Das System der Satzglieder.

Die syntaktische Einordnung von Wortformen im Satz in das System der Satzglieder hat eine lange Tradition, die man bis zur Urteilslehre der griechischen Antike zurückverfolgen kann. Das Satzgliedsystem hat bislang sämtlichen Neuerungen widerstanden, die Kenntnis seines Bestands bildet gerade für den Sprachunterricht auch heute noch unverzichtbares Handwerkzeug.

Gewöhnlich unterscheidet man in einem ersten Schritt die sog. hauptrangigen Satzglieder (главные члены пр.), also Subjekt (подлежащее) und Prädikat (сказуемое) von den sog. nebenrangigen Satzgliedern (второстепенные члены пр.), also Objekt (дополнение), Adverbialbestimmung (обстоятельство), Attribut (определение). "Hauptrangig" und "nebenrangig" sind hier keineswegs wertend als Opposition von "wichtig" und "unwichtig" zu verstehen, da sich in den nebenrangigen Satzgliedern oft - ähnlich wie in "Nebensätzen" - die relevante Information verbirgt. Die sprachliche Prägung der Termini erklärt sich vor allem dadurch, dass für die Satzbildung die hauptrangigen Satzglieder unerlässlich sind.

Die nebenrangigen Satzglieder könnte man noch weiter hierarchisieren, weil das Attribut auch zu Objekten und Adverbialbestimmungen hinzutreten kann. Es ist also gewissermaßen ein "zweitrangiges" und auch "drittrangiges" Satzglied.

Subjekt Prädikat  
Attribut Objekt Adverbialbestimmung
  Attribut Attribut

Mit dem Schema sind folgende Fälle nicht erfasst:

  • der Bezug der Adverbialbestimmung auf den gesamten Satz, also nicht allein auf das Prädikat
  • syntaktische Sonderkonstruktionen, wie
    • Anrede,
    • Schaltwort und -satz,
    • Bestandteile von Interjektionssätzen

Literatur

Autorenkoll. u. d. Ltg. v. K. Gabka. Russische Sprache der Gegenwart. Bd. 3. Syntax. Leipzig: Verlag Enzyklopädie. 1989. (HLB III)

Copyright © 2004 Universität Potsdam, Rolf-Rainer Lamprecht.
Letzte Aktualisierung: 29.05.2013 8:06 PM

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