Impulstext Gesprächslinguistik

Theoriekontexte für die Deskription des Redeverhaltens im Fernsehen


Mit dem Begriff des Redeverhaltens wird ein Phänomen bezeichnet, das über mehrere Charakterisierungsmöglichkeiten verfügt, linguistische, psychologische, soziologische u.a.m.

Geht man linguistisch an die Frage heran, kann man sie mindestens in drei Richtungen untersuchen.

  1. Man betrachtet den Gebrauch der Sprache im Fernsehen als einen bestimmten Untertyp der mündlichen Sprache innerhalb der Existenzformen des Russischen. Dies geht dann mehr oder weniger in die Richtung der Betrachtungsweisen von Stilistik und Funktionalstilistik.
  2. Man betrachtet den Gebrauch der Sprache im Fernsehen als eine spezifische Form der Realisierung von Potentialen, die im Sprachsystem angelegt sind. Dies geht mehr oder weniger in die Richtung systemlinguistischen Betrachtungsweisen. Zugrunde gelegt wird hier die Auffassung, dass sich die Invarianten des Sprachsystems, der langue, innerhalb der parole, der Rede als Varianten zeigen. Untersucht wird dies zumeist in Bezug auf die einzelnen Strata (die phonetische, morphologische, syntaktischen, lexikalische Ebene des Spachsystems), manchmal aber auch als Realisierungsungsform von Invarianten, die auf mehreren Ebenen liegen (Stichwort: funktional-semantische Kategorien/Felder).
  3. Man betrachtet den Gebrauch der Sprache im Fernsehen als ein Mittel zur Realisierung von Absichten und zur Erreichung von Zielen. Dies geht in die Richtung der pragmalinguistischen, kommunikationslinguistischen Betrachtungsweise. Hier erfolgt die Ableitung der linguistischen Kategorien nicht aus der Linguistik heraus, sondern aus soziologischen bzw. psychologischen Kategorien.

Copyright © 2003 Universität Potsdam, Rolf-Rainer Lamprecht.
Letzte Aktualisierung: 24.04.2015 10:09 PM

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