Pläne - Material - Durchführende

Elemente der Filmanalyse

5.1 Das Bild und die Bilderfolge

Das Bild ist die ursprünglichste Einheit des Films, der sich seit der Anfangsphase des Mediums gegenüber der Fotographie gerade dadurch auszeichnet, dass er viele, kontinuierlich aufeinander folgende („bewegte“) Bilder zeigt. Angesichts dessen erscheint es sinnvoll, die jeweilige ununterbrochene Abfolge von Bildern zur kleinstes Einheit der Analyse zu erklären: die Einstellung. Die Begrenzung der Einstellung ist der Schnitt. Neben dem "harten Schnitt", der unvermittelt Einstellung an Einstellung reiht, gibt es eine Reihe von Übergängen (Konjektionen): Abblende, Aufblende, Überblende, Klappblende, Jalousie, Schiebeblende, Rauchblende, Zerreißblende, Unschärfeblende, Fettblende und Cash.

Wie auch bei gemalten oder photographierten Bildern ist im filmischen Bild wichtig, wie die Gegenstände/Objekte gezeigt werden, d.h. in welchem Kontext und aus welcher Perspektive. Hier unterscheidet man traditionell zwischen der Einstellungsgröße (Detail, Groß, Nah, Amerikanisch, Halbnah, Halbtotal, Total, Weit) und Einstellungsperspektive Draufblick-Perspektive, Augenhöhe, Bauchperspektive, (von unten ["Froschperspektive"]) – Einstellungsgröße und Perspektive sind von erheblicher Bedeutung für die semantische Dimension des Films. Die Einstellungsgröße definiert sich über das Objekt, das den visuellen Eindruck dominiert. Da dieses das Bild oft nicht ganz ausfüllt, ergeben sich die traditionellen Bildebenen Vorder-, Mittel- und Hintergrund.

Wahrnehmbarkeit und Wirkung der Gegenstände/Objekte hängt nicht unwesentlich vom Licht ab. In diesem Bereich ist prinzipiell zwischen der Beleuchtung und der Belichtung zu unterscheiden. Für die Beleuchtung gelten dieselben Grundsätze, wie sie für Malerei und Photographie herausgearbeitet worden sind. Relativ "natürliche" Lichtverhältnisse (nur eine Lichtquelle) sind selten, meistens sind die Szenen mit mehreren Scheinwerfern ausgeleuchtet, so dass die Schatten nicht zu scharf fallen. Hier unterscheidet man üblicherweise zwischen Führungs-Licht und Füll-Licht. Sonderfälle sind Gegenlicht-Aufnahmen, Aufnahmen mit sehr schwachen Lichtquellen (Kerzen) usw. Auch die Simulation von Bühnensituationen (Spotlichtern) oder von Nachtszenen, in denen Scheinwerfer und andere Formen künstlicher Beleuchtung "natürlich" wirken, sind – zumindest quantitativ – Sonderfälle. Der Einsatz der Beleuchtung wurde im Schwarz-weiß-Film von manchen Regisseuren aber auch Schauspielers geradezu zum Stilmittel ausgebaut. So etwa das "Nordlicht", das Marlene Dietrich für Aufnahmen von sich bevorzugte.
Die Belichtung ist dagegen durch die Lichtmenge bestimmt, die aufgezeichnet wird (Unterbelichtung, Normalbelichtung, Überbelichtung, Mehrfachbelichtung).

Der Film als Abfolge von Bildern lässt die Darstellung von Bewegung zu. Bewegte Objekte und die Beweglichkeit der Kamera bzw. auch nur des Objektivs machen viele Varianten möglich. Bei der Bewegungen der Objekte unterscheidet man Haupt- und Nebenbewegung, die jeweils im Vorder- oder Hintergrund des Bildes stattfinden können. Die Bewegung kann in das Bild hinein, aus ihm heraus oder entlang des Bildes führen.
Die Kamera kann statisch sein und nur die Bewegung der Objekte registrieren, sie kann sich aber aber auch selbst bewegen. Man unterscheidet Schwenk, Parallelfahrt, Aufzugsfahrt, Verfolgungsfahrt und Handkamera und gibt dabei in der Regel auch die Richtung der Bewegung an (z.B. "Schwenk nach rechts"). Ein besonderer Fall der Kamerabewegungsrichtung ist der Zoom, der eine stufenlose Veränderung der Linse voraussetzt. Auch die Einstellungsgrößen (s.o.) sind in der Regel eine Funktion der jeweils verwendeten Linse, von den mit Linsen zu erreichenden Spezialeffekten sind noch die Weichzeichner und das sog. Froschauge zu erwähnen.

Verweis auf alle Begriffe zusammen.

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[Letzte Aktualisierung: 19.09.2003 8:08 AM ]