Willey Durden

Forest & Kim Starr

Manche Neubürger sind deshalb erfolgreich, weil sie natürliche Gegenspieler wie Fressfeinde, Parasiten oder Krankheitserreger in ihrer alten Heimat zurückgelassen haben. Werden solche Arten nachträglich ebenfalls eingeführt, um die eingebürgerten Arten einzudämmen, spricht man von biologischer Bekämpfung.

Im Vergleich zu chemischen und mechanischen Maßnahmen sind solche Methoden in der Regel preisgünstiger und länger wirksam. Allerdings ist große Vorsicht geboten, denn man verursacht ja tatsächlich eine weitere biologische Invasion. Wichtig ist, dass nur die Art befallen wird, die bekämpft werden soll, und nicht auch einheimische Arten.

Weltweit werden heute rund 360 Arten von Insekten, Milben und Pilzen in mehr als 1.000 Programmen für die biologische Bekämpfung von 133 eingebürgerten Pflanzen verwendet.

In nur 1,2 % aller Fälle wurden dabei neben den eigentlichen Wirtspflanzen auch andere Arten befallen.

In aller Regel ist es nicht möglich, die eingebürgerte Art durch biologische Maßnahmen wieder vollständig auszurotten. Denn lange bevor sie ganz verschwunden wäre, würde die Invasionspflanze bereits so selten, dass ihre natürlichen Gegenspieler keine ausreichende Lebensgrundlage mehr hätten. Selbst bis zu diesem Punkt kommt es aber kaum. Deshalb ist es das Ziel von biologischer Bekämpfung, die Exoten auf ein erträgliches Maß zurückzudrängen.

Auch Schädlinge in Pflanzenkulturen können mit ihren natürlichen Feinden biologisch bekämpft werden. Der Botanische Garten Potsdam tut dies schwerpunktmäßig in seinen Schaugewächshäusern.