uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Wie verhandeln deutsche Politiker? – Aktuelle Studie der Universitäten Potsdam und Hohenheim

Für das „Deal making“ in der Politik haben deutsche Politiker nicht die besten Voraussetzungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Negotiation Academy Potsdam (NAP). Die bundesweit einzige universitäre Verhandlungsakademie mit Standorten an der Universität Potsdam und der Universität Hohenheim hat als erste deutsche Forschungseinrichtung das „Deal making“ in der Politik empirisch untersucht. An der auf einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung aufbauenden Studie nahmen über 350 Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie EU-Parlamentarier teil. Die Ergebnisse werden am Mittwoch, dem 19. Juli, um 10 Uhr auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

Fast 90 Prozent der befragten Politikerinnen und Politiker sehen in Verhandlungen eine Kernaufgabe ihres Berufs. Zugleich beurteilen sie ihre Kompetenz im „Deal making“ durchschnittlich mit einer Schulnote von „2 minus“. Die Bevölkerung dagegen stuft die Verhandlungsleistung der Politiker genau eine Note schlechter ein. „Dass sich Politiker selber nicht als exzellente Verhandlungsführer einstufen, ist ehrlich, zugleich aber auch etwas beunruhigend. Immerhin ist das Verhandeln eine Kernaufgabe der Politik“, kommentiert Prof. Dr. Uta Herbst, Direktorin der NAP und Professorin an der Universität Potsdam, die Ergebnisse.
Als Ursache für die nur durchschnittliche Selbsteinschätzung der eigenen Verhandlungsleistung identifiziert die Studie, dass sich nur wenige Politiker Verhandlungskompetenzen zuvor im Studium oder in ihrer Ausbildung angeeignet haben. Damit bestätigt die aktuelle NAP-Studie Erkenntnisse, die zuvor aus dem Kreis von Managern in der Wirtschaft gewonnen wurden. „Auch unter den Verhandlungsführern in der Wirtschaft hat nur ein knappes Drittel das Verhandeln gelernt. Das macht die Sache zwar nicht besser, ordnet sie aber als generelles Problem der Verhandlungspraxis ein“, ergänzt Prof. Dr. Markus Voeth, Co-Direktor der NAP und Professor an der Universität Hohenheim.
Grundsätzlich gehen Politiker davon aus, dass Verhandlungskompetenz erlernbar ist. Insofern beurteilen sie es als Manko, auf diesem Tätigkeitsfeld nicht qualifiziert worden zu sein, und hoffen, dass diese Lücke künftig geschlossen werden kann.
Die Negotiation Academy Potsdam, die 2013 an der Universität Potsdam gegründet wurde und seit 2016 über einen zweiten Standort an der Universität Hohenheim verfügt, hat zum Ziel, den Dialog zwischen Verhandlungsforschung und Verhandlungspraxis zu fördern. Hierzu führt die Akademie regelmäßig Studien zu wichtigen Verhandlungsbereichen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft durch.

„Wie verhandeln deutsche Politiker?“ Pressekonferenz zu den Ergebnissen der empirischen Studie der Universitäten Potsdam und Hohenheim
Anmeldung: presse@uni-potsdam.nomorespam.de

Zeit: 19.07.2017, 10.00 Uhr
Ort: Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
Kontakt: Dr. Silke Engel, Sprecherin der Universität Potsdam
Telefon: 0331 977- 1496
E-Mail: silke.engel@uni-potsdam.nomorespam.de
Florian Klebs, Pressesprecher der Universität Hohenheim
Telefon: 0711 459-22001
E-Mail: presse@uni-hohenheim.nomorespam.de


Medieninformation 12-07-2017 / Nr. 120
Antje Horn-Conrad


Universität Potsdam
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
Tel.: +49 331 977-1474
Fax: +49 331 977-1130
E-Mail: presse@uni-potsdam.nomorespam.de
Internet: www.uni-potsdam.de/presse

Online gestellt: Nicole Frank
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de