Impulstext Textlinguistik

Die konditionale Ebene im Text


Neben den Sachverhalten und Themen auf der einen und Zielen und Absichten auf der anderen Seite, also neben kategorisierbaren Phänomenen auf der gegenständlich-thematischen (propositionalen) und auf der illokutiven (aktionalen) Ebene, kann man im Text (Gespräch) mindestens noch den in die laufende Kommunikation eingebrachten Bezug auf die Kommunikationsbedingungen, also die konditionale Ebene ausgliedern. Dieser Bezug wird zumeist mit den Begriffen "Metakommunikation", "metakommunikative Äußerungen", "metkommunikative Gesprächsakte" belegt. Den letztgenannten Begriff benutzt B. TECHTMEIER (1984, 133), die schreibt: "Wir schlagen (...) vor, metakommunikative Gesprächsakte zu definieren als solche Gesprächsakte, mit denen Sprecher Gegebenheiten des jeweiligen Kommunikationsereignisses, in das sie integriert sind, thematisieren mit dem Ziel, die kommunikative Adäquatheit des eigenen sprachlichen Handelns und der Partnerreaktion sicherzustellen."

Wie zu sehen, legt die Autorin Wert darauf, dass metakommunikative Gesprächsakte

  • sich auf dasselbe Kommunikationsereignis beziehen müssen, in dem sich die Teilnehmer befinden,
  • die Gegebenheiten eben dieses Kommunikationsereignisses zum Gegenstand haben,
  • Sicherungsfunktion übernehmen, und zwar
    • im Hinblick auf die Adäquatheit des sprachlichen Handelns vom Sprecher/Schreiber und
    • im Hinblick auf die Verständlichkeit des sprachlichen Handelns vom Hörer/Leser.

Techtmeier, B. Das Gespräch. Funktionen, Normen und Strukturen. Berlin: Akademie-Verlag, 1984.

Copyright © 2006 Universität Potsdam, Rolf-Rainer Lamprecht.
Letzte Aktualisierung: 24.04.2015 9:45 PM

Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Creative Commons Lizenzvertrag