Glossar

Arbeitsgegenstand
Arbeitsgegenstand sind objektive Materialien und auch Personen, die durch Arbeit verändert werden. Bei vorwiegend geistiger Arbeit sind A. materialisierte Formen von Gedanken (Schriftstücke, Zeichnungen, Software). Bei Humandienstleistungen sind A. im übertragenen Sinne zu pflegende, zu beratende, zu beschulende usw. Individuen.

Arbeitsinhalt
In der Arbeitspsychologie gebräuchlicher Oberbegriff für die bei Arbeitsprozessen vom arbeitenden Individuum geforderten Wahrnehmungs-, Denk-, Gedächtnis- und Entscheidungsprozesse sowie motorischen Aktivitäten.

Arbeitsmittel
Mit Arbeitsmitteln wirkt das arbeitende Individuum auf Arbeitsgegenstände ein und verändert sie. Zu A. gehören Werkzeuge, Geräte, Instrumente, Vorrichtungen, Maschinen, Anlagen, Computer, Transportmittel.

Ausführung, parallele
Parallele Ausführung meint, dass mehrere Aufgaben gleichzeitig oder im kurzfristigen Wechsel ausgeführt werden, wobei jede Aufgabe der Aufmerksamkeitszuwendung bedarf.

Belastung, psychische
Lt. EN ISO 10075-1: "Die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken."
Sie resultiert aus den Arbeitsaufgaben (Komplexität, Schwierigkeit, Entscheidungsspielraum, erforderliche Kooperation und Kommunikation), den bei der Aufgabenerfüllung existierenden organisationalen, sozialen, zeitlichen (Arbeitszeitregime, Pausenregelungen, Zeitdruck) und Umgebungsbedingungen (Lärm, Beleuchtung, Klima, Vibration, Strahlungen).

Berufsausbildung, abgeschlossene
Als abgeschlossene Berufsausbildungen gelten erfolgreich beendete Lehre in einem anerkannten Ausbildungsberuf sowie erfolgreich beendetes Fachhochschul- oder Hochschulstudium.

Dekodieren
D. bezeichnet den spezifischen geistigen Prozess der Zuordnung von Bedeutungen zu wahrgenommenen Sachverhalten eines Individuums. Typisches Beispiel für eine Dekodierungsleistung ist die Feststellung der Bedeutung von Verkehrszeichen durch die Autofahrer.

Emotion / emotional
Emotionen sind angenehme oder unangenehme Gefühle. Folglich entspricht dem Adjektiv emotional der Begriff gefühlsmäßig.

Entscheidungsspielraum
Entscheidungsspielraum bezieht sich auf die Möglichkeit des Beschäftigten, auf den Arbeitsprozess (z. B. Abfolge der Arbeitsschritte, Pausen) Einfluss zu nehmen.

Fehlbelastung
Belastung, die zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zu irreversiblen Schäden führen können. F. liegen dann vor, wenn in der nach Arbeit folgenden Ruhe- und Erholungsphase die beanspruchten Leistungsvoraussetzungen nicht wieder hergestellt werden können.

Item
Als Item bezeichnet man in der Psychologie die Fragen eines standardisierten Fragebogens.

kognitiv
Mit dem Begriff kognitiv bezeichnet man die im Gehirn ablaufenden Informationsverarbeitungsprozesse. Kognitive Prozesse sind alle Denk-, Gedächtnis-, Entscheidungs- und Erkenntnisprozesse.

Kommunikation, aufgabengebundene
Aufgabengebundene Kommunikation ist die Notwendigkeit, sich mit Kollegen, Vorgesetzten, Kunden, Klienten zu verständigen, um die Arbeitsaufgabe forderungsgerecht erfüllen zu können.

Komplexität
Komplexität beschreibt das Ausmaß unterschiedlicher geistiger und körperlicher Handlungen zur Erfüllung der Arbeitsaufgaben (s. Variabilität).

Qualifikationserfordernisse
Qualifikationserfordernisse beziehen sich sowohl auf die am zu untersuchenden Arbeitsplatz formalen Qualifikationen als auch auf die aus veränderten Arbeitsprozessen entstehenden Lernerfordernisse (Neu- und Umlernen).

Screening
S., engl.: durchsieben. Unter einem Screeningverfahren versteht man in der Psychologie eine zeitsparende Methode, mit der Situationen, Personen bzw. Zustände von Personen zunächst grob klassifiziert, "gesiebt" werden können, um z. B. behandlungsbedürftige oder nicht akzeptable Fälle herauszufinden. Zur genaueren Charakterisierung von Situationen, für exakte Diagnosen und für die Bestimmung von Interventionen müssen dann "feinere" Analysemethoden eingesetzt werden. S. sind also vor allem rationell, wenn routinemäßig Kontrollen oder Verdachtsprüfungen vorgenommen werden sollen.

Variabilität
Variabilität beschreibt hier die Häufigkeit des Wechsels (Vielfalt) zwischen unterschiedlichen Aufgaben, Methoden usw. (s. Komplexität).