Witz ­ Scharfsinn ­ Concetto

Ein Seminar von Dr. Holt Meyer, Insitut für Slavistik, Universität Potsdam

Wintersemester 1996/97


HOME PAGE


NB: Seite in statu nascendi!!!


Mottos des Kurses


Motto 1


MOLEM SUPERAT INGENIUM


Motto 2


Psychiatrist: Have you lived all your life in Blackpool?

Patient: Not yet.




Zur Konzeption des Kurses





Inhaltliches


Läßt man die historische Einordnung (und damit das einer bestimmten Epochen, nämlich dem Manierismus und Barock zugeordnete Concetto) erst einmal weg, so kann man konstatieren, daß Witz und Scharfsinn - wie die Tropik und die Topik im allgemeinen, und zwar spätestens seit Aristoteles - an der Grenze zwischen Rhetorik und Poetik verortet sind, denn sie dienen sowohl der Überzeugung (im Sinne des Plausibel-Machens des Unwahrscheinlichen) und dem ästhetischen Genuß. Gerät das Historische ins Blickfeld, so kann man von dieser ersten Konstatierung ausgehend feststellen, daß die Arbeit bzw. das Spiel mit Witz und Scharfsinn, die/das im Manierismus und Barock als Concetto betrieben und beschrieben wird, nicht nur das enge Verhältnis zwischen Rhetorik und Poetik in dieser Zeit reflektiert, sondern auch wesentliche Eigenschaften der Tropik (insbesondere der Metapher, aber auch der Allegorie) offenbart.

Wir nähern uns dem Problem des Concettos aus weiter Ferne, und zwar weniger im hermeneutischen Sinn einer Überbrückung des zeitlichen und räumlichen Abstandes zu den Texten und ihren Autoren als im Sinne einer Auseinandersetzung mit der Entfernung selbst, und zwar als Grundprinzip sowohl der "kühnen Metapher" (H. Weinrich) als auch der lyrischen Verfahren: Beide verleihen unwahrscheinlichen bzw. unplausiblen Verbindungen (genauer gesagt: Verbindungen, die von der konventionellen Logik und Syntax nicht bereitgestellt werden) eine neue, und übrigens keineswegs immer eindeutig als "sekundär" einzustufende Wahrscheinlichkeit bzw. Plausibilität.

Wir beginnen unsere theoretischen Diskussionen im Netz mit Aristoteles, da seine Unterscheidung zwischen 'richtigen' und 'falschen' logisch-rhetorischen Schlüssen die Gretchenfrage formuliert, deren Erörterung sich dieses Seminar zur Aufgabe macht: Gibt es einen Mittelweg zwischen der platonischen Ablehnung der Rhetorik als Betrug und dem sophistischen Zugang zur Rhetorik, die durch den Platonismus bis heute in Verruf geraten ist?


Technisches


Der Ablauf des Veranstaltung, die am 15.10.1996 mit wöchentlichen Sitzungen begann, die in unseren Seiten protokolliert wurden, ist im Prinzip eine Abwechslung von theoretischen Diskussionen und konkreten Textanalysen, die jeweils 'virtuell' im Netz und 'nicht-virtuell' im Seminar stattfinden. Sitzungen, die nicht im Netz stattfinden, werden protokolliert, die Protokolle ins Netz gespeist. Die Diskussionen im Netz finden ab dem 19.11. jeden zweiten Dienstag um 9 Uhr statt. Anmeldungen bitte bei Holt Meyer,


Analysen lyrischer Texte


Diskussionsprotokolle


  1. Jan Kochanowski und die polnische Epigrammatik
  2. Daniel Naborowski I + Weinrich: Die kühne Metapher
  3. Daniel Naborowski II + Hebekus: Topik

Theoretische Diskussionen


WWW-Vorlagen


  1. Jakobson - Die poetische Sprache
  2. Die Rhetorik des Aristoteles (II:24, III:10)
  3. Sigmund Freud: Der Witz
  4. Quintilian: Insitutio
  5. Lachmann: Naborowski
  6. Sarbiewski: De acuto et arguto
  7. Jean Paul: Vorschule der Ästhetik

Diskussionsprotokolle


  1. Jakobson - Die poetische Sprache
  2. Die Rhetorik des Aristoteles (II:24, III:11)
  3. Sigmund Freud: Der Witz
  4. Quintilian: Insitutio
  5. Lachmann: Naborowski
  6. Sarbiewski: De acuto et arguto
  7. Jean Paul: Vorschule der Ästhetik

Witz ­ Scharfsinn ­ Concetto


Zurück zur Homepage von Witz-Scharfsinn-Concetto

Mail an die Seminarteilnehmer

an Holt Meyer