Kampf ohne Waffe demonstrieren mussten. Von den Ergebnissen hing oft die weitere Beamtenkarriere ab. Es ist auch nicht so kurios für eine Zivielregierung, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Bedenkt man, dass der Erfolg im Zweikampf nur die logische Folge eines langjährigen Prozesses geistiger und körperlicher Selbstvervollkommnung war, dann ist die scheinbare staatliche Willkür vollauf berechtigt.

Ein gewisses Nachlassen des Interesses an den Kampfkünsten zeigte sich in der aristokratischen Gesellschaft in der Regierungsepoche des elften Herrschers der Dynastie, Mundshong. Doch im Volke war das Kwonbop nach wie vor sehr beliebt. Man kann die Koryo-Periode durchaus als goldenes Jahrhundert der Kampfkünste bezeichnen.

Große Neuerungen ergaben sich in den Kampfkünsten Koreas durch die Kriege mit den Kitanen im 10. und 12. Jahrhundert. Die nördlichen Nomaden führten den Nahkampf mit Gürteln (Ssilnyom) ein. Ein abgewandeltes Ssilnyom führte die Herrscher aus den Hause Tschhö ein: das Ssirym. Ssirym erinnert an das japanische Sumo oder das chinesische Juedi. Bei dieser Varriante des östlichen Nahkampfes mit Gürteln sind Arm- und Beinschläge untersagt. Zugelassen sind nur Würfe mit Hilfe des Körpers, der Hüften, der Arme und Beine, aber ohne schmerzhafte Einwirkungen.

Parallel dazu entwickelten sich im Nordwesten der koreanischen Halbinsel eine sehr eigenartige Kampfform, die an das chinesische "Hörnersto&szligen" erinnert. Hauptwaffe war dabei der Kopf, mit dem man Schläge gegen Kopf, Brust und Bauch des Gegners ausführen musste. Diese Technik erhielt die Bezeichnung Paktschigi. Als Hilfselement wurde oft ein langer Zopf getragen, in den manchmal am Ende ein Stück Blei eingflochten war. Bei kräftigen ruckartigen Bewegungen des Kopfes konnte der Zopf die Rolle einer Peitsche spielen.