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Elemente der Filmanalyse

Glossar zum Thema "Technische Kategorien der Filmanalyse"

Abblende (Fade out) = Einstellungskonjektion, bei der die Bilder der Einstellung kontinuierlich dunkler werden oder in eine Farbe übergehen, so dass der eigentliche Schnitt nicht wahrgenommen wird. Die neue Einstellung beginnt in der Regel mit einer Aufblende.

Amerikanisch = Einstellungsgröße, die einen Menschen vom Kopf bis etwa zum Knie erfasst (so dass die Hüftregion, in der im Western immer der Colt sitzt, sichtbar ist).

Aufblende = Einstellungskonjektion, bei der die Bilder der Einstellung zunächst ganz dunkel sind und kontinuierlich heller werden. Die Aufblende ist üblicherweise mit einer vorangehenden Abblende gekoppelt.

Augenhöhe = Eine Kameraperspektive, bei der sie Kamera auf Augenhöhe des Augenommenen befindet und so den Eindruck "realer" Wahrnehmung vermittelt.

Bauchperspektive = Eine Kameraperspektive: Die Kamera befindet sich in der Höhe des Bauches eines Menschen und zeigt z.B. Gesichter leicht von unten.

Detail = Einstellungsgröße, auf der ein "Detail" sichtbar ist, d.h. ein Ausschnitt, aus dem man üblicherweise noch nicht das Ganze erkennt (z.B. die Nase im Gesicht eines Menschen)

Draufblick-Perspektive = Die Kamera befindet sich über der Szene und fotographiert in einem Winkel von > 90°

Einstellung = (engl. take) Abfolge von aufgezeichneten Bildern, die durch einen Schnitt begrenzt werden. Kleinste Einheit der technischen Analyse.

Froschperspektive = Die Kamera befindet sich praktisch am Boden und nimmt aus einer stark bemerkbaren Untersicht auf.

Führungs-Licht = Der Scheinwerfer oder das Scheinwerferset, das das Sonnenlicht oder eine andere dominante Lichtquelle simuliert. Er/es steht üblicherweise in einem 45°-Winkel zur Achse Kamera – Objekt (Skizze bei Monaco, S. 197).

Füll-Licht = Der Scheinwerfer oder das Scheinwerferset, das die Schatten aufhellt, die das Führungs-Licht produziert.

Gegenlicht-Aufnahmen

Geräusche = Wie das Licht kommen auch die Geräusche in der Regel aus dem Studio, sind also nicht authentisch, in dem Sinn, dass sie während der Dreharbeiten als Originalton mitgeschnitten worden wären.

Groß = Das Bild wird durch ein schon für sich sprechendes Teil dominiert (z.B. das Gesicht eines Menschen).

Halbnah = Nicht mehr wirklich nah aber noch nicht weit (z.B. ein Mensch von Kopf bis zu den Füßen).

Halbtotal = Fast, aber noch nicht der Gesamtblick auf den Raum/die Situation (z.B. ein Teil eines Raumes, in dem sich mehrere Menschen aufhalten)

Jalousie = Einstellungskonjektion, bei der der Wechsel in Form von Querstreifen auf der gesamten Bildbreite geschieht.

Klappblende = Einstellungskonjektion, bei der die nächste Bildfolge die laufende durch allmähliche Verdrängung von oben nach unten (wie einer Klappe) ersetzt.

Kontrapunkt

Nah = Das Objekt erscheint – gegenüber dem Hintergrund – "nah", d.h. im Vordergrund (z.B. Kopf und Oberköper eines Menschen).

Normalbelichtung

Mehrfachbelichtung

Schnitt = [engl. cut] im engeren technischen Sinn das Ende einer Sequenz. Der Schnitt wird für den Zuschauer besonders bewusst, wenn die Handlung nicht gleichzeitig ein "natürliches" Endes hat. Schnitt wird deshalb auch oft als inhaltliche Kategorie beschrieben, die durch Wegschneiden der „natürlich“ folgenden Bilder die "Auslassung" kenntlich macht und damit wahrgenommenes Erzählen ermöglicht.

Schnitt, "harter" = Einstellung bricht ab, eine weitere beginnt unvermittelt. Der "harte"
Schnitt ist durch das Fehlen von Konjunktionen definiert.


Totale = Der gesamte Raum, soweit er inhaltlich interessant ist (z.B. ein Zimmer).

Überbelichtung

Überblende = Einstellungskonjektion, bei der Bilder aus der endenen Einstellung noch zu sehen sind, während die der neuen Einstellung schon erscheinen. Wurde anfangs technisch durch tatsächliches Übereinanderkleben von Einstellungsstücken realisiert.

Übergang = Neben den "harten Schnitten" gibt es eine Reihe von Übergängen, die auch den Schnitt deutlich machen, ihn aber nicht abrupt erscheinen lassen. In Analogie zur Grammatik spricht man auch von "Konjektionen".

Unterbelichtung = (Ein Sonderfall ist die „Amerikanische Nacht“, wenn Nachtszenen am Tag gedreht werden).

Weit = Ein – üblicherweise auch mit dem Weitwinkelobjektiv aufgenommener – besonders "weiter" Überblick (z.B. eine weite Landschaft).

Copyright © 2002 Universitšt Potsdam, Norbert Franz, Gestaltung Rolf-Rainer Lamprecht.
[Letzte Aktualisierung: 18.09.2003 10:30 PM ]