Russische Phonetik

Einführung - Transkription

Transkription/транскрипция

Die Nichtübereinstimmung von Phonemsystem und Graphemsystem im Russischen macht es notwendig, zum Zwecke der phonologischen und phonetischen Beschreibung besondere Zeichen zu verwenden.

Unter Transkription (auch Umschrift, Lautschrift) verstehen wir die genaue schriftliche Wiedergabe der gesprochenen Sprache mit dem Ziel, jede Phonemvariante (bei phonetischer Transkription) bzw. jedes Phonem (bei phonologischer oder phonematischer Transkription) eindeutig zu bezeichnen.

Die phonologische oder phonematische Transkription verdeutlicht Phoneme und Phonemfolgen im Wort, sie veranschaulicht also Verallgemeinerungen und dient der phonologischen Beschreibung.
Die verwendeten Zeichen erscheinen in Schrägstrichen:

карандаш /karandaʃ/
 

Die phonetische Transkription kennzeichnet sowohl die obligatorischen kombinatorischen Varianten als auch auffällige und häufige individuelle und stilistische Varianten eines Phonems durch besondere graphische Zeichen.
Diese Zeichen erscheinen in eckigen Klammern:

карандаш  [kərʌndaʃ]
 

Durch die phonetische Transkription wird das Verständnis für den lautlichen Bau und für das Phonemsystem wesentlich erleichtert. So tritt der Charakter der palatalisierten Konsonanten des Russischen als besonderer, einheitlicher, gleichbleibender Zug der Phoneme in der Transkription  [p'ul'i], [p'ul'u], [p'ul'] weit klarer hervor als in der Orthographie: пуля, пулю, пуль.

Es existieren unterschiedliche Transkriptionssysteme. Am weitesten verbreitet ist das der API (Association Phonetique Internationale), das vom lateinischen Alphabet ausgeht. Daneben exitiert eins, das zu einem großen Teil kyrillische Zeichen benutzt. Man nennt es nach demjenigen bekannten Sprachwissenschaftler, der es eingeführt hat, auch "Avanessov-Transkription".

Zeichen für Laute und Phoneme des Russischen sowie zu diakritischen Zeichen s. Autorenkoll. u.d.Ltg. v. K. Gabka. Russische Sprache der Gegenwart. Bd. 1. Einführung. Phonetik und Phonologie. Leipzig: Enzyklopädie, 1987. (RSG I)

Copyright © 1999. Universität Potsdam, Institut für Slavistik, Anne Dalchow, Danny Nehls, Rolf-Rainer Lamprecht
Letzte Aktualisierung: 12.05.2013 4:39 PM

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