Anfang Einführung | Skripte | Definitionen | Beiträge Studenten | Virtual Campus

Einführung in die Linguistik

Beiträge von Studenten - Christiane Sperr

Konstantin Sergeevich Aksakov

Zur Person

  • 10.4.1817 geboren in Novo-Aksakovo im Gebiet Orenburg
  • 19.12.1860 gestorben auf der griechischen Insel Sakinthos
  • 1835 Abschluss des Literaturstudiums an der Moskauer Universität
  • Historiker, Schriftsteller, Publizist und, was weniger bekannt ist, Sprachwissenschaftler
  • 1840/50er Jahre führender Vertreter der historisch-soziologischen und philosophischen Richtung der Slavophilen

Zum Werk

  • leistete wichtigen Beitrag zur Sprachphilosophie im Sinne des Hegelianismus
  • sein Grundgedanke zur Sprachwissenschaft im Sinne der Slavophilen: Besonderheiten des russischen grammatischen Systems philosophisch und psychologisch durchdenken; die russische Sprache aus sich selbst und nicht mit vorgefertigten Mustern erklären
  • betreibt synchrone Sprachwissenschaft; nicht historische, wie seine Zeitgenossen
  • 1839 erschien seine erste linguistische Arbeit unter dem Titel „O grammatike voobšže“
  • 1860 erschien der erste Teil des unvollendeten Werkes „Onyt russkoj grammatiki“
  • Aksakovs Verständnis von Sprache:
    • Sprache ist ein Gedanke, der sich verwirklicht hat. Das Wort ist demnach die Wiederspiegelung eines Gedankens, der, wie jede andere Erscheinung in der Natur, in Raum in Zeit existiert. Erscheinung existieren im Raum als Gegenstände und in der Zeit als Tätigkeiten. In bezug auf Sprache heißt das, dass Substantive Gegenstände darstellen, Verben Tätigkeiten. D
    • Die Grammatik teilt Aksakov in drei Teile ein: Substantive, Verben, Rede:
    • Die ersten beiden Teile nennt er objektive Grammatik oder Analytik. Dieser Teil beinhaltet den Formenbestand der Sprache und die Beziehungen zwischen Worten. Die Formen sind für Aksakov die Grundlage der Sprache, das sie den Worten ihren Platz im Satz zeigen, weshalb auch deren Erforschung zentral ist. Aksakov kann als Begründer der Formalen Richtung der russischen Sprachwissenschaft bezeichnet werden.
    • Den zweiten Teil bezeichnet er als subjektive Grammatik oder Syntax. Dieser Teil ist dynamisch, und bezieht sich auf die Funktionen der Formen und der Worte in der Rede. Der Wortstellung im Satz hat er weniger Aufmerksamkeit gewidmet, da sie seiner Meinung sehr frei ist und sich aus den Formen automatisch ergibt.
    • Aksakov versucht zu zeigen, dass es in der russischen Sprache weder Präteritum noch Futur gibt und deshalb auch kein Präsens. Die Verbformen enthalten demnach keine Information über das Tempus. Das Verständnis von Zeit ergibt sich somit nur aus syntaktischen und psychologischen Kategorien.

Anfang Einführung | Skripte | Definitionen | Beiträge Studenten | Virtual Campus
Copyright © 2003 Universität Potsdam, Christiane Sperr, Rolf-Rainer Lamprecht.
Letzte Aktualisierung: 14.04.2006 9:49 PM