RSG Nomen - Adjektiv (имя прилагательное)

Impulstext "Verwendung der Komparationsformen"

Der Positiv ist auch in der Lage, die Graduierung einer Eigenschaft auszudrücken, allerdings entweder auf lexikalischem (разлюбезный, большущий) oder syntaktischem Wege (очень любезный).

Der Komparativ bringt allgemein zum Ausdruck, "dass eine Erscheinung eine Eigenschaft in höherem Maße besitzt als eine andere Erscheinung oder als die gleiche Erscheinung zu einem anderen Zeitpunkt oder an einem anderen Ort." (RSG II, 219).
Die Erscheinung, die den Ausgangspunkt des Vergleichs bildet, geht entweder aus dem Kontext hervor (Конечно, решение этого вопроса очень важная задача. Но другая задача ещё важнее) oder befindet sich in einer mit Чем eingeleiteten Konstruktion (Он был молчаливее и грустнее, чем Пётр.).
Für die Verwendung von чем ist festzuhalten, dass
- davor immer ein Komma steht,
- es weggelassen werden kann, wenn es bei synthetischen Bildungen und bei nur einem Ausdruck im Nom./Akk. steht,
- dass dann der Genitiv entsprechend den Nom./Akk. ersetzt.

Synthetische Komparativformen werden zu Superlativformen, wenn bei einem Vergleich von gleichartigen Erscheinungen всего/всех hinzutritt: Она красивее всех. Это умнее всего. Diese Verwendung wird bisweilen auch als Vorkommen einer analytischen Superlativform gedeutet.
Synthetische Komparativformen erhalten ebenfalls Superlativbedeutung in Bildungen mit Negation, und zwar mit нет (Нет красивее вечера тихого летнего дня.).

Synthetische Komparativformen, zu denen das Präfix по- hinzutritt (Он помоложе меня), drücken einen geringeren Stegerungsgrad aus. Wenn sie einen Vergleich betreffen, werden sie gewöhnlich durch Hinzuziehung von "etwas" ins Deutsche übersetzt. Finden die Formen außerhalb eines Vergleichs Verwendung, benutzt man "möglichst" oder "recht". Die in Rede stehenden Bildungen sind umgangssprachlicher Natur.


Es ist bekannt, dass die Superlativformen neben der Superlativbedeutung, die den höchsten Grad der Ausprägung eines Merkmals im Vergleich zu anderen Ausprägungen bezeichnet, noch die Elativbedeutung hat. Sie bezeichnet, dass eine Erscheinung außerhalb eines Vergleichs eine Eigenschaft im hohen Maße besitzt.
Alle synthetischen und analytischen Superlativformen haben im Russischen auch Superlativbedeutung. Die Elativbedeutung vermögen nicht alle zur Verfügung stehen Formen auszudrücken bzw. ist sie für diesen oder jenen Kreis eigeschränkt.

annalytische Superlativformen, die mit всего/всех gebildet werden keine Elativbedeutung
annalytische Superlativformen, die mit наиболее gebildet werden kaum Elativbedeutung
annalytische Superlativformen, die mit самый gebildet werden mehr in Superlativ- als in Elativbedeutung
synthetische Superlativformen stark auf Elativbedeutung spezialisiert

Die Nutzung der synthetischen Superlativformen in Elativbedeutung wird durch die häufige phraseologische Verwendung (кратчайший срок, вернейшее средство, чистейшая ложь) in ihrer Spezialisierung gestützt. Eine nochmalige Verstärkung drücken besagte Formen aus, wenn sie mit dem Präfix наи- verwendet werden bzw. noch den Zusatz самый erhalten (наисложнейшая задача, самое убедительнейшее доказательство).


Literatur:
Autorenkoll. u. d. Ltg. v. K. Gabka. Russische Sprache der Gegenwart. Bd. 2. Morphologie. Leipzig: Enzyklopädie, 1988.
Autorenkoll. u. d. Ltg. v. K. Gabka. Kommentare und Aufgaben zur Morphologie. Leipzig: Enzyklopädie, 1988.
Autorenkoll. u. d. Ltg. v. H. Schlegel. Компендиум лингвистических знаний для практических занятий по русскому языку. Volk und Wissen: Berlin, 1992.
Костомаров, В.Г., Максимов, В.И. (ред.). Современный русский литературный язык. Москва: Гадарики, 2003.
Шведова, Н.Ю, Лопатин, Н.Н. (ред.). Краткая русская грамматика. Москва: РАН, 2002.
Шелякин, М.А. Справочник по русской грамматике. Москва: Русский язык, 2000.

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Letzte Aktualisierung: 29.05.2013 7:52 PM

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