Michael Hassler

Einheimisch in Nordamerika
Eingebürgert in Mittel- und Westeuropa, Tasmanien, Neuseeland
Ersteinführung 1836 / Irland, 1859 / Berlin
Eingebürgert durch Absichtliche Aussetzung aus dem Botanischen Garten Berlin
Probleme Massenentwicklung in Gewässern
Besonderheiten Unterwasserpflanze

Michael Hassler

Nur etwa 50 Jahre brauchte die Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis Michx.), um seit ihrer absichtlichen Aussetzung aus dem Berliner Botanischen Garten 1859 die Gewässer fast ganz Mitteleuropas zu besiedeln. Ihre extreme Massenentwicklung behinderte Schifffahrt, Fischerei und Badebetrieb. Dies brachte ihr den Namen „Wasserpest“ ein.

Im Hannoverschen Tageblatt vom 9. Oktober 1910 schrieb der bekannte Heimatdichter Hermann Löns: „Es erhob sich überall ein schreckliches Heulen und Zähneklappern, denn der Tag schien nicht mehr fern, da alle Binnengewässer Europas bis zum Rande mit dem Kraute gefüllt waren, so dass kein Schiff mehr fahren, kein Mensch mehr baden, keine Ente mehr gründeln und kein Fisch mehr schwimmen konnte.“

So schlimm wie befürchtet kam es nicht.

Nach einigen Jahrzehnten setzte ein Rückgang ein. Heute ist die Kanadische Wasserpest fest in unseren Gewässern eingebürgert, aber nur an wenigen Stellen ein Problem, das bekämpft werden muss. Mögliche Gründe für den Rückgang sind der Befall der Pflanzen mit parasitischen Fadenwürmern, Nährstoffmangel und zunehmende Gewässerverschmutzung.