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Einführung in die Russistik

Stichwort "Sprache"

"S p r a c h e (I) steht für "Sprachfähigkeit" und meint die allgemeine menschliche Fähigkeit, sich das Instrument Sprache (Sprache II) anzueignen und sich mit Hilfe der individuell angeeigneten Kenntnis des Sprachsystems in der gesellschaftlichen Kommunikation zu verständigen und Gegenstände, Sachverhalte und Beziehungen der objektiven Realität verallgemeinert widerzuspiegeln;

S p r a c h e (II) meint die im Zusammenhang mit der Geschichte des Sprachträgers entstandene und sich entwickelnde, als Mittel der gesellschaftlichen Kommunikation sowie als Medium der verallgemeinerten Widerspiegelung der objektiven Realität im Bewußtsein fungierende Gesamtheit (Menge) von lautlichen oder graphischen Zeichen mit den zwischen ihnen und ihren Elementen bestehenden formellen und funktionellen Beziehungen;

S p r a c h e (III) steht (a) für 'sprachliche Tätigkeit, Sprechen" und (b) für "Ergebnis der sprachlichen Tätigkeit, Text": Es meint also (a) die Anwendung von Sprache (II) in der gesellschaftlichen Kommunikation, 'als praktisches Bewußtsein', als spezifische veräußerlichte geistige Tätigkeit des Menschen zum Zwecke des Informationsaustauschs und der Initiierung und Leitung gesellschaftlicher Prozesse und (b) eine nach Inhalt und Form strukturierte Gesamtheit von Sätzen und satzwertigen Einheiten, die einen komplexen Sachverhalt als relativ abgeschlossene Sinneinheit darstellen."

Autorenkoll. unter Leitung von Wilhelm Schmidt. Sprache - Bildung und Erziehung. Leipzig: VEB Bibliographisches Institut, 1977, 14.


"Unter dem Zeichencharakter der Sprache versteht man gewöhnlich die Eigenschaft, daß die Elemente der Sprache (Wörter, Morpheme, feste Wortverbindungen)

(a) auf bestimmte Objekte der objektiven Realität (Gegenstände, sachverhalte) bezogen sind (Bezeichnungs- oder Benennungsfunktion),
(b) die verallgemeinernde Widerspiegelung der objektiven Realität im Bewußtsein des Menschen ermöglichen, ihre Ergebnisse ausdrücken und speichern (Erkenntnisfunktion oder kognitive Funktion),
(c) auf Grund der in ihnen fixierten Bedeutungen Informationen tragen und die verschiedenartigen Aufgaben im Kommunikationsprozeß erfüllen, die im wesentlichen in der Übermittlung von Gedanken und im Ausdruck von Wertungen, Emotionen und Willensregungen bestehen (kommunikative Funktion) und damit
(d) er ermöglichen, Kommunikationspartnerin vielfältiger Weise zu beeinflussen und Sprache als Instrument der Leitung gesellschaftlicher Prozesse zu gebrauchen (pragmatische oder Wirkungsfunktion).

Autorenkoll. unter Leitung von Wilhelm Schmidt. Sprache - Bildung und Erziehung. Leipzig: VEB Bibliographisches Institut, 1977, 19.


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[Letzte Aktualisierung: 16.04.2006 19:28 ]