Katharina II

Katharina IIKatharina II, oder Katharina die Große, Zarin der Russen (1762 - 96), tat viel, um Russland in ein modernes Land umzuwandeln.

Ursprünglich Sophie Friederike Augusta genannt, wurde sie am 02. Mai 1729 als Tochter des deutschen Prinzen von Anhalt-Zerbst geboren. Im Alter von 15 Jahren ging sie nach Russland, um Gemahlin von Peter und Erbin der Zarin Elisabeth zu werden.

Elisabeth starb am 25. Dezember 1761 und Katharinas Gatte wurde als Peter III Zar. Der neue Herrscher machte sich selbst schnell unbeliebt, besonders bei einigen Armee-Offizieren. Angeführt von Kommandant Aleksei Orlov (dessen Bruder Grigori Katharinas Liebhaber war), startete die Armee im Juni 1762 einen Putsch. Peter wurde abgesetzt (und kurz darauf ermordet). Katharina wurde absolute Herrscherin über das größte europäische Imperium, dessen Sprache sie nie richtig lernte, da sie nie korrekt und ohne Akzent sprach.

Im Alter von 33 Jahren, war Katharina nicht nur eine hübsche Frau, deren zahlreiche Affären in den Volksüberlieferungen dominieren, sondern auch eine ungewöhnlich gut belesene Frau, die sich in den kulturellen Trends ihres Alters auskannte. Sie war ein unermüdlicher Arbeiter und wußte wie man fähige Mitarbeiter auswählte - wie z.B. Nikita Panin für ausländische Angelegenheiten, Aleksandr Suvorov im Militär und Grigory Potemkin in der Verwaltung. Erfüllt mit den Ideen der Aufklärung, strebte Katharina danach, die Arbeit Peter I - Russland zu "westernisieren" - zu vollenden, jedoch mit verschiedenen Methoden. Anders als Peter I, zwangsverpflichtete sie die Gesellschaft dem Staate nicht, wobei sie dies jedoch eher aus Selbstinteresse tat.

Um die Bedürfnisse der Bevölkerung kennenzulernen und um Popularität zu erlangen, gab Katharina 1767 einer Abgeordnetenversammlung den Auftrag einen Gesetzesentwurf zu entwickeln, zu dem sie die Vorlage gab - dem Nakaz.

1773 führte Yemelian Pugachev Kosakken und andere in eine Revolte, die große östliche Teile Russlands verschlang. Die Revolte, skrupellos von der Armee niedergeschlagen, veranlasste Katharina zu Reformen. 1775 reorganisierte sie die lokale Verwaltung und integrierte die Kosaken in die reguläre Armee und stellte die der orthodoxen Kirche gehörenden Leibeigenen unter Staatsschutz.

Sie begann Landwirtschaft, Industrie und Handel in unterbevölkerten Gebieten zu fördern indem sie Wolga-Deutsche Siedler ins Land holte und neue Städte gründete (z.B. Odessa). Unter ihrer Leitung, wurden die Universität von Moskau und die Akademie der Wissenschaften international anerkannte Bildungszentren.

Letztlich trug Katharina wesentlich dazu bei, das Russische Imperium im großen Stil zu erweitern. Nach den türkischen Kriegen von 1768-74 und 1787-92, sicherte sich Russland die Krim und realisierte sich damit den Traum, sich selbst am Nordufer des Schwarzen Meeres zu etablieren. Die fruchtbaren Ländereien der Ukraine wurden ebenfalls für Siedler geöffnet und wurden bald der Kornspeicher Europas. Katharina nahm an der Aufteilung Polens (1772, 1792 und 1795) teil und brachte einen großen Teil des Landes unter russische Kontrolle.

Zur Zeit von Katharinas Tod (17. November 1796) war die moderne russische Gesellschaft organisiert und ihre Kultur hatte sich gefestigt. Russland spielte eine maßgebende Rolle im Weltgeschehen.

Katharina hatte 21 offizielle Liebhaber, und ihr Geistesarzt inspizierte sie alle, bevor sie Liebhaber sein durften...