Zentrum für Lehrerbildung

Zentrum - Geschichte

 

Die Lehrerbildung in Potsdam hat Tradition.

Lehrerbildung in Potsdam

Am 20. Oktober 1948 wurde im Theatersaal des Neuen Palais die Brandenburgische Landeshochschule gegründet, deren vordringliche Aufgabe darin bestand, eine neue Lehrergeneration auszubilden. Von Beginn ihrer Arbeit an hat sich die Hochschule davon leiten lassen, Lehre und Forschung eng mit der Praxis zu verbinden.

In Potsdam wurden Lehrer für die Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule ausgebildet. Von 1950 bis in die siebziger Jahre hinein erhielt fast jeder 10. Lehrer der Polytechnischen Oberschulen der DDR seine Ausbildung in Potsdam. Bis 1981/82 erfolgte die Ausbildung  im Rahmen eines vierjährigen Studiums in zwei Fächern festgelegter Kombinationen, danach dauerte das Studium fünf Jahre. Es schloss mit dem akademischen Grad des Diplomlehrers ab und berechtigte zum Unterrichten in den Klassen 5 - 12.

Neben der Ausbildung in den beiden Fächern waren Pädagogik und Psychologie obligatorische Bestandteile des Studiums (16-20 SWS). Studienbegleitend und in der vorlesungsfreien Zeit waren eine Reihe von Schul- und Unterrichtspraktika zu absolvieren. Auch das Studium der beiden Fächer war auf die berufliche Perspektive der Studierenden bezogen. Das Studium zeichnete sich insgesamt durch einen permanent hohen Praxisbezug aus, wodurch Studierende schon während des Studiums eine Fülle von beruflichen Erfahrungen sammeln konnten. 

Das Potsdamer Modell der Lehrerbildung

Als im Juli 1991 die Universität Potsdam gegründet wurde, sollte dieses Moment der Lehrerbildung im Grundansatz erhalten bleiben. Im Rahmen des Gründungsprozesses der Universität wurde 1992 das Potsdamer Modell der Lehrerbildung als Ergebnis der Arbeit der Strukturkommission für Lehrerbildung entwickelt. In diesem Modell wurde versucht, positive Momente der Lehrerbildung in den Alten und Neuen Ländern zu verbinden. Dies betrifft besonders den wissenschaftlichen Anspruch an das Studium aller Lehrämter und in Einheit damit das Sichern eines permanenten Professionsbezuges in Studium und Lehre. 

Nach dem Potsdamer Modell können die Studierenden von Beginn an enge Theorie-Praxis-Beziehungen im Studium erleben und gestalten. Das erziehungswissenschaftliche Studium mit seinen Bestandteilen aus der Pädagogik, der Psychologie und den Sozialwissenschaften wurde modular organisiert. 

In Potsdam entwickelte sich bezüglich des Praxisstudiums eine Besonderheit in der Ausbildung der Studierenden mit dem Schwerpunkt Primarstufe. Diesen Studierenden wird ein "Integriertes Eingangssemester Primarstufe" (IEP) angeboten. Im IEP wirken Grundschulpädagogen, Psychologen und Fachdidaktiker zusammen.

Das Zentrum für Lehrerbildung

Im Januar 2000 legte der Wissenschaftsrat eine Stellungnahme zu den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten der Universität Potsdam vor und schätzte ein: "Der Wissenschaftsrat bewertet das Potsdamer Modell der Lehrerbildung mit seiner starken erziehungswissenschaftlichen Komponente und dem Bemühen, Praxiselemente in das Studium einzubauen, als höchst anspruchsvoll und positiv. Es erweist sich als attraktiv für Studieninteressierte." (Wissenschaftsrat: Stellungnahme zu den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten der Universität Potsdam. 2000. S. 74).

Lehrerbildung nach dem Potsdamer Modell erfordert (nach wie vor) die kontinuierliche und enge Zusammenarbeit aller an der Lehrerbildung in den unterschiedlichen Lehrämtern beteiligten Institutionen und Fachbereiche der Universität. Es wurden deshalb quer zu den Fakultäten Interdisziplinäre Zentren gegründet, die diese Zusammenarbeit organisieren und gleichzeitig Forschungsaktivitäten auf dem Hintergrund der Lehrerbildung initiieren sollten: 

Mit der Einrichtung dieser Querstrukturen sollte Potsdam in der integrativen Lehrerbildung eine Vorreiterrolle einnehmen.

Der Aufbau einer Neuen Universität ist ein komplizierter und widersprüchlicher Prozess. Daher kann es nicht verwundern, wenn die Umsetzung des Potsdamer Modells der Lehrerbildung, welche hierin eingeordnet war, nicht ohne Probleme verlief. Hinzu kam, dass trotz ansteigender Studierendenzahlen in den Lehramtsstudiengängen vor allem Stellen in den Fachdidaktiken gestrichen wurden. Durch die Komplexität des Studiums und den permanent zu sichernden Praxisbezug bedingt, ergibt sich inhaltlich wie organisatorisch ein hoher Koordinierungs- und Abstimmungsaufwand, der nicht immer reibungslos zu bewältigen war. Auch den drei Zentren gelang es nicht immer, diese Aufgabe konsequent zu erfüllen. Vor allem der mit Blick auf die Lehrerbildung erforderliche Synergieeffekt, der von den Zentren erwartet wurde, konnte nicht realisiert werden. Daher wurden die Zentren nach einer Evaluierung mit Senatsbeschluss vom 15. 04. 1999 zum 01. 05. 1999 geschlossen. Statt dreier Zentren, sollte ein neues integratives Zentrum gegründet werden, in welchem die Aufgaben bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Potsdamer Modells der Lehrerbildung gebündelt werden sollten. 

Das Zentrum für Lehrerbildung - die Neugründung

Die Neugründung des Zentrums für Lehrerbildung fand am 13. Juni 2003 statt. In einem sehr regen und anfangs sehr kontrovers geführten Diskussionsprozess wurde eine Satzung erarbeitet. Dem Charakter dieser Satzung nach ist das Potsdamer Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) eine Einrichtung, deren Hauptaufgabe darin besteht, das Potsdamer Modell der Lehrerbildung inhaltlich und organisatorisch weiter zu entwickeln und dabei sowohl Beiträge zur Organisation und inhaltlichen Entwicklung der Lehramtsstudiengänge als auch zur Forschungsförderung mit Schwerpunkt Unterrichts- und Schulforschung zu leisten.

Zentrum

Kontakt

Universität Potsdam
Zentrum für Lehrerbildung
Campus II
Karl-Liebknecht-Str. 24 - 25
14476 Potsdam-Golm Haus 10, Zimmer 0.05
Tel.: 0331/977-2563
Fax: 0331/977-2196
E-Mail: zfl@rz.uni-potsdam.de

Studierende auf dem Campus der Universität