Stilistik

Funktionalstile: Charakterisierung Alltagsrede

Alltagssprache

Под разговорно-бытовым, или просто разговорным, стилем понимают обычно особенности и колорит устно-разговорной речи носителей литературного языка; вместе с тем разговорный стиль проявляется и в письменной форме (записки, частные письма). (...) Общими экстралингвистическими признаками, обусловливающими формирование этого стиля, являются: неофициальность и непринужденность общения; непосредственное участие говорящих в разговоре; неподготовленность речи, а потому атоматизм; преобладающая устная форма общения, и при этом обычно диалогическая (хотя возможен и устный монолог). Наиболее обычная область такого общения - бытовая, обиходная.
Кожина, М.Н. Стилистика русского языка. М.: Просвещение, 1977, 207.

Alltagsrede od. Alltagssprache: Kommunikation des nichtoffiziellen Alltagsverkehrs zur Uebermittlung persoenlicher oder sachlicher Informationen sowie zur Aeuszerung von Sprecher-Einstellungen zu Personen und Sachverhalten. In der Funktionalstilistik wird die A. als besonderer s. Funktionalstil (Stil der A.) gekennzeichnet. Charakteristisch fuer die A. sind die folgenden Stilzuege: Ungezwungenheit und Lockerheit, Subjektivitaet und Expressivitaet, Konkretheit und Bildhaftigkeit, Ausdrucksfuelle (Redundanz) und Ausdrucksoekonomie (situationsbedingte Ersparungen). Die - meist dialogisch gepraegte - A. ist in hohem Grade von der Gespraechssituation abhaengig; daneben spielen Bildungsgrad und sozialer Status der Kommunikationspartner eine bedeutende Rolle: Ne, wissen's die Mayern hat sich schon wieder solche Dinger gekauft! - Die Gleichsetzung von A. und Umgangssprache muss als fragwuerdig angesehen werden. Waehrend die Umgangssprache das vermittelnde Zwischenglied zwischen der Mundart und der Gemeinsprache darstellt, bezeichnet die A. die nichtoffizielle Form der Sprachverwendung.
Conrad; R. (Hrsg.). Lexikon sprachwissenschaftlicher Termini. Leipzig: VEB Bibliographisches Institut, 1985, 22.

Stil des Alltagsverkehrs. Beim Stil des Alltagsverkehrs ist die Hauptfunktion die 'ungezwungen-lockere Verstaendigung der Menschen im privaten Umgang' und ueber die private Sphaere hinaus im 'Nichtdienstlichen' (Riesel 1970, 63). Haeufig wird in diesem Zusammenhang auch der Ausdruck Umgangssprache (...) verwendet, worin die enge Verflechtung soziolektaler (sozialer), und funktionalstilistischer Differenzierung zum Ausdruck kommt. (...) Waehrend wir jedoch den Begriff Umgangssprache diachronisch als Ausgleichsprodukt von Mundart und Literatursprache und synchronisch als Existenzform de deutschen Sprache und damit systembezogen auffassen, bestimmen wir den Stil des Alltagsverkehrs (Alltagsstil) vorrangig situationsbezogen. (...)
Unter dem Aspekt des Typischen und Dominierenden zaehlen wir nach Riesel (1970) folgende Erscheinungen zum Kernbereich des Alltagsstils:
- Ungezwungenheit und Lockerheit der Rede als grundlegendes Stilmerkmal (z.B. Schwammwoerter, Flickwoerter, Lieblingswoerter, Modewoerter, Vulgarismen, Dialektismen usw., Satzabbrueche, Konstruktionswechsel, Nachtraege, Isolierungen;
- Polaritaet von Ausrucksoekonomie und Ausdrucksfuelle, von Sparsamkeit und Ueberfluss des sprachlichen Aufwands im Verhaeltnis zum Informationsgehalt der Aeuszerung (ausgepraegte Situationsbezogenheit und damit verbundene elliptische Auslassungen, Verkuerzungen, elliptische Bildungen einerseits und unkontrollierte bzw. tolerierte Redundanz in Form von Wiederholungen vieler Art, Einschaltungen, weitschweifige Umschreibungen usw. andererseits);
- Tendenz zur Emotionalitaet der Rede (durch Verwendung expressiver Mittel der Uebertreibung, der Bildhaftigkeit, der Komik usw.).
Michel, G. Kleine Enzyklopaedie. Deutsche Sprache. Kap. 3.3. Grundzuege der Stilistik. Leipzig: Bibliographisches Institut, 1983, 488.

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Letzte Aktualisierung: 07.04.2011 8:23 AM